Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Autor: Dana Stella Schuhr

  • Sie webt den Tag aus tausend kleinen Fäden,flickt leise, was im Alltagstakt zerbricht.Sie lenkt das Schiff durch ungezählte Fehden,und brennt am Abend noch als sanftes Licht. Sie spürt den Mangel, eh die Schuhe drücken,sie liest im Blick, was keine Worte nennt.Muss jede Lücke im System überbrücken,weil außer ihr die Pflichten niemand kennt. Das Management von…

  • Das Gewebe der Täuschung Wir bauten Schlösser aus dem lichten Schaum, verwebten Wünsche tief im Weltenraum, wo Hoffnung trügerisch das Auge blindet, bis scharf das Licht die nackte Wahrheit findet. Der Sturz ist steil, das Herz bricht stumm entzwei, die alte Welt geht bitterlich vorbei. Doch schneidet uns der Schmerz ein neues Fenster, und aus…

  • Das stumme Feuer

    Das stumme Feuer Ein Blick, der sanft die Hülle bricht, ganz ohne Hand, im bloßen Licht. Die Luft wird schwer, der Raum wird eng, ein stummes, zärtliches Gedräng’. Es braucht kein Wort, kein laut Verlangen, die Körper haben längst angefangen. Sie fühlt den Strom, der sie durchringt, der in die tiefe Wirbelsäule dringt. Die Haut…

  • Der neue Horizont Der Sturm zieht vorbei, und die Gischt legt sich sacht, die See hat die Klarheit zurück dir gebracht. Das Wrack seiner Zweifel bleibt tief auf dem Grund, dein Herz wird im Heilen nun endlich gesund. Du wäschst dir den Sand der Enttäuschung vom Kleid,bereit für die Weite, bereit für die Zeit. Der…

  • Im Schattenland der Seele Ein stummes Land liegt tief in uns verborgen, wo alte Narben in der Stille ruhn. Wir lernten klug, uns um das Wohl zu sorgen, und gab’s ein Gestern, bauten wir ein Nun. Wir nannten es geheilt und abgehakt, den Schmerz verbannt aus dem Bewusstseins-Sinn, bis ein Moment die Maske sacht zernagt,…

  • Das Leuchten von Kalabrien Wo Sila-Wälder leise wehn und Wellen sanft an Klippen gehn, steht sie im Licht, das niemals lügt, während die Stille sich an sie schmiegt. Ihr Haar, ein Strom aus tiefstem Braun, wie Femmas 5.13 anzuschau’n. Vom Wind Kalabriens weich umspielt, wo sich die Seele endlich spiegelt. Kein Lärm der Welt dringt…

  • Metamorphose des Abgrunds Wir säten Hoffnung in den falschen Boden, und sahen zu, wie die Verbundenheit verdarb. Im Rückblick heilen jene alten Wunden, die einst im blinden Schmerz das Herz umwarb. Nun blicke ich zurück mit klarem Auge, verstehe, was im Sturm gefehlt, warum das Alte sterben musste, damit der Geist sich neu beseelt. Kein…

  • Liebesglut

    Liebesglut Wie sehr ich deine Küsse miss, der Lippen sanfte Finsternis, die weich auf meine Sehnsucht treffen, und schweigend jeden Zweifel brechen. Sie tanzen auf der nackten Haut, wo sich ein leises Stöhnen staut, erquicken mich im Liebesrausch, ein zarter, seelenvoller Tausch. Der Atem flieht, die Zeit steht still, weil mein Verlangen dich nur will.…

  • Verschwommenes Glück Du tratest fehl zur Unzeit in mein Leben, so spricht der Geist, der kühl die Welt vermisst. Das Schicksal will uns Sicherheit nur geben, wogegen mein Phantom Erfüllung verspricht. Doch wüsst’ ich nur, ob dein Gehalt bestünde, wenn ich das Letzte blind an dich verlier’, ob meine Seele einen Hafen fünde, im fernen…

  • Mein Ozean aus Licht und Tiefe Vergleicht man Menschen oft mit Wasser, wären sie trüber, kälter und blasser. Nicht so wie du – mein Blick verweilt in einem Meer, das Wunden heilt. Mein Ozean, so tief und klar, wie dein schönes, blaues Augenpaar. Ein Blick, der klug und fesselnd brennt, und mich durch smarte Brillen…

