Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Das Ja zum Sein

    Das Ja zum Sein Das Wetter weint im Urlaubsland, der kalte Regen fällt auf Sand. Du stehst am Fenster, starrst hinaus, und Tränen folgen dem Applaus. Doch suchst du hier am falschen Ort das große, tiefe Glückswort dort. Nicht Wolken haben dich verletzt, es ist dein Ego, das sich setzt. Das Leben formt sich nicht…

  • Besonders anders

    Besonders anders Du bringst mich zum Lachen und machst Glück so nah, wie es in meinem Leben selten geschah. Es ist dieses „Anders“, das dich ausmacht und strahlt, das uns mitten in der Nacht zusammenrückt und malt. Es ist viel zu leicht, dich von Herzen zu lieben, mein Blick auf die Welt wird durch dich…

  • Das Leuchten der Narben Da sind diese Risse, tief in deiner Brust, hätt’ ich doch früher um ihr Dasein gewusst. Doch deine Mauer war steil und aus Stein, ich bat dich nur leise: Lass mich hinein. Es vergingen nicht Tage, es strichen Jahre ins Land, bis ich jedes Wort in meinem Herzen erfand. Ich schmeckte…

  • Das innere Raubtier Zwei Wesen ringen mir im Blute, ein weißer Engel, zart und rein, ein finstrer Dämon voller Knute, gefangen im Gedankenschrein. Sie kämpfen stumm in meiner Brust, um jede Tat, um jeden Schmerz. Der eine schenkt mir Lebenslust, der andre bricht das weiche Herz. Sie gieren beide nach der Macht, sie reißen an…

  • Der unendliche Hafen Du fragst dich in stummen Nächten, wenn der Zweifel an der Seele bricht: Was war falsch an all den guten Mächten, warum schenkt der Himmel mir kein Licht? Du hast deine ganze Kraft gegeben, alles riskiert und niemals weggeschaut, wolltest nur ein wahres, freies Leben, hast auf falschem Fundament gebaut. Warum gehen…

  • Am Abgrund der Seele Erst an der Klippe, nah dem tiefen Fall, wird uns das Spiel der Masken offenbart. Ein Stoß, ein Halt – im leisen Widerhall erkennen wir, wer Freund und Feind einst war. Vom Sieg berauscht, im Schiffbruch tief verletzt, durchschritt das Ich die Fluten von Gewinn und Schmerz. Was uns im Innern…

  • Der stumme Gast

    Der stumme Gast Das Feuer flammt, das Feuer gellt, wenn Wut durch deine Adern bricht. Ein Sturm, der laut in Trümmer fällt, ein Blitzschlag mitten ins Gesicht. Du schreist es raus, du weinst dich leer, der Atem bebt, die Seele brennt. Doch legt sich bald das wilde Meer, wenn man den Schmerz beim Namen nennt.…

  • Das Echo der Seele Wir suchen oft im Außen das Phantom, verwechseln Glanz mit echtem Lebensfeuer, wir treiben hilflos mit dem Massenstrom und nennen Liebe, was uns lieb und teuer. Der schöne Schein, des Status stolzer Rang, sind Masken nur, die uns im Kreis bewegen. Oft treiben Angst und Einsamkeitszwang in Netze, die wir blind…

  • Der Bruch, der heilt Ein stummes Reißen bricht durch deine Brust, was gestern trug, wird heute dir zur Last. Du hältst noch fest, erfüllt von Schmerz und Frust, an einer Welt, in die du längst nicht passt. Der Schmerz ist laut, er brennt in jeder Schicht und zeigt dir klar, wo deine Grenze liegt. Noch…

  • Heilung der leisen Schritte Wenn unter Silberfäden der Dusche rein ein Lied ganz unbeschwert der Kehle weicht, zieht wieder Frieden in das Herz hinein, weil deine Seele ihren Ton erreicht. Wenn abends lind das wilde Denken schweigt und kein Gedankenschwarm den Geist bedroht, sich tiefe Stille in das Innere neigt, bricht sanft der Trost im…

