Lass die Zügel los und lass ihn gehen,
du musst nicht wach an seiner Seite stehen.
Lass ihn schreiben, treffen, wohin er mag,
vertrau dem Lauf und fürchte nicht den Tag.
Denn seine Freiheit zeigt dir sein Gesicht:
Entweder wahrt er euer Bindungslicht,
oder er bricht, was ihr euch aufgebaut,
weil er der Treue blindlings missvertraut.
Sollte er wählen, deine Welt zu stürzen,
wird kein Flehen diesen Schmerz verkürzen.
Dann ist es Zeit, dass du den Weg erkennst,
dich stolz und leise von dem Trümmer trennst.
Denn du bist der Gewinn, das wahre Gut,
in deiner Seele wohnt die reinste Glut.
Ein Herz wie deines wächst nicht am Kamin,
wer dich verliert, lässt pures Gold erziehn.
Eine gute Frau geht ohne lautes Klagen, sie
wird die Last des Zweifels nicht mehr tragen.
Sie kennt den Wert, der tief in ihr erwacht,
und sagt: „Mit mir nicht mehr in dieser Nacht.“
Zieh deine Grenzen wie ein festes Schloss, sei
nicht das Opfer, das im Zweifel floss. Denn
jeder Mann braucht Mauern, die ihm zeigen,
wo er zu achten hat – und wo zu schweigen.
Erkenne dich. Steh auf in deiner Pracht,
brich aus dem Käfig, den die Angst gemacht.
Du hast die Grenze, du hast selbst die Macht,
weil nun dein eigener, wahrer Wert erwacht.

Dana Stella Schuhr

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