Der kalabrische Winter war kein sanftes Schneegestöber, sondern ein ehrlicher, rauer Rausch. Wenn der Scirocco den Salzwind des Tyrrhenischen Meeres gegen die steilen Tuffsteinklippen peitschte, roch die Altstadt von Tropea nach nasser Erde, verbrannten Olivenhölzern und den letzten, schweren Zitronen des Jahres. Für Adriana war dieser Winter eine Festung. Vor zwei Jahren war sie aus…
Für alle Menschen,die auch in dunklen Zeitennoch an das Licht glauben. Und für jene,die wissen, dass Zuhausemanchmal kein Ort, sondern ein Gefühl ist. Vorwort: Weihnachten war für mich schon immer mehr als ein Datum im Kalender. Es ist dieses besondere Gefühl, wenn die Welt für einen Augenblick leiser wird. Wenn Lichter in den Fenstern brennen,…
1. Die verfeinerte Autorenbiografie (Für BoD & Buchrückseite) Über die Autorin Stella Schuhr ist eine mediterrane Seele. In Bjelovar in Kroatien geboren, trägt sie die Wärme und das Licht des Südens tief in ihrem Herzen – und den Traum, eines Tages im malerischen Kalabrien zu leben und zu schreiben. Ihr kroatischer Geburtsname Zvjezdana bedeutet „die…
Weihnachten in den SeelenweltenGeschichten vom Licht, das uns berührt und schließlich nach Hause führt. Haben Sie als Kind auch die Magie weihnachtlicher Geschichten geliebt? Dieses Gefühl von Geborgenheit, wenn draußen die Welt zur Ruhe kommt? In ihrem neuen Werk nimmt die Autorin und Künstlerin Stella Schuhr Sie mit auf eine ganz besondere literarische Reise. Abseits…
Der Heiligabend in dem kleinen Küstenort war eisig. Clemens stand allein am Fenster seines alten Hauses und blickte hinaus auf die Nordsee. Das Wasser lag da wie ein stummes, tiefes Wellenheer, dunkel und unendlich. In seinem Inneren sah es genauso aus. Früher war Clemens ein Mann voller Leidenschaft gewesen. Er hatte die Malerei geliebt, das…
Der Schnee lag wie eine schwere, schützende Decke über den Hügeln von Kapela, als der weiße Mercedes-SUV die letzte Kurve vor der Stadtgrenze passierte. Schon beim Einfahren nach Bjelovar stockte Stella der Atem. Die Stadt glich einem lebendigen Wintermärchen. Von Laterne zu Laterne, über die gesamte Straße hinweg, waren kunstvolle Seile gespannt, an denen tausende…
Widmung Für alle eigenständigen, starken Seelen, die kein stummes Verschmelzen suchen, sondern das Glück auf Augenhöhe. Und für den Menschen, der meine Kirsche auf der Torte ist. Der warme Wind der Adria peitschte den Regen durch die Gassen von Urbino. In der Küche von Nonna Francesca – Ritas temperamentvoller Großmutter – brodelte ein riesiger Topf…
Der Winterwind fegte eisig durch die engen, kopfsteingepflasterten Gassen von Varenna am Comer See. Es war der einundzwanzigste Dezember. Während die Fenster der Nachbarn in warmem Gold erstrahlten und der Duft von gerösteten Kastanien durch die Luft zog, saß die 28-jährige Stella in der kleinen, abgedunkelten Schneiderwerkstatt ihres Großvaters. Vor drei Wochen hatte Matteo seine…
Ein stummes Wort im Seewind Ein kalter Winterwind peitschte die Wellen gegen die Klippen von Positano. Am Nachmittag des 24. Dezembers waren die steilen, bunten Gassen, die sich sonst im Sommer vor Touristen drängten, still und verlassen. Während unten im Hafen die Fischer ihre Boote sicherten, herrschte in Sofias (61) kleiner Bottega hoch oben am…
