Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • So manches Wort

    So manches Wort Manch Wort will erst in Stille reifen, hält lange im Verborg’nen aus. Ein and’res lässt sich kaum begreifen, strömt lustvoll plätschernd schon heraus. So manches Wort erscheint befangen, weiß nicht, woher es wirklich stammt. Ein and’res wird zum Schmerzverlangen, das den Empfänger jäh entflammt. Doch manches Wort birgt tiefes Lieben, lässt Frieden…

  • Baum-Sex

    Baum-Sex Nun haltet eure Äste fest und sichert eure Wurzeln. Ich blase jetzt aus Nord- Nord-West, bis eure Blätter purzeln.“ So rief’s der Wind den Bäumen zu … in Wäldern und an Straßen. Erst wenn ihr nackt seid, geb ich Ruh, mit mir ist nicht zu spaßen.“ Er heult und pfeift: Jetzt wird gekämmt“ um…

  • In blauen Tiefen

    In blauen Tiefen Kaum fassbar, wie in jenen Augen, die tief wie dunkle Glyphen steh’n, die Lieder meines Schicksals tauchen, um dort im Blauen aufzugehen. Ich wage mich auf jene Meere, die Seele wird zum Segel nun, bis ich am fernen Ufer kehre, um sanft in deinem Sand zu ruh’n. Wo Feuer fern am Himmel…

  • Das Erwachen

    Das Erwachen Ein Baldachin aus Rügen-Flicken, weit gespannt ums Himmelszelt. Lampen, die die Sonn’ ersticken, Nacht behütet matte Welt. Lau und seicht und voller Segen, wiegt die Flut uns sanft in Ruh’. Wär’ ich nicht dem Strom entstiegen, schlöß’ ich auch die Augen zu. Netze weben aus Vergessen, hüllen uns in Seide ein. Ganz vom…

  • Das Leuchten unter dem Eis Man gab mir Augen, hell und klar, zu fassen, was an Glanz erscheint. Doch niemand sagte, wie es ist, wenn man durch sie die Welt beweint. Ein Herz ward mir ins Fleisch gelegt, zu schlagen für das Glück allein. Doch niemand sprach vom dunklen Pfad: Dass Lieben auch heißt: Leidend…

  • Das ferne Leuchten Das Meer ist schwarz, der Wind ein Schrei, die Stunden ziehen schwer vorbei. Ich stehe hier am Weltenrand, mit Worten nur in meiner Hand. Ein Leuchtturm, alt und salzverkrustet, der kaum noch um sein Leuchten wusste. Ich schickte Tränen in die Flut, aus Hoffnungslosigkeit und Wut. Ich dachte, niemand hört das Beben,…

  • Das Loch in mir

    Das Loch in mir Ich wollte dich niemals emotional oder körperlich betrügen, du musst mir glauben, ich kann da nicht lügen. Kein Blick nach außen war da gegen dich gedacht, ich hab nur die Stille in mir nicht vermacht. Ich war mir selbst so fremd, so weit entfremdet, hab meine Kraft an leere Reize nur…

  • Verbunden

    Die schönen Hände und ein heller Blick,verführten mich zu einer Wende, zueinem sonderlich gewagten Glück. Nicht,dass ich diese Geste falsch empfände! Ich war in sie hinein verflochten. Unshielten andere als die Tageswände.In mein Gebettet gabst du mir zurück,was ich mir jämmerlich erfochten. Ich ließ von mir – gewollt! – ein Stück.Du hast es, wie erhofft,…

  • Tränen bitter

    Tränenbitter Ein goldner Tag am stillen See, wir saßen selig im Gras. Dort fraß ein Reh vom jungen Klee, bis es die Welt um sich vergaß. Dein Lachen fing das Dämmerlicht, trieb sanft die Abendstund’ davon. An jenem Ort der Zuversicht gab es für Schmerz noch keinen Ton. Ich seufze kurz, und stell es fort,…

  • Große Verhältnisse Fragt man mich heute nach der Herkunft, nach Elternhaus und Kindertagen, so sag ich: „Aus großen Verhältnissen!“ und beginne, das Elend vorzutragen. Man sah es uns von außen nicht an, die Schuhe blank, die Weste rein. Wir hielten fest an einem Plan: Ein lügenhafter Sonnenschein. Doch Alkohol, man weiß es bitter, ist Gift,…

