Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Der Alchemist der Schuld Im Zerrspiegel der fremden Erwartung, wo deine Maske stumm im Schatten weint, suchst du im Außen flehend nach Erbauung, weil dir das eigene Wesen fremd erscheint. Du flüchtest vor der inneren Begegnung, trägst Stolz als Panzer um ein hohles Herz, versagst dir selbst die allererste Segnung und linderst durch Erhöhung deinen…

  • Spätsommerabend der Seele Der Tag vergesst im matten Abendlicht, die Zeit dehnt sich in raumlose Geduld. Was tief im Inneren noch leise bricht, verliert die Schere und die alte Schuld. Das Ego schweigt, das Wollen wird ganz klein, fernab von Sehnsucht, Widerstand und Leid. Ein reines, ungezwungenes Nur- Sein berührt den Saum von der Ewigkeit.…

  • Der Ruf des Schattens Im gold’nen Kelch der Lebensstunden trinkt sich der Geist am Glücke satt, und eh’ das Herz den Schmerz empfunden, treibt es wie ein verlornes Blatt. Im Lichte lässt sich trefflich schweigen, wo kein Warum die Ruhe bricht, doch in des Daseins buntem Reigen erwacht die Kraft des Denkens nicht. Erst wenn…

  • Das entfremdete Reich Hinter Mauern, kalt und schwer, sinkt das Licht ins Weltenmeer. Nicht nur der Tag bricht stumm entzwei, auch unsere Seele geht vorbei. Wir stehen nah im Raum der Zeit, und sind doch Welten weit gefreit. Das Leben quillt aus Fug und Rand, wir bauen Schlösser in den Sand. Belügen uns mit lautem…

  • Der Spiegelpfad Im fahlen Reich, wo Truggebilde thronen, wird Schattenwurf zum Stolz der Einsamkeit. Wo falsche Lichter im Zwiespalt wohnen, verliert sich Glück in stumme Ewigkeit. Der blinde Flug ins bodenlose Schweben bricht ein Gemüt in schweigend kaltem Schmerz. Verbannt in Nacht, erstarrt das eigne Leben im starren Panzer aus antikem Erz. Ein Reif aus…

  • Das geliehene Herz Du hast dein Herz an sie verloren, willst mich doch auch nicht ganz erlösen. Ein stummer Abschied, tief geschworen, im Zwiespalt zwischen Gut und Bösen. Ich seh‘ in deine müden Augen, ihr Glanz ist längst im Grau verblasst. Du musst mir meine Hoffnung rauben, obwohl du diesen Abschied hasst. Wo ist die…

  • Einzig die Liebe Ich bleibe nicht, weil du mich brauchst, weil du im Schmerz nach Rettung tauchst. Was du in meinem Wesen siehst, und bang vor deiner Einsamkeit fliehst: Es wohnt schon längst in dir allein, du musst es nur im Innern befrei’n. Kein Zwang, kein Band der Abhängigkeit macht uns für wahre Nähe bereit.…

  • Das Echo eines Augenblicks Wie Nebel, der im Abendrot verweht, so sucht mein Geist den Weg zu deinem Licht. Ein stummes Flehen, das im Wind entsteht, doch deine fernen Ufer nicht zerbricht. Ich strecke meine Hand dem Äther hin, wo Welten starr in ihrer Kälte stehn, und weiß in meinem einsamen Beginn: Ich will dich…

  • An deine Seele

    An deine Seele Ich liebe deine leise Schwäche, die tief als Stärke in dir ruht, wenn Sehnsucht sanft die alten Dämme durchbricht mit leisem, stillem Mut. In deinen Augen liegt geborgen ein weites Land, ein blaues Meer. Dort tanzt der Pusteblumenschnee, und wehrt der fremden Hände Wehr. Du trägst die Masken fremder Welten, die dir…

  • Wenn Herzen sich finden Wir gingen getrennt uns’re eigenen Wege, ohne ein Suchen, das keiner von uns pflegte. Kein Planen, kein Hoffen auf das, was geschieht – doch fand uns das Schicksal und sang unser Lied. Sonor und beruhigend bricht es das Schweigen, lässt klugen Verstand mit Herzenswärme zeigen. Dein Humor lässt mein Herz tanzen…

