Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Das ungesagte Wort Durch weite Zeiten bin ich blind geschritten, nach rechtem Wort, das mein Gefühl umschließt. Oft hab’ ich stumm um einen Vers gelitten, der sich wie Gold in meine Sehnsucht gießt. Doch blieb die Suche ziellos und verloren, mal schien die Sprache mir zu herb und laut, mal war sie wie ein Hauch,…

  • Ein Funke im Wind Ich schicke ein Wort auf die Reise, gar nicht laut, eher sacht und leise. Ein Ruf aus der Tiefe, ein Stück von mir, ich öffne die Tür und trete vor die Tür. Es ist kein Flehen, es ist kein Klagen, es ist der Mut, die Wahrheit zu sagen. Denn jeder Schrei,…

  • Die lauteste Nacht Wenn laute Nächte nicht mehr schweigen, sich Leere zeigt im vollen Reigen, wenn du tust, was du eigentlich nicht magst, und lügst, indem du es einfach nicht sagst. Wenn du lachst, obwohl du traurig bist, und weinst, wenn niemand bei dir ist. Wenn Liebe dich durch Sehnsucht quält, und du lebst, obgleich…

  • Amtlich beglaubigtes Geknutsche Ein kleiner Hauch, so frech und frei, pfiff auf die Sitten-Polizei. Er schlüpfte durch die Lippenritze, wie ein Phantom bei Sommerhitze. Die Gattin, sonst auf Treue geeicht, ist jäh vom Pfad der Pflicht geweicht. Sie tauscht den Gatten, brav und bieder, gegen fremde Liebeslieder. Sogar das Recht verlor den Mut: Der Cop,…

  • Das Erwachen der Seele „Für jene Menschen, die den Krieg im Innern beenden, um das Licht im Außen zu finden.“ In diesem Wald von Menschenmassen seh‘ ich oft nur Marionetten, die sich gerne in fremde Formen fassen, meist gelegt in unsichtbare Ketten. In unserm Stolz auf freies Denken find’ ich doch nur gefüllte Räume. Wo…

  • Ein Hauch von Licht Wie Goldstaub, der im Schatten tanzt, wenn sich ein Lichtstrahl sanft verirrt, hast du mir Hoffnung eingepflanzt, bevor die Welt im Grau erfriert. Kein lautes Wort, kein großer Schwur, nur eine Geste, still und weich, hinter- lässt im Herzen jene Spur, die uns an wahrem Glück macht reich. Denn was die…

  • Bleiernes Herz

    Bleiernes Herz Nur eine Nacht in meinem Reich, die möchte ich dir zeigen. Wärst du bei diesem Anblick totenbleich –würdest auch du dann schweigen? Wo Himmel rote Tränen weint, Blut durch die Täler bricht, wo Glut sich mit dem Grau vereint, verliert man sein Gesicht. Das Feuer brennt dort schwarz und kalt, Dämonen ziehen umher.…

  • Trotzdem

    Trotzdem Ich stehe hier, die Kraft fast leer, doch jeder Schritt trägt mich noch weiter. Ich weiß oft nicht: Wer bin ich sehr? Und bleibe doch mein Wegbegleiter. Ich flüchte vor der ganzen Welt Gesicht, verdränge, was ich kaum ertrage und doch holt es mich ein, das grelle Licht, es stellt mir täglich neue Fragen.…

  • Trotz allem

    Trotz allem Die Kraft versiegt, der Geist wird leer, das Eigene scheint mir so fern. Ich trage an der Welt so schwer und folge doch dem müden Stern. Ich flüchte mich ins Schweigen rein, verdränge, was mich quält und brennt. Doch holt mich jede Angst stets ein, die meine Seele beim Namen nennt. Ich bin…

  • Vom müssen zum sein Was gestern recht, was heute fehlt, ist morgen nur, was kaum noch zählt. In deinem Richtig, meinem Trug, liegt oft der Nichtigkeit Genug. „Man sollte“ ist ein graues Kleid, gewebt aus fremder Erwartbarkeit. Warum nach fremden Urteilen dürsten, wenn wir im Eigenen uns erst fürsten? Mal Schattenwurf, mal helles Licht, doch…

