Zweimal geliebt Zuerst ist da das helle Licht, das Lachen und das innere Glück. Man liebt das strahlende Gesicht, schaut nach vorn, nicht zurück. Es ist die Liebe, die einfach geschieht, wie ein Lied, das durch den Frühling zieht. Leicht und perfekt, ohne Müh’ und Not, ein ungetrübtes Morgenrot. Doch wenn der Alltag Schatten wirft,…
Wahl statt Besitz Sein Lächeln ist hell, seine Welt ist weit, umgeben von Schönheit und Geselligkeit. Doch wo andere Mauern aus Ängsten bauen, ruht sie im tiefen, stillen Vertrauen. „Hast du keine Angst?“, wird sie oft gefragt, wenn eine andere Frau nach seinem Herzen jagt. Sie schüttelt den Kopf, ihr Blick bleibt klar, als ob…
Das wahre Geschenk Schmetterlinge im Bauch, das kennt man sehr, doch dieses Gefühl ist so unendlich viel mehr. Es wuchs aus dem Kleinen, ganz still und ganz sacht, hat Weite und Freiheit in mein Leben gebracht. Liebe fragt nicht, Liebe klagt nicht, sie fordert dich nicht und sie zerstört nicht. Sie ist freiwillig, auf Gegenseitigkeit…
Die Sprache meines Herzens Die Sprache meines Herzens bleibt verborgen, wer übersetzt mir ihre Hieroglyphen recht? Ich sehne mich nach einem neuen Morgen, doch deine Worte sind mir fremd und schlecht. Du sprichst von Liebe, willst mich treu beschützen, wie ein Mentor, der mich väterlich umfängt. Ich seh’ die Funken deiner Seele blitzen, doch spür’…
Das Lied von Flut und Sternen Zwei Leben, die an einer Liebe brennen, wird grenzenloser Schmerz dereinst entzweien. Wer lernt, das Dasein ohne Lieb’ zu nennen, wird sein Gelebtes kalt dem Staub weihen. Ein Körper wandelt stumm durch graue Gassen, vom eigenen Pulsschlag nur noch matt betrogen, vom wahren Sinn des Werdens ganz verlassen, da…
Bis du mein Rufen hörst Die Nacht neigt sich, das Himmelszelt erwacht, ich greif’ hinein und teile meine Welt. Ein jedes Licht, das uns im Dunkeln wacht, ist nur für dich, wenn dir mein Wort gefällt. Sag es mir leis’, wag’ nur den ersten Schritt, mein ganzes Leben geht dann mit dir mit. Ich teile…
Die schwerste Reise Wo Worte stumm am Ufer stehen, weil jedes Sprechen schier zerbricht, müssen wir leise Wege gehen, hinein ins allerletzte Licht. Es schweigt die Welt in diesen Stunden, der Lärm des Alltags zieht vorbei, wir sind im Schmerz zutiefst verbunden, und alles Hoffen wird zu Blei. Die Zeit hält ihren Atem an, die…
Projektion der Seele Es flieht das Herz so leicht im lauten Treiben, sucht neue Nähe, Fremdes, das beschwichtigt. Wie schwer ist es, im eigenen Raum zu bleiben, wo sich der Blick auf das Verdrängte richtet. Doch genau dort, wo alte Masken brechen, beginnt der Weg, der uns im Tiefsten wandelt. Wo wir das Schweigen mit…
Der Sinn im Schmerz Wenn mich die graue Stille fängt, lehn’ ich mich sanft im Dunkeln zurück. Dort, wo die Trauer schwer bedrängt, such’ ich den feinen Keim vom Glück. Ich weiß, dass auch im tiefsten Leid ein guter Kern verborgen ruht, dass nach der schwärzesten Geleit das Licht dem Auge wieder gut. Man lernt…
Die Dialektik des Glücks Der Bund geschlossen, doch der Geist gefangen, wo Pflichten stumm an einer Seele bangen. Es webt die Frau das unsichtbare Sein, schenkt Raum und Leben – und bleibt selbst im Schatten allein. Sie gießt das Licht auf des Gefährten Bahnen, der glücklich ruht, ohne ihr Leid zu ahnen. Ein stummes Opfer,…