  • Die Erweckung des Titanin Ein stummer Ozean liegt tief in mir, das Haus ist leer, die Wellen schlagen hier. Kein Ja, kein Nein –die Flut bleibt unbewegt, weil keine Hand an dieses Ufer schlägt. Ich suchte Ruhe in der dunklen Nacht, die mich zur Herrscherin meiner Stille macht. Die Tränen fließen noch als stummer Strom,…

  • Der Funke im Sturmeswind Wenn alle Wege vor dir schwinden, und Hürden unbezwingbar scheinen, wenn Sackgassen dich blind umwinden, will Herz und Verstand nur noch weinen. Der Ruf nach Aufgabe wird laut, doch tief in dir ein Funke baut. Denn Ausdauer ist kein blinder Lauf, sie sieht die Not, sie spürt den Schmerz. Sie blickt…

  • Die Freiheit unserer Seelen Zwei Welten weben ihre eigenen Pflichten, zwei Leben folgen einem festen Band. Wir können unsere Wege nicht vernichten, und reichen uns doch unsichtbar die Hand. Wir fordern nichts. Wir wollen uns nicht binden. Weil wahre Liebe keine Fesseln webt. Sie will den Freiraum des Betrachters finden, der voller Ehrfurcht diese Nähe…

  • Ein stilles Glück Ein Lächeln, das dein Herz erhellt, das kleine Wunder sacht bestellt. Ein Glück, welches keine Grenzen kennt, und dich bei deinem Namen nennt –all das verdient dein Leben. Du brauchst den Blick, der dich versteht, wenn Schweigen durch die Räume weht. Die Hand, die deine Sorgen teilt und bei dir voller Wärme…

  • Das Versprechen der Ewigkeit Ein letzter Gruß auf leisem Papier, ein Herzschlag, der im Wind verweht. Träfe ich morgen im Einstmals dich hier, wenn sich das Rad der Zeiten dreht: Ich würde mich für das Schweigen entscheiden… kein Wort soll trennen, kein Laut uns entzweien. Nur Atmen. Nur Spüren. Im Licht und im Leiden. Zwei…

  • Der Alchemist der Schuld Im Zerrspiegel der fremden Erwartung, wo deine Maske stumm im Schatten weint, suchst du im Außen flehend nach Erbauung, weil dir das eigene Wesen fremd erscheint. Du flüchtest vor der inneren Begegnung, trägst Stolz als Panzer um ein hohles Herz, versagst dir selbst die allererste Segnung und linderst durch Erhöhung deinen…

  • Spätsommerabend der Seele Der Tag vergesst im matten Abendlicht, die Zeit dehnt sich in raumlose Geduld. Was tief im Inneren noch leise bricht, verliert die Schere und die alte Schuld. Das Ego schweigt, das Wollen wird ganz klein, fernab von Sehnsucht, Widerstand und Leid. Ein reines, ungezwungenes Nur- Sein berührt den Saum von der Ewigkeit.…

  • Der Ruf des Schattens Im gold’nen Kelch der Lebensstunden trinkt sich der Geist am Glücke satt, und eh’ das Herz den Schmerz empfunden, treibt es wie ein verlornes Blatt. Im Lichte lässt sich trefflich schweigen, wo kein Warum die Ruhe bricht, doch in des Daseins buntem Reigen erwacht die Kraft des Denkens nicht. Erst wenn…

  • Das entfremdete Reich Hinter Mauern, kalt und schwer, sinkt das Licht ins Weltenmeer. Nicht nur der Tag bricht stumm entzwei, auch unsere Seele geht vorbei. Wir stehen nah im Raum der Zeit, und sind doch Welten weit gefreit. Das Leben quillt aus Fug und Rand, wir bauen Schlösser in den Sand. Belügen uns mit lautem…

  • Der Spiegelpfad Im fahlen Reich, wo Truggebilde thronen, wird Schattenwurf zum Stolz der Einsamkeit. Wo falsche Lichter im Zwiespalt wohnen, verliert sich Glück in stumme Ewigkeit. Der blinde Flug ins bodenlose Schweben bricht ein Gemüt in schweigend kaltem Schmerz. Verbannt in Nacht, erstarrt das eigne Leben im starren Panzer aus antikem Erz. Ein Reif aus…