Ein Name, der wie Honig fließt, ein
Schwur, der schnell im Wind zerfließt,
ein Dach, das man sich flüchtig teilt,
solang der Rausch im Herzen weilt…
all das ist Maske, Schein und Rauch,
ein leerer, ungelebter Brauch. Denn
Worte sind oft nur Fassade, ein Spiel
auf schmalem, falschem Pfade.
Sie trösten das verletzte Kind,
das tief in uns nach Liebe sinnt,
doch füllen sie den Becher nicht,
der ohne Taten bricht.
Die Psyche sucht nach Sicherheit,
nicht nach dem Glanz für kurze Zeit.
Woraus die wahre Bindung webt,
ist das, was man auch wirklich lebt.
Es ist der Mut, sich selbst zu blicken,
um alte Muster zu zerknicken. Wenn
Ego weicht und Einsicht siegt, weil
man im Du geborgen liegt…
beginnt der Mensch, sich zu erneuern,
die eignen Schatten zu beteuern.
Nicht nur für dich, auch wegen dir,
wächst aus dem Ich ein echtes Wir.
Es zählt der Schritt, die stete Tat, die
Reife, die sich offenbart. Wer bleibt,
wenn Sturm die Nacht durchbricht,
wer jeden Tag ein neues Licht …
in deine dunklen Winkel bringt,
und leise mit der Seele ringt. Die
Liebe redet nicht von Treue, sie
baut sie täglich auf, aufs Neue.
Sie ist Verwandlung, tief und klar,
macht das Versprechen erst wahr.
Schau auf die Hand, die dich berührt,
und dich durch wahre Wandlung führt.
Manch schönes Wort ist nur ein
Schild, ein idealisiertes Bild,
das vor der eignen Leere schützt
und Narzissmus blind unterstützt.
Wer nur im Rausch der Worte schwebt,
hat echte Nähe nie gelebt; er liebt den
Spiegel, nicht das Du,und sperrt das
Herz aus Angst Klipp-Klapp zu.
Doch Heilung braucht den Mut zur
Pflicht, das nackte, ungeschminkte
Licht. Wenn die Projektion verblasst,
und man den Alltag tief erfasst…
zeigt sich, wer reif für Bindung ist, wer
nicht beim ersten Streit vergisst, dass
Liebe Arbeit an sich selbst bedeutet,
und nicht nur süße Glocken läutet.
Es ist der Blick, der Fehler verzeiht,
die Hand, die hält im Lauf der Zeit.
Kein lauter Schwur, kein großes Fest,
das uns die Wahrheit spüren lässt.
Es ist das stille, feste Band, gebaut
auf reifem Unverstand, der durch
Erfahrungen wächst und lernt,
sich von der Illusion entfernt.
So schweigt das Wort, wo Liebe spricht,
aus Schatten bricht ein neues Licht.
Gemeinsam durch den Alltag gehen,
heißt ohne Masken sich verstehen.

Dana Stella Schuhr

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