Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Ich sehe dich

    Ich sehe dich Ein Schatten ruht in deinem Blick, den du vor aller Welt bewahrst, du kehrst das Gestern stumm zurück, das du in deinem Herzen sparst. Die Welt sieht nur die feste Wand, den Stolz, der um keine Hilfe fleht, doch ich erkenne den Bestand von Sehnsucht, die im Wind verweht. Es ist ein…

  • Das gemeinsame Tal Es führt ein Weg durch tiefes Land, wo Nebel grau die Sicht verdeckt, wo mancher nur noch Schatten fand und sich die Angst im Herzen reckt. Man sagt, man müsse abwärts gehen, um auf der and’ren Höh’ zu steh’n. Doch während du den Pfad beschreitest, wächst still ein Wissen in dir an,…

  • Der Spiegeldieb Ein Spiegelbild aus fremdem Glas,.ein Herz, das nur die Kälte maß. Du suchst nach Tiefe, suchst nach Licht, doch hinterm Glanz lebt kein Gesicht. Er nahm dein Leuchten, deine Kraft, hat sich aus dir ein Sein geschafft. Es war kein Wir, es war nur Schein, um in dein helles Herz zu schrei’n. Die…

  • Ich wollte schweigen, ich gab mein Wort,doch die Worte tragen mich immerzufort. Wenn ich nicht schreibe, wenn ichvernehme, wie meine Seele in Stücke zerfällt, dann ist es das Schreiben, das einzigeFlehen, das mich noch im Hier und imHeute hält. Mein Herz, es schreit bei jedemSchlag, deinen Namen in den leeren Tag. Ein Schmerz so laut,…

  • Kind der Unendlichkeit Man nennt es ADHS, wenn die Gedanken schneller rennen, als die Worte im Mund sie jemals benennen. Wenn tausend Funken im Kopf versprühen und meine Gedanken… im Sturm verglühen. Oft will ich alles, und zwar zur gleichen Zeit, zehn Türen offen, für jeden Sprung bereit. Ich reiße Dinge auf… das Chaos tobt…

  • Der Verwalter der Asche Du hast das Feuer gegen Frost getauscht, weil dir vor meiner Größe graust. Du wolltest keine Frau, die wahrhaft liebt- du wolltest kalten Halt, ein stumpfes Echo, das im Haus verhallt. Ich war die Spitze, du die tiefste Angst, die nun in Ketten um ihr Überleben bangt. Du nennst es Treue,…

  • Der Kreis des Schattens Sie sehen dich erst, wenn du schon gehst, wenn du nicht mehr im Sturme stehst. Erst wenn die Stille Antwort gibt, behaupten sie, man hätt’ geliebt. Sie suchten Trost an fremden Orten, mit schnellen Küssen, kalten Worten. Sie wollten dich durch Glanz ersetzen, doch fanden nur ein tiefes Netzen. Dein Gutes…

  • Vom Scherbenlicht zum neuen Tag Ich stehe vor der Tür aus Glas, die du als Spalt mir offen ließt. Ich weiß nun endlich, was ich maß, während du dich still verschließt. Der Abschied ist kein lauter Knall, er ist das Ende jeder Qual, der letzte, leise Widerhall von einer längst getroff’nen Wahl. Ich dreh den…

  • Die Leise Präsenz Sie tritt nicht ein, um aufzufallen, doch wenn sie geht, bleibt ihr Bild zurück. Kein lauter Glanz in Marmorhallen, kein flüchtiger Reiz für den ersten Blick. Ihr Stil ist wie ein feines Weben, aus Kaschmir, Seide, klarem Licht. Ein Understatement, tief im Leben, das mehr als tausend Worte spricht. Die Haltung ruhig,…

  • Der Herz-Jongleur Ein Herz wie’n Marktplatz, weit und offen, da lässt er alle Damen hoffen. Der einen schwört er Sehnsuchtspein, der andern schiebt er Träume rein. Er dichtet viel, er dichtet breit, von Liebe und von Ewigkeit. Doch während er die eine herzt, wird mit der nächsten schon gescherzt. Die Frau von heute? Etwas blind,…