Der Schneesturm peitschte durch die Häuserschluchten, als Laurenz die schwere Eichentür der Kanzlei hinter sich ins Schloss warf. In seiner Aktentasche: der unterschriebene Senior-Partner-Vertrag. Mehr Geld, mehr Macht. Auf seinem Smartphone befanden sich 24 ungelesene Nachrichten. Eine davon war von Helena, seiner Verlobten: „Glückwunsch, Schatz! Der Champagner für die Party morgen steht kalt. Jetzt können…
Der eisige Wind peitschte den Schnee über die Gleise des kleinen, abgelegenen Bahnhofs von St. Christoph. Es war der späte Nachmittag des 24. Dezember. Der Regionalzug, der eigentlich die letzten Pendler nach Hause bringen sollte, stand mit einem dumpfen Zischen auf Gleis zwei. Wegen eines schweren Schneebruchs auf der Strecke ging es nicht mehr weiter.…
Der Schnee fiel in dichten, lautlosen Flocken auf das beleuchtete Schild der Gemeinschaftspraxis in der Altstadt. Drinnen roch es nach Desinfektionsmittel, Kaffee und der Kälte, die die letzten Patienten am Morgen mit hereinbrachten. Dr. Stefan Lindner (62) saß allein an seinem Schreibtisch. Seine Hände, die jahrzehntelang Diagnosen notiert und Menschen geheilt hatten, hielten eine leere…
Die Gassen des Bergdorfs San Giovanni waren zur Weihnachtszeit erfüllt vom Duft gerösteter Mandeln, Orangenschalen und frischem Panettone. Maurizio stand in seiner kleinen Webwerkstatt. Seine Hände strichen über ein unfertiges Tuch aus silbergrauer Wolle. Seit dem Frühjahr fühlte sich sein Inneres an wie eine leere Webstube. Maurizio trug eine schwere Last mit sich. Seine Frau…
Der Wind peitschte den Schnee gegen die Scheiben der alten Dorfbäckerei, doch drinnen brannte nur noch ein einziges, schwaches Licht. Franziska stand am hölzernen Arbeitstisch. Ihre Hände waren tief im Mehl vergraben, obwohl die Öfen längst kalt waren. Die Betriebsamkeit des Weihnachtsabends war vorbei. Die Dorfbewohner saßen längst in ihren warmen Stuben, doch Franziska konnte…
Der Wind peitschte den Schneeregen gegen die Fensterscheiben von Carens kleiner Wohnung. Es war der 24. Dezember. Während die Stadt im festlichen Glanz versank, saß Caren am Küchentisch. Vor ihr lag ein handgeschriebener Brief von Romano. „Ich verspreche dir, dieses Weihnachten wird alles anders. Ich liebe dich. Ich bin pünktlich um sechs da.“ Es war…
Die Altbauwohnung roch nach Zimt, teurem Parfüm und einer Perfektion, die Simone den Atem nahm. Peter stand am Fenster, ein Glas Champagner in der Hand, und sprach mit dieser samtweichen Stimme, die Simone einst für ein Zuhause gehalten hatte. Er redete über seine Pläne, über die Kunstgalerie, über ihre gemeinsame Zukunft, die er wie ein…
Die Wintersonne versank wie eine glühende Orange im Tyrrhenischen Meer. Sie tauchte die pastellfarbenen Häuser von Scilla, einem uralten Fischerdorf an der kalabrischen Küste, in ein warmes, goldenes Licht. Der Duft von frischen Bergamotten und reifen Zitronen lag in der salzigen Abendluft. Es war der Tag vor Heiligabend. In den engen, treppenreichen Gassen von Chianalea,…
Der eisige Dezemberwind jagte Marco durch die festlich beleuchteten, aber unpersönlichen Flure des gläsernen Bürogebäudes. Seine Schritte hallten stumm auf dem Marmor. In seiner Hand hielt er den neuen Vertrag: Partner der Kanzlei. Die nächste kalte Krone seiner Karriere. „Nur noch dieses eine Projekt, Marco“, hatte er jahrelang zu sich selbst gesagt. „Dann hast du…
Der Duft von gebrannten Mandeln und schwerem Eisen Der Schnee schluckte die Geräusche der Stadt, doch im Inneren des Antiquariats „Cassandra“ schien die Stille eine ganz andere Qualität zu haben. Es war der Abend des 23. Dezember. Draußen eilten Menschen mit vollgepackten Tüten vorbei, getrieben von der hektischen Pflicht des Festes. Drinnen saß Gerald hinter…
