Sie lehrten uns das Rennen,
doch nie das Stehenbleiben,
sie zeigten uns das Kämpfen,
doch nie das sanfte Meiden.
Ihr Erbe war das Echo von
Hunger, Angst und Not,
ein Handbuch für das Wetter,
doch kein Segel für das Boot.
So kauften wir die Häuser und
bezahlten brav die Pflicht,
doch die Sprache unsrer Seele,
die lernten wir dort nicht.
Wir hielten Burnout für Ambition
und Angst für Charakterzug,
wir gaben immer alles –
und es war uns nie genug.
Wir lernten, still zu schlucken,
um den Frieden zu bewahren,
und verloren uns im Schweigen
in und über all den vielen Jahren
Ein „Nein“ fühlt sich wie Verrat
an, ein Gefühl wie eine Last,
wir sind Fremde im Gehäuse,
das man sich erbaut hat – hast.
Doch heute bricht die Schale,
das Fundament bebt sacht,
wir merken: Überleben ist
nicht das, wofür man lacht.
Wir lernen jetzt das Atmen,
das Heilen, das Verstehn,
und wagen es, als Ganze
durch die offene Tür zu gehn.

Dana Stella Schuhr
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