  • Das Meer in deiner Brust Der Duft, gefangen im Kristall, die Kerze, unberührt und kalt –wir sparen auf den großen Knall, indem das Heute stumm verhallt. Wir warten auf ein fernes Licht, das erst im Morgen uns erscheint. Doch morgen spricht das Leben nicht, wenn heute jede Stunde weint. Am Horizont, im Abendrot, liegt Kalabrien,…

  • Der Seele Alchemie Nicht nur die Stunde, die im Flug enteilt, nicht nur das Schicksal, das im Dunkeln weilt, nicht, was dein Aug’ und Ohr dir flüsternd weist –du bist viel mehr, als je dein Denken weiß. Kein leeres Blatt, verloren im Geäst, das man im Wind allein und einsam lässt. In deiner Tiefe ruht…

  • Der Ozean des Selbst Der Blick verliert sich im Ur-Meer, in stummes, tiefes Wellenheer. Du liegst im Traum von Sorgen rein, es treibt das Es im puren Sein. Was ich in deinen Zügen seh’, ist Lind’rung für mein Chronos-Weh. An meinem Leib, so dicht an dicht, sucht mein Komplex dein mattes Licht. Die Hand, von…

  • Das letzte Stück Brot Sie sucht kein Blenden, keinen schönen Schein, kein Wort, das glänzt und doch im Wind verweht. Sie will den Mann, der durch die Tat beweist, dass er den Weg mit ihr gemeinsam geht. Kein Warmhaltespiel, kein leeres Versprechen, das nur den Geist mit falscher Hoffnung nährt, kein kurzer Zwischenstopp auf seiner…

  • Die Masken der Welt Des Menschen Herz sucht reines Licht, ein offenes Wort, ein wahr’ Gesicht. Du legst dein Innerstes bereit, im Glauben an die Ehrlichkeit. Weil deine Seele Bosheit scheut, hat dich kein falscher Schein erfreut; du baust das Fundament aus Glas, wo mancher nur den Nutzen maß. Doch schau, das Karussell der Welt…

  • Das Ja zum Sein Das Ego webt aus Wunsch und Wahn sich einen starren Lebensplan. Es fordert Sonne, Glanz und Licht und duldet grauen Regen nicht. Doch wenn der Himmel Tränen weint, ist nicht die Welt dein Feind, mein Freund. Der Schmerz entsteht im harten Geist, der stur die Wirklichkeit zerreißt. Du stehst im Regen,…

  • Aufrecht im Licht Es gab eine Zeit, da erfand ich mich klein, ich dimmte mein Licht und erstickte den Schein. Ich zog mich zurück in ein blasses Gewand, damit Neid und Missgunst mein Feuer nicht fanden. Ich sprach nur noch leise, trat leise hervor, verlor meine Stimme im fremden Chor. Ich überließ anderen Bühne und…

  • Spiegel der Stille Zwei Welten weben stumm an ihrer Not, die eine sucht im Schweigen ihr Asyl, die andre floh das giftig süße Brot, und jede spielt ihr eigenes Gefühlsspiel. Der Mann baut oft sein Haus auf einem Herz, das ihm die Welt und jeden Trost ersetzt. Bricht diese Säule, bleibt ein tiefer Schmerz, weil…

  • Vom Scheine des Erfolgs Es drängt die Welt nach lautem Schein, man will der Größte, Beste sein. Mit harter Hand und kühnem Blick, erzwingt man sich ein schnelles Glück. Man nimmt sich Raum… man nimmt sich Macht und schaut nicht, wer im Schatten wacht. Das Ego groß, das Rückgrat schwach, folgt Gier dem Stolz ins…

  • Wortgewand und Seelenbrand „Ich liebe dich“, so spricht das Wort, doch grausam bricht es gleich darauf. Du suchst nach Schutz an diesem Ort, doch nimmst nur neue Wunden auf. Es ist ein Tanz aus Licht und Nacht, ein Widerspruch, der dich zerreißt, wo falscher Schwur die Fesseln macht und Kälte dir die Wärme weist. Sie…