Ein Abend voller Frost Der Duft von Zimt und Tannennadeln lag schwer im Wohnzimmer, doch die Luft zwischen Liane und Julius war eisig. Es war Heiligabend. Auf dem Tisch brannte die vierte Kerze, hell und warm, ein scharfer Gegensatz zu Julius’ Stimme. „Du ruinierst jedes Fest, Liane“, sagte er, ohne sie anzusehen. Er rückte die…
Der Wind trieb an diesem Jupitertag dicke Schneeflocken durch die engen Gassen der Altstadt. In der kleinen, warmen Werkstatt von Nathan roch es nach Bienenwachs, Zimt und altem Holz. Er war Geigenbauer, ein Mann der leisen Töne. Nathan hatte den Betrieb von seinem Großvater übernommen. Jeder Hobelschlag war für ihn damals schon Meditation. Seit Monaten…
Der Wind trieb feine Schneeflocken gegen die Fensterscheiben des kleinen Antiquariats am Marktplatz. Drinnen war es kühl, fast so kalt wie die Winternacht draußen. Martin saß am massiven Eichentisch, umgeben vom fahlen Licht einer einzelnen Lampe. Vor ihm lagen die Kassenbücher des Jahres. Goldene Zahlen waren es nicht. Doch es war nicht die Sorge um…
Der Wind trieb dichte Schneeflocken gegen die Scheiben des großen Forsthauses, doch drinnen verflog das Schweigen in einem warmen, lebendigen Stimmengewirr. Max und Hanna brauchten keine Kirche, um gläubig zu sein. Sie brauchten keinen Pfarrer, der ihnen von Liebe und Barmherzigkeit predigte – sie lebten diese Werte jeden einzelnen Tag, indem sie sich bedingungslos um…
Der Heilige Abend lag über der Stadt, doch im Wohnzimmer der Bergers herrschte klirrende Kälte. Nicht, weil die Heizung gestreikt hätte. Es war die Stille. Eine Stille, die Daniel wie ein Donnerhall in den Ohren dröhnte. Auf dem Küchentisch lag nur ihr Ehering. Daneben ein Zettel mit zwei Worten: Ich gehe. Daniel starrte auf das…
Der Schnee fiel in dichten, schweren Flocken auf die Windschutzscheibe, als Steven den Motor ausschaltete. Neben ihm saß Jana, ihre Finger hielten die Hand ihrer sechsjährigen Tochter Mila so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten. Vor ihnen lag das hell erleuchtete Elternhaus von Steven – das Haus, in dem er seine Kindheit verbracht hatte. Ein…
Das kleine Bergdorf Tiefenwald schmiegte sich wie ein vergessenes Nest in ein enges, verschneites Tal, umgeben von majestätischen, tiefgrünen Wäldern. Klaus’ Werkstatt lag ein wenig abseits am Dorfrand, direkt am Fuße eines sanften Hügels. Es war ein altes, wettergegerbtes Gebäude aus massivem Lärchenholz. Der Duft von frischen Kiefernspänen, Bienenwachs und dem rauchigen Holzofen im Inneren…
Der Schnee schluckte jedes Geräusch, als Jasmina die alte Holztür zum Gewächshaus öffnete. Drinnen roch es nach feuchter Erde, vertrocknetem Thymian und Kälte. Sie zündete eine kleine Laterne an. Ihr Licht fing die tanzenden Staubkörner in der Luft ein. Jasmina setzte sich auf eine umgedrehte Holzkiste. Sie zog die Knie an die Brust. Draußen, im…
Der Schnee lag wie eine dicke, schweigende Decke über der kleinen Stadt, als Markus die Tür seines Antiquariats abschloss. Er war ein Mann mit wachen, gütigen Augen, in denen sich die Geschichten von tausend gelesenen Büchern widerzuspiegeln schienen. Für die Menschen in der Nachbarschaft war er seit Jahren ein Fels in der Brandung. Doch am…
Der Duft von Zimt, gebrannten Mandeln und Tannengrün lag über dem kleinen Weihnachtsmarkt, doch für Marietta fühlte sich die Welt an wie aus dickem Glas. Ein stummer, schmerzhafter Orkan tobte in ihrer Brust. Sie starrte auf ihr Telefon. Eine Nachricht von Stefan. „Ich liebe dich, Schatz. Bin spät dran. Wartest du am Brunnen?“ Es war…
