Sie klopft nicht an, sie fordert nicht,
sie braucht kein grelles Rampenlicht.
Sie setzt sich einfach still dazu
und mit jedem Atem kommt die Ruh’
Kein Feuerwerk, kein großes Wort,
nur sanftes Bleiben an dem Ort, wo
Blicke einen Herzschlag säumen und
wir von nichts als Gegenwart träumen.
Ein Lachen über Kleinigkeiten, ein
kurzes Schweigen, tiefes Gleiten.
Doch geht man fort, bleibt Raum
zurück, ein Echo von dem Augenblick.
Zwischen Vorsicht und dem Wagen,
ohne nach dem Ziel zu fragen,
entsteht ein Halt, ganz ohne Griff,
ein sanfter Kurs für unser Schiff.
Vielleicht heißt Stärke, still zu spüren,
sich selbst in Nähe nicht zu verlieren.
Den Raum zu halten, weit und frei,
ganz ohne Angst, was morgen sei.
Kein Drängen drückt in diese Stunden,
was wund war, fühlt sich sanft verbunden.
Wir teilen uns, ganz ohne Pflicht,
ein warmes, unaufgeregtes Licht.
Ein sichrer Hafen im Vorübergehen,
ein stummes, tiefes Sich-Verstehen.
Es braucht kein Versprechen für die Zeit,
uns reicht die schlichte Gültigkeit.
Denn Liebe muss nicht laut erschallen,
sie darf auch leise in uns fallen.
Ein kurzes Glück, ein tiefes Seh’n –
es ist genug, so aufrecht zu geh’n.

Stella Schuhr ⭐

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