Ein Modewort, von aller Welt zerrissen,
wird oft benutzt und doch so oft vermisst.
Doch wahre Selbstliebe ist stilles Wissen,
wer man im tiefsten Kern der Seele ist.
Es ist das Wort, das aus der Tiefe bricht:
Ich lebe meine Wahrheit, rein und klar.
Ich spreche sie im hellsten Tageslicht,
in jedem Augenblick, authentisch, wahr.
Ein stolzes JA zu meinem eigenen Herzen, ein
NEIN zu dem, was fremder Wille bricht. Kein
stummes Dulden mehr von alten Schmerzen,
ich stehe für mich ein, im Gegenlicht.
Der Wert, den ich so lang im Außen suchte,
in Blicken, Lob und fremder Anerkennung,
aus dem ich mir die stete Ohnmacht buchte,
erfährt durch mich nun die Befreiungstrennung.
Ich opfere mich nicht mehr auf für Pflichten,
erschöpfe nicht mein Sein für fremden Schein.
Ich muss auf Liebe nicht im Flehen verzichten,
mein Wert wohnt tief in mir und darf jetzt sein.
Ich fühle mich, respektvoll und erhaben, in
Freiheit spreche ich, was in mir brennt. Aus
diesen tiefen, wiedergewonnenen Gaben
erwacht die Liebe, die kein Urteil kennt.
Die fremde Erwartung, die mich einst bezwang,
die Last der Rollen, die ich stumm getragen,
verliert im Hier und Jetzt den alten Zwang. Ich
brauche niemanden mehr um Erlaubnis fragen.
Es ist vorbei, das Betteln um Gehör,
das Maskenspiel für Frieden im System.
Ich schwöre mir den treusten Eideschwur:
Ich bleibe mir getreu – und unbequem.
Denn mein Gefühl ist Kompass und Gesetz,
kein Sturm von außen rüttelt an dem Thron.
Aus eigener Kraft zerreiß ich jedes Netz,
mein reines Dasein ist der größte Lohn.
Ich fühle mich, respektvoll und erhaben, in
Freiheit spreche ich, was in mir brennt. Aus
diesen tiefen, wiedergewonnenen Gaben
erwacht die Liebe, die kein Urteil kennt.

Dana Stella Schuhr

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