Der Wind trieb dicke, weiße Flocken durch die engen Gassen der Altstadt. Es war Heiligabend. Während überall in den Fenstern die Kerzen erstrahlten, herrschte im Dachgeschoss des großen Logistikunternehmens „Vogel & Söhne“ eisige Stille. Christian Vogel stand am Fenster, das Telefon ans Ohr gepresst. Seine Augen fixierten die leuchtenden Zahlen auf dem Monitor. „Wir müssen…
Der Hamburger Dezemberwind drückte den kalten Regen gegen die Fensterscheiben von Bellas Wohnzimmer. Sie saß am weissen, rechteckigen Chippendale-Esstisch, welcher mit einem wunderschönen mediterranen Weihnachtsgesteck geschmückt war. Um ihn herum standen acht weiße gepolsterte Stühle mit hohen Rückenlehnen. Vor Bella stand eine große Tasse mit Cappuccino. Es war der Tag vor Heiligabend. Wie jeden Tag…
Es war kein lauter Knall gewesen. Kein bitterer Streit und kein Betrug. Ihre Trennung war ein leises, schleichendes Entfremden. Über die Jahre hinweg hatten Marina und Robert verlernt, sich gegenseitig wirklich zu sehen. Jeder lebte in seiner eigenen Welt, und am Ende war da nur noch ein stummes Auseinanderleben. Als sie den Schlussstrich zogen, fühlte…
Der Duft von Zimt, Tannengrün und gebrannten Mandeln lag schwer über dem Marktplatz von Altenbrück. Überall lachten Menschen, schoben sich dicht gedrängt an den hell erleuchteten Holzbuden vorbei und tranken heißen Punsch. Es war der Abend des vierzehnten Dezembers. Mitten in diesem bunten Treiben stand Nick. Er trug einen dicken, grauen Mantel, hatte die Hände…
Der Duft von gebrannten Mandeln und Tannengrün lag über dem Marktplatz von Winterberg, doch in der kleinen Glasbläserwerkstatt blieb es dunkel. Drinnen saß die 34-jährige Greta an ihrer Werkbank. Vor ihr stapelten sich farblose Glaskugeln – perfekt gearbeitet, aber ohne Glanz. Seit Jahren fertigte Greta nur noch schlichten Weihnachtsschmuck. Früher war sie für ihre „Seelenkugeln“…
Es war Heiligabend. Der Wind peitschte eisigen Regen gegen die Fensterscheiben des kleinen Uhrmacherladens von Paul. Eigentlich sollte heute Schnee liegen. Eigentlich sollten die Glocken feierlich klingen. Doch der Himmel weinte graue Tränen. Paul saß an seiner Werkbank, den Kopf in die Hände gestützt. Vor ihm lag eine kostbare, alte Spieluhr. Sie gehörte der kleinen…
Der kalte Dezemberwind trieb dicke Schneeflocken durch die Gassen von Weidenbach. Die Schaufenster glänzten im warmen Schein der Lichterketten, und die Menschen eilten lachend, schwer bepackt mit bunten Geschenkpaketen, aneinander vorbei. Mittendrin stand Michael. Er spürte die Kälte nicht nur auf den Wangen, sondern bis tief in seiner Seele. Michael war Ingenieur. Er baute Autos.…
Der Wind peitschte den trockenen Pulverschnee durch die engen Gassen der Altstadt. Es war der einundzwanzigste Dezember. Überall leuchteten die Fenster in warmem Gold, und Menschen eilten mit bunt verpackten Paketen aneinander vorbei. Sie lachten, trugen glitzernde Taschen und verloren sich im funkelnden Schein des Weihnachtsmarktes. Mittendrin stand Helena. Sie zog den Kragen ihres Mantels…
Der Wind peitschte den eisigen Schnee durch die engen Gassen von Altenbrück. Es war Heiligabend. Während überall in der Stadt die Fenster in warmem Glanz erstrahlten und das Lachen von Familien durch die Straßen hallte, blieb ein einziges Gebäude am Marktplatz vollkommen dunkel: die alte Werkstatt von Johann. Johann starrte auf das weiße Papier. Er…
