Das Licht unter dem Nebel Die Seele schreit, das Herz ist stumm, die Welt dreht sich bleischwer herum. Du trägst die Last, du suchst den Sinn, und fragst dich: wo führt das alles hin? Doch hör mir zu, verlier dich nicht: Dies ist ein Kapitel, noch nicht das Gedicht. Ein weicher Stoff, ein tiefes Atmen,…
Vom Mut des Loslassens! Ein leiser Abschied, schwer und sacht, das Licht verblasst, das uns erhellt, was gestern uns noch glücklich macht, entgleitet nun der eignen Welt. Man möchte halten, was man liebt, die Augenblicke fest umschlingen, doch was der Augenblick uns gibt, will in das Morgen weiterklingen. Zerreiß das Netz der alten Sorgen, vertrau…
Achtundsechzig Jahre – und noch immer nichtden Mut, zu sagen, was man fühlt, wenn mandem andern weh tut? Du schmückst dich mitdem Leben, mit dem Fest und dem Wein… doch hinter der Fassade bleibst du wortkargund klein. „Unbeschreiblich“ war gestern, heutist es nur kalt, dein Schweigen ist Waffenruhe,die in meiner Seele hallt. Wer wirklich liebt……
Vom Raum zwischen den Zeiten Die Welt wird still, das Licht wird weit, es weicht, was war, aus dieser Zeit. Manch Abschied fühlt sich schwer und leer, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch was dich verlässt, was von dir geht, ist nur der Wind, der Altes weht. Es ist kein Strafen, kein Verlust, nur…
Heute, am 4. Mai nun wirst du achtundsechzigJahr’, ein Alter, das mal voller Stolz und Ehrewar. Doch was sind Zahlen wert, was zähltein stolzes Wort, wenn du es brichst und… gehst einfach wortlos fort? „Unbeschreiblich“so nanntest du das Gefühl zu mir, doch seitJuni führt kein Weg mehr zu deiner Tür. EinJahr der Stille, ein Jahr,…
Heimkehr zu mir Das Leben fordert, drängt und treibt, stellt Hürden in die Bahn, und was an Mühsal übrig bleibt, fängt stets von vorne an. Der Alltag lärmt, die Stunde flieht, man rennt im fremden Takt, bis man das Licht im Innern sieht, das leise sich entpackt. In meines Herzens tiefstem Grund kehrt sanft der…
Mai-Sonne, Juni-Frost Achtundsechzig Jahre zählt nun deine Zeit, am vierten Mai wär’s für ein Fest bereit. Man sagt, das Alter schenke Weisheit und Verstand, doch du zogst… dich zurück in ein namenloses Land.„Unbeschreiblich“ war die Liebe, so hast du es genannt, doch seit letztem Juni bist du wie weggebrannt. Ein ganzes Jahr fast herrscht nun…
Der Verrat Nicht das Eisen tief im Fleisch, nicht das Blut- das langsam kreischt, nicht der Schmerz, der Dunkel lacht- ist es was dein Ende macht. Du atmest ein, du atmest aus. Das Blut tropft langsam aus dir raus. Doch etwas zerrt dich in den Bann, wer war es? Wer tat dir das an? Ein…
(übersetzt: das wieder in die richtige Position setzen, bis es stimmig für alle ist. Diese Praxis heißt Ho’oponopono. Sie stammt aus einer alten hawaiianischen Heiltradition. Über Jahrhunderte wurde sie von Heilern, den Kahunas, genutzt, um Konflikte in Familien zu lösen und Harmonie in Gemeinschaften wiederherzustellen. Nicht als bloße- oft stundenlange Zeremonie. Sondern wie eine präzise…
Die Liebe findet dich Suche nicht nach dem Glück der zwei, denn Liebe ist von Jagd stets frei. Der Mensch, der wirklich zu dir passt, kommt ohne Zwang und ohne Hast. Kein Jagen hilft, kein Flehen nützt, wenn man das Herz zu sehr beschützt. Denn wer für dich bestimmt, mein Freund, hat nachts denselben Traum…
