Spätsommerabend der Seele

1 Minute

Der Tag vergesst im matten Abendlicht,
die Zeit dehnt sich in raumlose Geduld.
Was tief im Inneren noch leise bricht,
verliert die Schere und die alte Schuld.

Das Ego schweigt, das Wollen wird ganz
klein, fernab von Sehnsucht, Widerstand
und Leid. Ein reines, ungezwungenes Nur-
Sein berührt den Saum von der Ewigkeit.

Die Psyche atmet auf und lässt nun los, der
Schatten weicht aus dem Gedankenspiel.
Vergessen legt sich sanft in ihren Schoß,
das Trauma schwindet, das zu lang erfiel.

Wie ein Gesang, der sich vom Zwang befreit,
fließt nun der Lebensstrom durch die Natur.
Aus dem Konflikt wird reine Achtsamkeit, auf
dem Gefühlsbeet bleibt von Schmerz kein Spur.

Aus Tiefen des Unbewussten steigt ein Traum,
wie bunte Falter, lichter als das Licht. Das
Rosa fließt durch den Seelenraum, kein
dunkles Prisma, das die Hoffnung bricht.

Wo Bitterkeit den Geist gefangen hielt,
rinnt goldnes Harz nun weich durch Gottes
Hand. Ein milder Trost, der mit den Sinnen
spielt, bevor die Nacht webt ihr dunkles Band.

Trag Hoffnung tief im unberührten Kern,
doch bleibe frei von Gier und Anspruchsgeist.
Denn wer nicht fordert, bleibt dem Kummer
fern,weil er den Wert des Augenblicks beweist.

Im sanften Schauen auf das, was einmal war,
zieht die Enttäuschung stolz und still vorbei.
Der Geist wird ruhig, die Erkenntnis klar,
das Herz von alten Mustern endlich frei.

So halte still dein Angesicht bereit, dem
fernen Glanz, der durch die Dämmerung
bricht. Vielleicht schenkt uns die reife Jahres-
zeit ein großes, tiefes, wahres Wunderlicht.

Und wenn es nicht der ganz große Wurf
mag sein,der alle Zweifel aufgelöst und fegt:
Nimm dankbar auch den kleinsten Segen
ein, der sich wie Balsam auf die Seele legt.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert