Du wähltest ihn, weil er dich wirklich sah,
nicht für den Glanz, nicht für das Gold der
Welt. Sein Lachen war dir in der Stille nah,
ein Herz, das dich in rauen Nächten hält.
Doch kaum, dass er den Platz an deiner Seite
fand, verlangst du plötzlich, dass er sich
verbiegt? Du ziehst an jedem Faden, jeder
Wand, bis seine Eigenheit in Trümmern liegt.
Warum den Durchschnitt wählen und ihn lieben,
um ihn dann nach dem Ideal zu formen?
Was ist vom ersten Zauber uns geblieben,
erstickt in deinen Forderungen und Normen?
Ein Mann liebt oft das Lächeln, das du
schenkst, die Seele, die in deinen Augen ruht,
nicht das, was du an Strategien dir denkst,
er liebt in dir den Geist und deinen Mut.
Er baut dir Welten, wenn die Liebe trägt, geht
jeden Weg, so weit die Füße gehen. Doch
wenn dein Blick nur noch Ansprüche pflegt,
wird er im Sturm nicht mehr als Fels bestehen.
Ein Mann ist keine seelenlose Kraft, kein
Rädchen, das für deine Wünsche dreht. Er
braucht die Hand, die mit ihm Werte schafft,
die fest bei ihm in jedem Wetter steht.
Suchst du den König, der schon alles hat,
der dich auf fertigen Balkonen zeigt? Dann
frag dich selbst: Was bringst du in die Stadt,
wenn seine Kraft einmal dem Ende neigt.
Bist du bereit, den Grundstein mit zu legen?
Sein Scheitern auszuhalten, seinen Schmerz?
Ein Königreich wächst nur auf rauen Wegen,
durch zwei Paar Hände und ein gleiches Herz.
Denn Liebe ist kein Dienst an deinem Thron,
kein Einbahnstraßenweg im fahlen Licht.
Sie ist des gegenseit’gen Bauens Lohn, wer
nur verlangt, der findet echte Liebe nicht!

Dana Stella Schuhr
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