Er meldet sich tagelang nicht. Kein Lebenszeichen, keine Nachfrage, kein echtes Interesse spürbar. Und dann taucht er auf mit einem lockeren „Na, alles klar bei dir?“ Schick ihm da Kurzatmigkeit, Fragezeichen im Kopf, ein flaues Gefühl im Bauch. War ich ihm die ganze Zeit egal? Bin ich nur gut für zwischendurch? Genau hier liegt der…
Leeres Echo Ich stehe dort, wo Wege enden, im Niemandsland der Zeit. Mit leeren, aufgerauten Händen, und Tränen, die nach Gestern schrei’n. Der Wind… weht kühl durch meine Risse, die niemand sieht und keiner kennt. Es sind die stummen Finsternisse, in denen man sich selbst verbrennt. Ein jeder Schritt auf neuem Boden fühlt sich wie…
Gelebte Zeit Die Tage eilen, fremd und geschwind, als wären wir Geister, die namenlos sind. Wir haben geschafft, wir haben getan, doch zog das Leben nur nebenan? Ein Uhrwerk nur, das rastlos schlägt, das Pflichten häuft und Lasten trägt. Doch wo war das Fließen, der tiefe Sinn, wo gab man sich ganz dem Momente hin?…
Der stille Beobachter Im Lärm der Welt, im Drang der Zeit, da herrscht der Geist, der nach Struktur oft schreit. Der Verstand, er plant, er rechnet, wiegt, während das Ego gern am Ende siegt. Es will die Macht, den Glanz, den Schein, und fürchtet stets, nicht gut genug zu sein. Das Herz schlägt wild, ein…
Die Frau, die ich nun liebe Ich sah sie einst mit hartem Blick, stieß sie ins Dunkel, schritt zurück. Ich nährte Lügen, gab ihr keine Kraft, und hielt sie unfassbar klein in ihrer Leidenschaft. Ich ließ es zu, dass man sie brach, und hörte stumm, was Bosheit sprach. Ich zwang sie, Schlachten für die Welt…
Wenn Du denkst_ du kannst nicht mehr! Wenn das Licht der Lampe leise schwindet, und man kaum den Weg im Dunkeln findet, wirfst du sie nicht weg, du bleibst ihr treu, schenkst ihr frische Zellen, machst sie neu. Doch wenn ein Mensch im Trüben steht, und ihm die Kraft zum Leuchten fast vergeht, warum dann…
Wenn die Lunge bricht Was keine Autoimmun-Krankheit schaffte, ist das, was nun die Lunge raubt. Ich huste mir die Seele aus, vom Schmerz der Sinne fast beraubt. Ich werde wach zu jeder Stunde, doch du schläfst tief, bist ungerührt. Du schnarchst vor laut vor dich hin, Runde um Runde, während mein Körper … den Abgrund…
Mittagsglut In weißer Glut das Feld erstarrt, ich halte hier die heiße Wacht. Mein Geist, an deine Spur verharrt, sucht dich in goldner Mittagspracht. Der Himmel, den ich dir geweiht, stirbt stumm in flimmernd blauem Licht. Wo weilst du in der Einsamkeit? Gedenkst du mein? Ich weiß es nicht! Die Rose beugt das müde Haupt,…
Der Bildhauer der Seele Wir hetzen durch die Zeit, auf fernen Spuren, als fehlte uns zum Glück ein letztes Stück. Wir jagen Zielen nach und blicken auf die Uhren, und lassen dabei uns selbst oft weit zurück. Doch vielleicht ist Werden gar nicht unser Ziel, kein Turm, den man aus fremden Steinen baut. Vielleicht ist…
Das Erbe des Überlebens Sie lehrten uns das Rennen, doch nie das Stehen-bleiben, sie zeigten uns das Kämpfen, doch nie das sanfte Meiden. Ihr Erbe war das Echo von Hunger, Angst und Not, ein Handbuch für das Wetter, doch kein Segel für das Boot. So kauften wir die Häuser und bezahlten brav die Pflicht, doch…