  • Das zweite Herz Dein erster Blick fiel auf mein leises Wort, der zweite traf mein wartendes Gesicht. Ein Funke trug uns aus dem Alltag fort, getaucht in ein noch nie geseh’nes Licht. Ein warmes Sehnen hielt uns sanft umfangen, ein tiefes Spüren, das kein Wort beschreibt. Zwei Seelen, die den gleichen Weg gegangen, bis keine…

  • Im Schatten der Projektion Ich liebte deine Worte sehr, sie brachten Licht in meine Nacht. Nun wiegt mein Herz so bang und schwer, das einst vor Freude hat gelacht. Ich las das Bild, das ich mir schuf, in deine Zeilen blind hinein. Es war des eignen Schattens Ruf, im Du die Rettung zu erseh’n. Ich…

  • Herzblut: Die Anatomie des Verlusts Das Herz, das bricht, verweigert das Diktat, weil Tinte nicht den tiefen Schmerz benennt. Es wählt den stummen, roten Pfad, der sich als Spur ins weiße Laken brennt. Was man bespricht, verblasst im Zeitenlauf, die Worte weichen einer fahlen Spur. Doch bricht der inn’re Strom der Trauer auf, trotzt dieses…

  • Im Umriss der Stille Wenn sie ein Netz aus Silben webte, das leise durch das Dunkel rann, erschrak sie, wie ihr Inneres bebte, wenn ihr Gespräch mit sich begann. Es war der Ruf aus tiefen Schichten, der ungeliebte, alte Schmerz, den kein Verstand konnt’ je schlichten, er drückte tonnenschwer ihr Herz. Sie floh hinein in…

  • Im Labyrinth des Schweigens Wenn die Welt im Außen stumm verblasst, und der Pfad im Nebel sich verliert, trägst Du schwer an Deiner Zweifel Last, die Verstand und Wille jäh gefriert. Der Verstand baut Mauern aus Kritik, sucht im Gestern nach dem alten Schmerz. Er verstellt den ungetrübten Blick, und belügt das tief verängstigte Herz.…

  • Maskerade des Lobes Welch eine Lehre, dich zu kennen, Dein Stolz blickt kühn auf die Bilanz. Man möchte dich fast einzig nennen, im Schein von nackter Ignoranz. Trug deine Sippe schon vor Zeiten derselben Namen festes Band? Kamst du durch Kindheitstage dreisten mit einem Hammer in der Hand? Dir Recht zu geben wär‘ Verwegenheit, da…

  • Flügel aus Vergebung Getragen von des Windes sanftem Wehen, wie eine Feder leicht im Weltenraum, darf ich dem Fluss des Daseins übergehen, und loslassen, so wie ein schöner Traum. Wie eine Mutter, die ihr Kind entlässt, damit es frei auf eignen Wegen zieht, lös ich das Band, das mich im Gestern hält, bis auch der…

  • Die Brücke der Transzendenz Durch Wüsten, die im Schweigen ruhen, zog ich mit wundgelaufnen Schuhen, vorbei am Lärm der eitlen Welt, wo nur dein Blick mein All erhellt. Ich brach der Seele stolze Krone, auf dass ich blind im Opfer wohne. Gab jeden Halt, gab jeden Sinn, für einen Hauch von Nähe hin. Das Universum…

  • Die gläserne Hülle Gefangen in Schichten, in Hüllen aus Zeit, erzählt die Geschichte von Gestern das Heute. Wo ist die Vernunft, die vom Ich uns befreit. Das Gestern macht Morgen zur Beute. Ein Meer voller Leere, ein Sturm voller Geist, Gedanken, die singen, was niemals geschah. Wer ist dieses Wesen, das „Ich“ sich doch heißt?…

  • Der späte Schmerz Du brichst ihr Herz mit leichtem Sinn, gibst dich dem wilden Leben hin. Doch brennt das Feuer erst zu Asche, greift die Erinnerung in die Tasche. In einem stillen, fernen Moment, den dein Verstand noch gar nicht kennt, taucht ihr Gesicht vor dir wieder auf, und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Du…