  • Ein Tag im Mai

    Ein Tag im Mai Wenn sanft der Mai die Knospen bricht, fällt auf den Tag ein helles Licht. Man rüstet sich mit bunten Gaben, will an der Mutter Freude haben. Doch hinter Blumen, Glas und Schein, zieht oft die bange Frage ein: Ist dies ein Fest der Herzlichkeit – oder ein Zoll an eine Pflicht,…

  • Das eigene Maß Es fließt ein Strom in deinem Blut, der weder Arzt noch Urteil braucht. Ein Funke Gott, ein Quäntchen Mut, das leise durch die Seele haucht. Menschlichkeit ist kein Gesetz, kein starres Blatt, kein totes Wort. Sie ist das fein gewebte Netz, das uns trägt an jedem Ort. Gesundheit ist nicht nur die…

  • Der stille Gast Die Stunden rennen, der Takt ist laut, wir haben geschuftet und gebaut. Die Liste hakt die Pflichten ab, so halten wir uns ständig selbst auf Trab. Doch während wir so emsig eilen,- vergaßen wir, kurz zu verweilen. War da ein Leben zwischen den Taten?Oder nur Pläne und Warteschleifen-Raten? Wann floss das Sein…

  • Warten ohne Dich zu verlieren Ein leises Warten, Raum und Zeit, die Hand zur Anpassung bereit. Du gibst ihm Chance, du gibst ihm Licht, doch dabei siehst du dich selbst nicht. Du redest dir die Zweifel klein, willst doch nur voller Güte sein. Doch während du geduldig bleibst, du deine eigne Kraft zerreibst. Er lernt,…

  • 🎶 PASTA! BASTA! WUNDERBAR! 🎶 Abends spät und in der Nacht, hast du meine Gier entfacht. Bist so heiß und wunderbar- deine Form ist makellos und klar. Nun liegst du endlich vor mir hier… Zitrone träufle ich auf dir! Ich zücke sanft mein scharfes Messer, denn nichts auf Erden schmeckt mir besser. Du Schnitzel –…

  • Stiller Abschied Ich liebe dich noch, doch die Farben verblassen, ich liebe dich leise, im Gehen, im dich- Lassen. Nicht mehr wie am Anfang, mit brennendem Licht, nur noch als Müdigkeit, die in mir spricht. Ich wache auf und dein Schatten ist da, kein schöner Traum, doch noch immer so nah. Eine Erinnerung, die wie…

  • Das Licht unter dem Nebel Die Seele schreit, das Herz ist stumm, die Welt dreht sich bleischwer herum. Du trägst die Last, du suchst den Sinn, und fragst dich: wo führt das alles hin? Doch hör mir zu, verlier dich nicht: Dies ist ein Kapitel, noch nicht das Gedicht. Ein weicher Stoff, ein tiefes Atmen,…

  • Vom Mut des Loslassens! Ein leiser Abschied, schwer und sacht, das Licht verblasst, das uns erhellt, was gestern uns noch glücklich macht, entgleitet nun der eignen Welt. Man möchte halten, was man liebt, die Augenblicke fest umschlingen, doch was der Augenblick uns gibt, will in das Morgen weiterklingen. Zerreiß das Netz der alten Sorgen, vertrau…

  • Achtundsechzig Jahre – und noch immer nicht den Mut, zu sagen, was man fühlt, wenn man dem anderen weh tut? Du schmückst dich mit dem Leben, mit dem Fest und dem Wein… doch hinter der Fassade bleibst du wortkarg und klein. „Unbeschreiblich“ war gestern, heut ist es nur kalt, dein Schweigen ist Waffenruhe, die in…

  • Vom Raum zwischen den Zeiten Die Welt wird still, das Licht wird weit, es weicht, was war, aus dieser Zeit. Manch Abschied fühlt sich schwer und leer, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch was dich verlässt, was von dir geht, ist nur der Wind, der Altes weht. Es ist kein Strafen, kein Verlust, nur…