Für Elisa fühlte sich dieser Dezember an wie eine Ewigkeit aus Eis. Die Worte des alten Gedichts, das sie einst in einem staubigen Buch gefunden hatte, waren zu ihrer bitteren Realität geworden: „Ohne dich erbleicht das Feld, weit und leer wird mir die Welt.“ Nach einer schmerzhaften Trennung im Spätherbst, bei der ihr klar geworden…
Draußen tanzten die Schneeflocken wild um die Kuppel des Petersdoms, doch in Marios kleiner Altstadtwohnung in Rom schien die Zeit stillzustehen. Alles war bereit für den Heiligen Abend. Auf dem Tisch stand eine edle, handgegossene Kerze – unberührt und kalt. Daneben lag ein schwerer Flakon aus geschliffenem Kristall, der einen kostbaren Duft gefangen hielt. Mario…
Der weihnachtliche Ball der Agentur war ein Meer aus glitzernden Kleidern, Champagnergläsern und lautem Lachen. Julian stand am Rand der Tanzfläche, im perfekten Smoking, das Glas erhoben. Er funktionierte, lächelte und spielte die Rolle des erfolgreichen Mannes. Doch in Wahrheit trieb er nur hilflos mit dem Massenstrom mit. Er spürte eine tiefe, winterliche Kälte in…
Elias war genau zehn Minuten älter als seine Schwester Selina. Schon als Kleinkinder im kleinen Bergdorf teilten die beiden eine unsichtbare, aber unerschütterliche Verbindung. Elias war der ruhige Pol, der Beobachter, der die Welt in Linien und Formen wahrnahm. Selina hingegen war ein kleiner Wirbelwind. Sie brachte das Leben zum Tanzen, dachte sich ununterbrochen Geschichten…
Das Feuer im Kamin knackte laut, und für einen kurzen Moment wollte Thomas einfach nur schreien. Seine Wut war vorhin wie ein wilder Sturm durch das Wohnzimmer gefegt, als er den Brief des Architekturbüros gelesen hatte. Das Projekt, in das er sein ganzes Herzblut, unzählige Nächte und all seine Ideale gesteckt hatte, war kurz vor…
Draußen tanzten die ersten dicken Schneeflocken im Wind und verwandelten Hamburg in ein glitzerndes Winterwunderland. Drinnen in der gemütlichen Wohnung roch es nach Zimt, Tannengrün und frisch gebackenen Plätzchen. Für die kleine Lilly, die mit ihren 3,5 Jahren und ihren platinblonden Haaren aussah wie ein zuckersüßer kleiner Weihnachtsengel, war dies der schönste Ort der Welt.…
Der Wind peitschte eisige Flocken gegen das Fenster der kleinen Hütte hoch oben auf den Klippen. Das Holz der Fensterrahmen ächzte unter den Böen, ein vertrautes, fast klagendes Geräusch. Unten im Tal funkelten die Lichter des Dorfes, warm und einladend, bereit für den Weihnachtsabend. Doch hier oben saß Angelo allein im Halbdunkel. Auf dem schweren…
In dem kleinen Bergdorf Silberthal stand die Zeit im Winter still. Wenn der Frost kam, legte sich eine lähmende Stille über das Tal. Die Jungen zogen weg in die Städte, die Touristen blieben aus, und die sozialen Medien des Dorfes schwiegen. Im obersten Stockwerk der alten, umgebauten Uhrenmanufaktur – die Jolas zu einem modernen Atelier…
Der Wind peitschte die eiskalten Ostseewellen gegen die Hafenmauer von Alt-Sande, als Erik die alte Petroleumlampe am Fenster entzündete. Es war der vierundzwanzigste Dezember. Draußen tanzten dicke Schneeflocken im fahlen Licht der Straßenlaternen, während die See wie ein unruhiges Tier gegen die Holzstege schlug. Drinnen im Hafenmeisterhaus war es warm. Es duftete nach Zimt, frischem…
