Ein Baldachin aus Lügen-Flicken,
weit gespannt ums Himmelszelt.
Lampen, die die Sonn’ ersticken,
Nacht behütet matte Welt.
Lau und seicht und voller Segen,
wiegt die Flut uns sanft in Ruh’. Wär’
ich nicht dem Strom entstiegen,
schlöß’ ich auch die Augen zu.
Netze weben aus Vergessen,
hüllen uns in Seide ein. Ganz
vom Hochmut schon besessen,
reicht uns längst der matte Schein.
Doch in jener glatten Fläche, gärt
der Grund und modert Zeit. Bis
die dünne Schale bräche, uns vom
sanften Trug befreit. Dann zerbirst…
was uns umschlungen, Licht frisst
Fleisch und frisst den Geist. Lieder,
die wir stumm gesungen, sind
vom Donner jäh verspeist.
Kein Geflecht, das uns noch hielte,
Seide reißt und Prunk zerfällt.
Wo die Lüge mit uns spielte,
steht die Schuld im fahlen Feld.

Dana Stella Schuhr
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