Wenn mich die graue Stille fängt,
lehn’ ich mich sanft im Dunkeln zurück.
Dort, wo die Trauer schwer bedrängt,
such’ ich den feinen Keim vom Glück.
Ich weiß, dass auch im tiefsten Leid
ein guter Kern verborgen ruht,
dass nach der schwärzesten Geleit
das Licht dem Auge wieder gut.
Man lernt durch das, was uns geschieht,
durch jeden Pfad, den man erfährt.
Wer nur den bloßen Verlust sieht,
dem bleibt des Sinnes Kern verwehrt.
Kein Schicksalsschlag trifft ohne Grund,
kein Mensch trägt seine Last allein.
Was heute brennt als off’ne Wund’,
wird morgen unsre Stärke sein.
Und blicken wir dereinst zurück,
versteht das Herz den großen Plan:
Im tiefsten Pech verbarg sich Glück,
das uns im Wachstum reifen sah.
Ich nehme sie an, die Traurigkeit,
sie ist ein treuer Teil von mir sagt
nicht: „Es heilt die Wunden Zeit“,
denn euer Fuß steht heute hier.
Geduldig schweigt, wer Schmerz noch
spürt, doch ungebrochen weitergeht.
Und stark ist, wer ein Lächeln führt,
wenn auch das Herz in Tränen steht.
So schließt sich sanft der Lebenskreis,
aus Tränen bricht ein neues Licht.
Weil nun das Herz um Heilung weiß,
die still und leise in uns spricht.

Dana Stella Schuhr

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