Im festlich erleuchteten Speisezimmer des alten Herrenhauses roch es nach Zimt, schwerem Entenbraten und teurem Wein. Es war Heiligabend. Das Licht der silbernen Kerzenleuchter brach sich in den geschliffenen Kristallgläsern und warf tanzende Schatten an die holzgetäfelten Wände. Am Kopf der langen Tafel, flankiert von schwerem Damast und dem Erbsilber der Familie, saß Leonore. Die…
Der Tiefenstrom der Heilung Isabellas Leben war jahrelang eine perfekt durchtaktete Choreografie aus Leistung und Pflicht. Als leitende Projektleiterin in einer expandierenden Agentur war ihr Alltag von Deadlines, Meilensteinen und Excel-Tabellen bestimmt. Sie funktionierte wie ein Schweizer Uhrwerk. Ihr innerer „Zensor“ – diese unbarmherzige Stimme in ihrem Kopf – flüsterte ihr unaufhörlich zu, dass ihr…
Das Klirren des schweren Silberbestecks auf dem Meissener Porzellan war das einzige Geräusch, das den Speisesaal erfüllte. Es war ein Rhythmus, den Jonas seit seiner Kindheit kannte. Präzise, kalt, unerbittlich. Er saß am langen Eichentisch, genau in der Mitte, gefangen zwischen den Generationen. Im Zentrum des Tisches prachtvoll arrangiert: die Weihnachtsgans, perfekt drapiert, umgeben von…
Was passiert eigentlich, wenn Gedanken nachts nicht schlafen wollen, sondern lieber auf einer Hirnmatratze Purzelbäume schlagen?Dann entstehen Sätze über das Leben, die Liebe, den ganz normalen Wahnsinn, menschliche Abgründe, kleine Glücksmomente, große Erkenntnisse und all jene Dinge, über die man manchmal besser lachen sollte, bevor man sich darüber ärgert.In „Gedanken aus Dana Stellas Hirnmatratze“ versammelt…
Seelenwelten von Stella Schuhr.
Wenn Liebe nicht mehr heilen kann Es ist so leicht, auf fremde Schuld zu weisen und nur beim andern jeden Fehler zu sehn, während wir blind die eigne Schuld umkreisen und selbst als reine Unschuld dazustehn. Doch wie viel Schmerz erzeugen eigne Worte? Welch alter Schmerz wird dadurch neu entfacht? Vielleicht verschließen wir die letzte…
Frei nach der Beziehungs-Comedy von Mark Gungor. TEIL 1: Das Geheimnis der leeren Schachtel (Aus Sicht des Mannes) Das Gehirn des Mannes ist ein Schrank,voll Schachteln, sauber, blank und schlank.Für jedes Thema, groß und klein,gibt es ein eigenes Fach allein. Ob Auto, Arbeit oder Geld,er trennt es strikt in seiner Welt.Damit kein Kistchen je zerbricht,berühren…
Wenn Liebe nicht mehr heilen kann Es ist so leicht, auf fremde Schuld zu weisen und nur beim andern jeden Fehler zu sehn, während wir blind die eigne Schuld umkreisen und selbst als reine Unschuld dazustehn. Doch wie viel Schmerz erzeugen eigne Worte? Welch alter Schmerz wird dadurch neu entfacht? Vielleicht verschließen wir die letzte…
Seelenliebe Ein leises Flüstern in den dunklen Tagen, wenn Einsamkeit das müde Herz berührt. Zwei Seelen, die im gleichen Takte schlagen, weil eine unsichtbare Hand sie führt. Wir tauschen Briefe voller tiefer Sehnsucht, die heimlich nur im fahlen Licht erglühn. Sie suchen in der Nacht nach einer Zuflucht, wo zarte Knospen ohne Schmerz erblühn. Die…
Liebe ist eine Entscheidung Ein schönes Wort ist schnell gesprochen, ein Satz zieht leicht durch jeden Raum. So manches Versprechen wird gebrochen, und Liebe bleibt ein leerer Traum. Doch Liebe ist kein bloßes Sagen, sie ist kein Satz, den man vergisst. Sie ist die Wahl an allen Tagen, die zeigt, wie echt ein Mensch dir…
Weltenwanderer Im Schattenfall der Abendstunden, wenn leise jeder Lärm verhallt, wird jede Erdenlast entbunden, die tief im Herzen widerhallt. Ein Blick hinauf zum Weltenbogen, wo stumm der Weltenwächter wacht, die letzten Wolken sind verzogen und weben Schleier für die Nacht. Was uns hier band an Raum und Schwere, wird dort zu feinstem Sternenstaub, als ob…