Das unsichtbare Band Ein Ring am Finger, ein Versprechen schwer, wiegt oft für eine Frau als Last so sehr. Sie fängt die Tränen, baut das Nest so warm, und trägt die Welt auf ihrem müden Arm. Der Mann gedeiht im Schutz von ihrer Kraft, die still und leise Raum für ihn erschafft. Er blüht im…
Der eigene Wert Treuebruch ist seine Wahl, nicht meine Last, nicht meine Pflicht. Wer das riskiert, was uns verband, der blickt mir nicht mehr ins Gesicht. Ich suche nicht nach Spur und Schein, will kein Detektiv im Bunde sein. Kein Kontrollblick, kein Verdacht, der mir die eigne Ruhe bricht. Weil ich um meinen Wert wohl…
Das Echo der Stille Ein schönes Wort ist schnell geliehen, im hellen Licht der fremden Pracht, wo bunte Rollen Masken ziehen, und man für Applaus ein Lächeln macht. Auch gute Taten sind oft Bühnen, auf denen eitle Sehnsucht brennt, um sich vor Fremden zu versöhnen, die man beim Namen kaum benennt. Doch wenn der Vorhang…
Der Spiegel des Ozeans Wer nur im Netz der Lüge webt, und Masken trägt vor seinem Geist, der hat das Leben nie gelebt, das wahre Nähe uns verheißt. Ein falscher Mann wird nie verstehn, was eine echte Frau berührt, weil Lügen blind im Kreise gehn, wo Ehrlichkeit zum Lichte führt. Sie trägt ihr Herz im…
Wenn Worte schweigen Ein Name, der wie Honig fließt, ein Schwur, der schnell im Wind zerfließt, ein Dach, das man sich flüchtig teilt, solang der Rausch im Herzen weilt… all das ist Maske, Schein und Rauch, ein leerer, ungelebter Brauch. Denn Worte sind oft nur Fassade, ein Spiel auf schmalem, falschem Pfade. Sie trösten das…
Der Griff ins Gestern Die Hand schließt sich um scharfes Glas, das Fleisch zerbricht, die Wunde klafft. Kein Mensch hält fest, was ihn verletzte, weil uns der Schmerz den Instinkt schafft. Man lässt es fallen, weicht zurück, beschützt die Haut, den Augenblick. Doch blickt man in die Seelenwelt, wo unsichtbares Glas uns schneidet… da zeigt…
Der eigene Wert Lass die Zügel los und lass ihn gehen, du musst nicht wach an seiner Seite stehen. Lass ihn schreiben, treffen, wohin er mag, vertrau dem Lauf und fürchte nicht den Tag. Denn seine Freiheit zeigt dir sein Gesicht: Entweder wahrt er euer Bindungslicht, oder er bricht, was ihr euch aufgebaut, weil er…
Das Fass ohne Boden Du warst da, mit off’nen Armen, voll Liebe, Güte und Erbarmen. Du hast gekämpft, du hieltst mich fest, doch ich war flüchtig wie der Rest. Ich suchte Licht in fremden Blicken, um mein zerbroch’nes Ich zu flicken. Ein neues Kribbeln, fremde Reize, weil ich mit mir im Innern geizte. Ich war…
[Das leise Gehen Du liegst bei ihm, das Zimmer ist schwer und still, doch tief in dir ist das, was deine Seele will. Er schläft den Schlaf der sicheren Gewissheit, während dein Geist die Fesseln bricht und zerreißt. Es ist kein Mensch, für den dein Herz jetzt schlägt, es ist die Welt, die nur dein…
Leise Nähe Sie klopft nicht an, sie fordert nicht, sie braucht kein grelles Rampenlicht. Sie setzt sich einfach still dazu und mit dem Atem kommt die Ruh’. Kein Feuerwerk, kein großes Wort, nur sanftes Bleiben an dem Ort, wo Blicke einen Herzschlag säumen und wir von nichts als Gegenwart träumen. Ein Lachen über Kleinigkeiten, ein…