Ein lauter Schritt, ein kühner Blick,
sie weben sich ihr eigen Glück. Aus
falschem Gold und weichem Sand baut
sich der Lügner sein Imperium auf im Land.
Er spricht das Wort, das jeder sucht,
und hat den Zweifel schnell verflucht.
Mit Charme verhüllt er das Gesicht,
scheut wie ein Dieb das nackte Licht.
Denn Wahrheit brennt und schmerzt zu sehr,
die schöne Täuschung wiegt nicht schwer.
Das Umfeld glaubt, was ihm gefällt, weil
Seidengespinst die Angst zusammenhält.
Doch hinter dieser Glanzfassade zieht
das Gewissen leise Pfade. Denn
jede Lüge fordert Kraft, die nachts
an den Nerven des Schläfers rafft.
Ein Netz aus Netzen, dicht gewebt, in
dem man stets in Angst erbebt. Die
Maske sitzt, doch bröckelt sacht, wenn
tief im Innern die Wahrheit erwacht.
Wer nur im Schein der Anderen lebt,
hat nie nach echtem Grund gestrebt.
Er siegt im Sturm, gewinnt die Schlacht,
doch bleibt allein in dunkler Nacht.
Wer ehrlich bleibt, geht oft durch Schmerz,
trägt eine Wunde im offenen Herz.
Verliert das Spiel im lauten Raum,
zerschlägt so manchen schönen Traum.
Doch geht er frei, im reinen Licht,
weil seine Seele niemals bricht.
Am Ende bleibt, was echt und wahr,
der Spiegel zeigt das Antlitz klar.
Der Lügner blickt hinein und weint,
weil er sich selbst im Trug vereint.
Wer aber treu sich selbst beweist,
gewinnt den Frieden, der ihn speist.

Dana Stella Schuhr

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