  • Erwachen der Liebe Liebste Liebe, bist du aufgewacht, hast du dein Herz bereits aufgemacht? Hast du begriffen, was geschieht, und die Initiative nun ergriffen? Wer sät, der wird auch ernten, das ist das Gesetz, das wir verlernten. Wirst du nun sehen und endlich aufstehen? Denn so kann es nicht weitergehen. Du rennst und rennst in…

  • Herz aus Glas

    Herz aus Glas Dein Blick wie sonnenhelle Weiden, ein Rätsel durch die Ewigkeit. Ich will dein Herz von Hüllen scheiden, doch meine Angst steht noch bereit. Was mir geschieht, ist nie geschehen, in deiner Nähe, bang und stumm. Kannst du die tiefen Wurzeln sehen? Die Sehnsucht gräbt im Schmerz herum. Oh sieh mich an, ganz…

  • Herzensdurst

    Herzensdurst Dein Puls, ein Echo in der Nacht, hat tief in mir den Durst entfacht. Ich folge seinem dunklen Lauf, bis ich an deiner Brust wach’ auf. Dort, wo die Unruh’ Frieden findet, und sich mein Herz an deines bindet. Ich ziehe jene Linien nach, die leise Zunge, feurig-wach. Dein Mund, er flüstert: „Bleib mir…

  • Mein Name ist Hashimoto Ich bin der Dieb, der leise kommt, der deine Kraft und Zeit geräumt. Ein Feind, der in der Tiefe thront und sich in deinen Zellen sonnt. Ich bin der Nebel im Verstand, das Zittern in der kalten Hand. Mal bin ich Eis, mal bin ich Glut, ich raube dir den Lebensmut.…

  • Im Schatten des Abschieds Verstummen soll die süße Weise, von deinem Schwur kein Wort mehr her. Die Welt dreht sich nun leise, leise, und jeder Atemzug wird schwer. Schenk mir… nicht jenen Blick, den milden, der einst wie Blitz mein Herz berührt. In meinen Träumen, jenen wilden, hat er mich nur ins Nichts geführt. Bewahr…

  • Bedingungslos

    Bedingungslos Ganz gleich, was fremde Stimmen weben, wie sie mich tadeln oder seh’n, ob sie mein Lachen spöttisch beleben oder mich einfach nicht versteh’n. Ob unweiblich, ob kindlich-wild, es ist vollkommen gleich – ich hab doch dich. Du bist mein Hafen, bist mein Schild, du kennst das wahre Herz in mir. Egal, wie schwer die…

  • Der letzte Schritt Nun sank die Stille, weich und schwer, der alte Schmerz – er wohnt nicht mehr. In tiefem Schweigen, fern und klar, vernahm ich, was zu sagen war: „Geh nun.“ Da öffneten sich Wege weit, aus Licht gewebt, aus neuer Zeit. Was eben noch im Nebel lag, ward Sicht und Chance und heller…

  • Das Fundament der Burg Du wähltest ihn, weil er dich wirklich sah, nicht für den Glanz, nicht für das Gold der Welt. Sein Lachen war dir in der Stille nah, ein Herz, das dich in rauen Nächten hält. Doch kaum dass er den Platz an deiner Seite fand, verlangst du plötzlich, dass er sich verbiegt?…

  • Bittere Wahrheit Samstag für Samstag in der dämmr’gen Halle, bewahrt ihre Haut den Glanz der fernen Sonne. Im Silber rührt sie, fern von jeder Wonne, den Cognac um, im leisen Widerhalle. Noch sucht sie das, was schwand mit lautem Falle, die Hoffnung bleibt die letzte, trübe Bronne. Sie wartet stumm, als ob sie Zeit gewönne,…

  • Ewiges Blau

    Ewiges Blau Stiller werd‘ ich, wenn es regnet, lauter rauscht nur die Natur. Sehnsucht ist’s, die mich nun segnet, lockend ruft mich das Azur. Blühen fern die Sommerwiesen, seh‘ ich noch dein Angesicht. Wo sich Licht und Schatten grüßen, pflück‘ ich das Vergissmeinnicht. Bald wird Winters Klage wehen, auf den Wimpern kahler Weiden, die im…