Im Umriss der Stille

1 Minute

Wenn sie ein Netz aus Silben webte,
das leise durch das Dunkel rann,
erschrak sie, wie ihr Inneres bebte,
wenn ihr Gespräch mit sich begann.

Es war der Ruf aus tiefen Schichten,
der ungeliebte, alte Schmerz,
den kein Verstand konnt’ je schlichten,
er drückte tonnenschwer ihr Herz.

Sie floh hinein in Menschenmengen,
suchte im Außen Heil und Takt,
wollte die inn’re Leere sprengen,
in einem wilden Maskenakt.

Doch fremde Seelen spiegeln selten
das, was uns tief im Innern fehlt.
Projektionen stürzen, Welten brechen,
wenn man sich einsam durch sie quält.

Denn Nähe kann den Riss vergrößern,
wenn man das Eigne in sich flieht,
auf kalten, fremden Maskenplätzen,
wo kein Verstehen uns umgibt.

Das Schweigen zwischen zwei Gestalten
brennt heißer als der tiefste Raum,
wenn alte Traumata sich falten
und weben einen Angst-Alptraum.

Doch statt der Flucht vor ihren Schatten,
stieg sie hinab in ihr Verließ. Sie nahm
das Kind, das weint’, das matte in
den Arm, das sie so lange einsam ließ.

Aus klugen Silben, sanft und weise,
baut sie kein Bollwerk gegen Nacht,
sie baut ein Nest für jene Leise,
die nun versöhnt in ihr erwacht.

Der Schmerz ist nun kein wildes Meer
mehr, er ist der Grund, auf dem sie steht.
Kein starrer Turm, kein stummes Heer
mehr, ein sanfter Wind, der durch sie weht.

Die Einsamkeit verliert das Bittere,
die Zweisamkeit verliert den Zwang.
Im Einklang mit dem eig’nen Zittern
fand sie den ersten Lebensklang.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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