Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Autor: Dana Stella Schuhr

  • Projektion der Seele Es flieht das Herz so leicht im lauten Treiben, sucht neue Nähe, Fremdes, das beschwichtigt. Wie schwer ist es, im eigenen Raum zu bleiben, wo sich der Blick auf das Verdrängte richtet. Doch genau dort, wo alte Masken brechen, beginnt der Weg, der uns im Tiefsten wandelt. Wo wir das Schweigen mit…

  • Der Sinn im Schmerz Wenn mich die graue Stille fängt, lehn’ ich mich sanft im Dunkeln zurück. Dort, wo die Trauer schwer bedrängt, such’ ich den feinen Keim vom Glück. Ich weiß, dass auch im tiefsten Leid ein guter Kern verborgen ruht, dass nach der schwärzesten Geleit das Licht dem Auge wieder gut. Man lernt…

  • Die Dialektik des Glücks Der Bund geschlossen, doch der Geist gefangen, wo Pflichten stumm an einer Seele bangen. Es webt die Frau das unsichtbare Sein, schenkt Raum und Leben – und bleibt selbst im Schatten allein. Sie gießt das Licht auf des Gefährten Bahnen, der glücklich ruht, ohne ihr Leid zu ahnen. Ein stummes Opfer,…

  • Das unsichtbare Band Ein Ring am Finger, ein Versprechen schwer, wiegt oft für eine Frau als Last so sehr. Sie fängt die Tränen, baut das Nest so warm, und trägt die Welt auf ihrem müden Arm. Der Mann gedeiht im Schutz von ihrer Kraft, die still und leise Raum für ihn erschafft. Er blüht im…

  • Der eigene Wert

    Der eigene Wert Treuebruch ist seine Wahl, nicht meine Last, nicht meine Pflicht. Wer das riskiert, was uns verband, der blickt mir nicht mehr ins Gesicht. Ich suche nicht nach Spur und Schein, will kein Detektiv im Bunde sein. Kein Kontrollblick, kein Verdacht, der mir die eigne Ruhe bricht. Weil ich um meinen Wert wohl…

  • Das Echo der Stille Ein schönes Wort ist schnell geliehen, im hellen Licht der fremden Pracht, wo bunte Rollen Masken ziehen, und man für Applaus ein Lächeln macht. Auch gute Taten sind oft Bühnen, auf denen eitle Sehnsucht brennt, um sich vor Fremden zu versöhnen, die man beim Namen kaum benennt. Doch wenn der Vorhang…

  • Der Spiegel des Ozeans Wer nur im Netz der Lüge webt, und Masken trägt vor seinem Geist, der hat das Leben nie gelebt, das wahre Nähe uns verheißt. Ein falscher Mann wird nie verstehn, was eine echte Frau berührt, weil Lügen blind im Kreise gehn, wo Ehrlichkeit zum Lichte führt. Sie trägt ihr Herz im…

  • Wenn Worte schweigen Ein Name, der wie Honig fließt, ein Schwur, der schnell im Wind zerfließt, ein Dach, das man sich flüchtig teilt, solang der Rausch im Herzen weilt… all das ist Maske, Schein und Rauch, ein leerer, ungelebter Brauch. Denn Worte sind oft nur Fassade, ein Spiel auf schmalem, falschem Pfade. Sie trösten das…

  • Der Griff ins Gestern Die Hand schließt sich um scharfes Glas, das Fleisch zerbricht, die Wunde klafft. Kein Mensch hält fest, was ihn verletzte, weil uns der Schmerz den Instinkt schafft. Man lässt es fallen, weicht zurück, beschützt die Haut, den Augenblick. Doch blickt man in die Seelenwelt, wo unsichtbares Glas uns schneidet… da zeigt…

  • Der eigene Wert

    Der eigene Wert Lass die Zügel los und lass ihn gehen, du musst nicht wach an seiner Seite stehen. Lass ihn schreiben, treffen, wohin er mag, vertrau dem Lauf und fürchte nicht den Tag. Denn seine Freiheit zeigt dir sein Gesicht: Entweder wahrt er euer Bindungslicht, oder er bricht, was ihr euch aufgebaut, weil er…