  • Das leere Herz

    Das leere Herz Wohin mit all dem Schmerz, der mich zerreißt? Reiß dich aus meinem Herzen, Stück für Stück, denn was hart blieb, das kehrt nicht mehr zu- rück, auch wenn mein Geist die Trennung noch… nicht gut heißt. Es klafft ein Spalt, wo einst die Liebe war, ich lass es gehen, such einen neuen…

  • Das Echo der Angst Zu feige zum Lieben und doch mitten drin, du stürzt dich in Herzen mit flüchtigem Sinn. Du willst der Beste, der Einzige sein, doch lässt mich im Winter der Seele allein. Ich möchte dich verstehen, mein Herz ist so schwer, es bricht an den Wochen, ich kann kaum noch mehr. Du…

  • Was Liebe ist

    Was Liebe ist Was ist Liebe? wird man fragen, wenn die Welt im Lärm verstummt. Was uns Lied und Verse sagen, bleibt oft fern und unbestimmt. Liebe füllt die halben Seiten, eines Dudens Wörterpracht. Sucht das Gute, will begleiten, heller Stern in tiefer Nacht. Sie ist Herzstück und Beginn, Fazit jeder Lebensreise. Schafft Erwartung einen…

  • Das feste Band

    Das feste Band Die Liebe ist kein flüchtig Glück, sie schaut nicht zweifelnd mehr zurück. Sie ist kein Spiel aus bloßer Lust, sie ist die Wahl – ganz tief, bewusst. Denn Echtheit zeigt sich erst im Sturm, sie steht im Fels wie ein Reifenturm. Man lässt sich keine Türen mehr, das Herz braucht kein „Vielleicht“…

  • Bedingungslose Liebe Fünfundfünfzig Jahre, Hand in Hand, ein unsichtbares, sehr tiefes Band. Durch helle Tage, durch die Nacht, habt ihr das Leben heil vollbracht. Nun ist er fort, der Platz ist leer, das Atmen fällt im Herzen schwer. Doch in der Stille, spät und kühl, erwacht ein ganz besond’res Gefühl. Du sagst: „Ich trage diesen…

  • In liebevollem Gedenken an eine wahre Liebe Es war nicht nur die Zeit, die sie verband, sondern die Entscheidung, jeden Schritt gemeinsam zu gehen. Fünfundfünfzig Jahre lang teilten sie das Brot, die Sorgen und die unzähligen kleinen Glücksmomente, die ein Leben groß machen. An jenem Abend am Grab lehrte uns unsere Mutter die höchste Form…

  • Facetten der Liebe

    Facetten der Liebe Mein Hafen bist du, Anker in der Nacht, das weite Meer, auf dem mein Segel gleitet. Du bist die Welt, die mir den Frieden bringt, und mich durch jeden Sturm ins Off’ne leitet. Du bist der Puls in stiller Gelassenheit, ein sanfter Wille, der den Streit bezwingt. In dir wird Sehnsucht zur…

  • Mut zum Neuanfang

    Mut zum Neuanfang Nicht nur aus goldnen Sonnentagen, erblüht des Lebens wahres Glück. Du musst den Sturm im Innern wagen, lass alle Zweifel jetzt zurück! Wenn alte Welten um dich fallen und Staub die Sicht zum Morgen trübt, lass deinen Ruf nach vorn erschallen, weil nur der Sieg dem Mutigen blüht. Brich auf das Eis,…

  • Ein Hauch von Chanel Nummer 5 Ein Hauch von Chanel Nummer 5, kaum greifbar, leise und sacht, hat in der kühlen Abendluft Erinnerungen wach gemacht. Seit Stella sechzehn Jahre war, begleitet sie dieser Schein, was damals ihre Sehnsucht war, soll heut’ ihr Anker sein. Geflügelt steigen sie empor, ein Schweben durch die Zeit, der Duft…

  • Der Wächter der Träume Ich pflegte einst so viele Träume, wollt’ einfach nur glücklich sein. Ich glaubte fest an Amors Räume, doch nun blieb ich zurück – allein. Wie Windhauch in den hohen Bäumen, wie warmer, heller Sonnenschein, wie Sterne, die im Dunkeln säumen, beim sanften, weißen Mondenschein. Die Erde zieht noch ihre Kreise, die…