Das Gefühl von Zuhause Ich suche keinen, der durch Größe glänzt, auch Wohlstand ist mir völlig einerlei. Kein Zwang nach Perfektion, die mich begrenzt, ich wünsche mir ein Herz, das echt und frei. Ein Mann, der meine Seele sanft beschützt, nicht nur den Körper vor der kalten Nacht. Der meinen Wert in jedem Moment stützt,…
Wenn mich jemand fragt, welche Art von Mann ich in meinem Leben möchte, werde ich nicht sagen, dass er groß sein muss. Ich werde nicht sagen, dass er reich sein muss. Ich werde nicht sagen, dass er perfekt sein muss. Ich werde sagen: Ich möchte einen Mann, der meine Gefühle beschützt, nicht nur meinen Körper.…
Herzgefüge Seit jenem Augenblick, der uns verband, geht meine Seele tief durch Träumerei. Ich such’ nach Worten, die mein Herz erfand, und lenke meine Sehnsucht sanft herbei. Ein süßer Zauber hält mich stumm gefangen, während ich bang auf jene Chance schaue. Vorbei ist nun das Zweifeln und das Bangen, weil ich nun fest auf deine…
Der leise Strom Was dich erfüllt, muss niemand sehen, kein fremder Blick muss es verstehen. In deinem Takt, in deinem Licht, bedarf die Wahrheit Zeugen nicht. Was tief in dir schon Wurzeln schlägt, nur der erkennt, der’s in sich trägt. Es blüht im Schatten, unbemerkt, von Einsamkeit und Mut gestärkt. Lass sie nur fragen, lass…
Ein goldner Strand, ein tiefes Blau,im Heimatland die Morgenschau.Der Duft von Pinien, warmes Licht,durch das die alte Sehnsucht bricht. Kein Schritt zu weit, kein Weg zu lang,ringsum der Grillen heller Klang.Das Herz wird weit, die Seele ziehtdorthin, wo Fernweh Heimat sieht. Kalabrien ruft. Das einfache Glück.Ich sehne mich so sehr dahin zurück,wo Menschen lieben, lachen,…
Warum vermisst du manchmal einen Menschen, obwohl du genau weißt, dass er dir wehgetan hat? Weil dein Herz nicht immer versteht, was dein Verstand längst weiß. Vielleicht vermisst du nicht einmal diesen Menschen selbst. Du vermisst die Hoffnung, die Nähe, die schönen Momente – vielleicht sogar jene Version von ihm, an die du einmal geglaubt…
Du bist genug – genau so, wie du bist! Du musst nichts beweisen. Nicht schöner sein. Nicht stärker. Nicht lauter. Du bist nicht hier, um dich ständig zu verbiegen, nur um in Bilder zu passen, die andere für dich malen. Denn du bist genug – mit jeder Narbe, jedem Zweifel, jeder leisen Seite. Mit deinem…
Heimkehr Jahre des Suchens, Verbiegens, voll Bedrängnis, in fremden Erwartungen – ein tiefes Gefängnis. Wir machten uns kleiner, wir machten uns hart und ließen zurück unsre ureigne Art. Doch in der Stille, ganz heimlich und sacht, ist eine ehrliche Frage erwacht. Sie flüstert ganz leise: Was würde geschehen, dürft’ ich mich endlich im Spiegel ansehen?…
Jeder Herzschlag wird zur Wahl In einer Zeit, da alles bricht, da du die Augen schließt vor Qual, da Schatten rauben dir das Licht und jeder Herzschlag wird zur Wahl. Wenn selbst die Hoffnung leiser spricht und Mut vor deinen Zweifeln flieht, wenn jede Stunde Kraft zerbricht und Kälte durch die Seele zieht. Dann zeigt…
Die Antwort der Seele Ich habe deine Worte tief vernommen, sie fielen wie ein warmer Sommerregen. Ein leises Staunen ist in mir entglommen, und plötzlich darf sich etwas in mir regen. Ich leg die Masken ab, die ich getragen, um einer fremden Welt nur zu gefallen. Ich höre auf, nach meinem Wert zu fragen, und…