  • Das Fass ohne Boden Du warst da, mit off’nen Armen, voll Liebe, Güte und Erbarmen. Du hast gekämpft, du hieltst mich fest, doch ich war flüchtig wie der Rest. Ich suchte Licht in fremden Blicken, um mein zerbroch’nes Ich zu flicken. Ein neues Kribbeln, fremde Reize, weil ich mit mir im Innern geizte. Ich war…

  • Das leise Gehen

    [Das leise Gehen Du liegst bei ihm, das Zimmer ist schwer und still, doch tief in dir ist das, was deine Seele will. Er schläft den Schlaf der sicheren Gewissheit, während dein Geist die Fesseln bricht und zerreißt. Es ist kein Mensch, für den dein Herz jetzt schlägt, es ist die Welt, die nur dein…

  • Leise Nähe

    Leise Nähe Sie klopft nicht an, sie fordert nicht, sie braucht kein grelles Rampenlicht. Sie setzt sich einfach still dazu und mit dem Atem kommt die Ruh’. Kein Feuerwerk, kein großes Wort, nur sanftes Bleiben an dem Ort, wo Blicke einen Herzschlag säumen und wir von nichts als Gegenwart träumen. Ein Lachen über Kleinigkeiten, ein…

  • Das Kartenhaus der Illusion Ein lauter Schritt, ein kühner Blick, sie weben sich ihr eigen Glück. Aus falschem Gold und weichem Sand baut sich der Lügner sein Imperium auf im Land. Er spricht das Wort, das jeder sucht, und hat den Zweifel schnell verflucht. Mit Charme verhüllt er das Gesicht, scheut wie ein Dieb das…

  • Autarkie des Seins Ein Modewort, von aller Welt zerrissen, wird oft benutzt und doch so oft vermisst. Doch wahre Selbstliebe ist stilles Wissen, wer man im tiefsten Kern der Seele ist. Es ist das Wort, das aus der Tiefe bricht: Ich lebe meine Wahrheit, rein und klar. Ich spreche sie im hellsten Tageslicht, in jedem…

  • Der innere Kompass Gefühle halten keine Wahrheiten zurück, sie sind der ehrlichste Teil von unserem Glück. Nicht fein poliert, nicht angepasst, zurechtgelegt, sondern die Kraft, die uns im Tiefsten drinnen bewegt. Sie tragen keine Maske, zeigen, was darunter liegt, weil in der rohen Echtheit stets die Wahrheit siegt. Sie sind kein Hindernis, das dich im…

  • Das Lied des inneren Kosmos Wir sind weit mehr als Fleisch und feine Sehnen, mehr als ein Skelett, das uns durchs Leben trägt, mehr als ein Puls in stummen Alltagsszenen, und mehr als Blut, das durch die Adern schlägt. In jedem schläft ein ganzes Universum, ein Raum aus Licht und Schatten, tief und weit, ein…

  • Spiegel der Seele Ein stummes Wort, ein schwerer Schlag, ein Schweigen, das die Luft zerbricht –was tief im Inneren verborgen lag, vergisst die Seele so schnell nicht. Wer Wunden schlägt, die man nicht sieht, und Tränen sät aus kaltem Stolz, der trennt, was innig sich bezieht, und brennt sein eigenes Lebensholz. Der Himmel misst den…

  • Das Abenteuer unsrer Ewigkeit Ich will der Spiegel deiner Seele sein, die Unruhe, die dich im Innern treibt, der laute Streit im matten Lampenschein, und jene Kraft, die bis zum Ende bleibt. Ich will dich halten, wenn dein Mut zerbricht, und mit dir weinen, bis der Schmerz entweicht, denn jede Wunde sucht ihr eignes Licht,…

  • Der wahre Schatz

    Der wahre Schatz Was ist der Wohlstand, den wir ewig suchen? Ein Münzenspiel, das flüchtig uns berückt? Nein, Reichtum steht in keinen Kassenbüchern, er wohnt im Licht, das uns am Morgen schmückt. Ein Sonnenstrahl, der sanft die Stirn berührt, wenn nach der Nacht das Leben neu erwacht. Wer diese stille Pracht im Herzen spürt, besitzt…