Fragen Ich blicke rückwärts, denk ich dein, ein Schattenwurf der alten Tage. Wie kann dein Herz so lebendig sein? Ich schenke nichts – und doch ich wage, dir meine Zeit zu Füßen zu legen. Im Traum seh ich den Sommertanz, ein Wiegen auf vertrauten Wegen. Wie liebst du nur im Lichterglanz? Oder wohnst du noch…
Das Meer in mir Ich treibe stumm im weiten Meer, die Welt wird bleich, das Herz wird leer. Wo einst ein Licht am Ufer stand, reicht keine Hoffnung mir die Hand. Der Leuchtturm ist im Nebel weit, versunken in der Einsamkeit. Noch wehrt sich zaghaft mein Verstand, doch sinke ich zum Meeresgrund. Wo Atmen schwer…
Ein Leuchten bleibt Behalt die Worte, die wir sprachen, als kostbar edles Gut bei dir. Auch wenn die Bande nun zerbrachen, bleibt doch dein Lächeln tief in mir. Dein Blick, der mich so hell durch- drungen, er bleibt mein Kompass in der Nacht. Was wir als Einheit einst besungen, hat mich zum reichsten… Mensch gemacht.…
Wahl aus Glas Ich schiebe Bilder hin und her, das Urteil leicht, das Herz so leer. Ein Klick, ein Blick, ein schneller Gruß – ist das schon Liebe? Nur ein Muss? Verflogen sind die Augenblicke, der Bar-Besuch, die tiefen Blicke. Wir sparen uns die Zeit, das Wort, und jagen nach dem fernen Ort, wo retuschierte…
Ohne Worte Nur durch Taten, ohne Worte, fehlt dem Geist der rechte Ort. Ob nun laut, ob leise Schwingung, Heilung bringt nur die Besinnung, die durch Worte sanft geschieht, wie ein tiefes, altes Lied. Schon der Herr rief diese Welt durch sein Wort ins Himmelszelt. Drum sei mild, wenn dir auf Erden Wortversprechen brüchig werden.…
Die eine Liebe Augen, tief wie die Meere, Lippen, die ich zu küssen begehre. Ein Name, eine Melodie die man nie vergisst. Bist nur kurz weg, wirst Du vermisst. Ich hoffe Du verstehst was ich zu sagen versuche, denn Du bist die Liebe, mein Leben, ich suche. Ohne Dich werd ich weilen im Herzen… gar…
Das zweite Herz Ein Blick am Anfang, still und scheu, ein Glühen, das im Innern schwoll, das Herzgefühl, so fremd und neu, von ungeahnter Sehnsucht voll. Als deine Seel’ die Liebe fand, begann dein Herz die weite Reise, geführt von Amors linder Hand, auf wunderbar geheim’ Geleise. Es suchte Heimstatt, suchte Licht, und fand an…
Das ungesagte Wort Durch weite Zeiten bin ich blind geschritten, nach rechtem Wort, das mein Gefühl umschließt. Oft hab’ ich stumm um einen Vers gelitten, der sich wie Gold in meine Sehnsucht gießt. Doch blieb die Suche ziellos und verloren, mal schien die Sprache mir zu herb und laut, mal war sie wie ein Hauch,…
Ein Funke im Wind Ich schicke ein Wort auf die Reise, gar nicht laut, eher sacht und leise. Ein Ruf aus der Tiefe, ein Stück von mir, ich öffne die Tür und trete vor die Tür. Es ist kein Flehen, es ist kein Klagen, es ist der Mut, die Wahrheit zu sagen. Denn jeder Schrei,…
Die lauteste Nacht Wenn laute Nächte nicht mehr schweigen, sich Leere zeigt im vollen Reigen, wenn du tust, was du eigentlich nicht magst, und lügst, indem du es einfach nicht sagst. Wenn du lachst, obwohl du traurig bist, und weinst, wenn niemand bei dir ist. Wenn Liebe dich durch Sehnsucht quält, und du lebst, obgleich…
Amtlich beglaubigtes Geknutsche Ein kleiner Hauch, so frech und frei, pfiff auf die Sitten-Polizei. Er schlüpfte durch die Lippenritze, wie ein Phantom bei Sommerhitze. Die Gattin, sonst auf Treue geeicht, ist jäh vom Pfad der Pflicht geweicht. Sie tauscht den Gatten, brav und bieder, gegen fremde Liebeslieder. Sogar das Recht verlor den Mut: Der Cop,…
Das Erwachen der Seele „Für jene Menschen, die den Krieg im Innern beenden, um das Licht im Außen zu finden.“ In diesem Wald von Menschenmassen seh‘ ich oft nur Marionetten, die sich gerne in fremde Formen fassen, meist gelegt in unsichtbare Ketten. In unserm Stolz auf freies Denken find’ ich doch nur gefüllte Räume. Wo…
Ein Hauch von Licht Wie Goldstaub, der im Schatten tanzt, wenn sich ein Lichtstrahl sanft verirrt, hast du mir Hoffnung eingepflanzt, bevor die Welt im Grau erfriert. Kein lautes Wort, kein großer Schwur, nur eine Geste, still und weich, hinter- lässt im Herzen jene Spur, die uns an wahrem Glück macht reich. Denn was die…
Bleiernes Herz Nur eine Nacht in meinem Reich, die möchte ich dir zeigen. Wärst du bei diesem Anblick totenbleich –würdest auch du dann schweigen? Wo Himmel rote Tränen weint, Blut durch die Täler bricht, wo Glut sich mit dem Grau vereint, verliert man sein Gesicht. Das Feuer brennt dort schwarz und kalt, Dämonen ziehen umher.…
Trotzdem Ich stehe hier, die Kraft fast leer, doch jeder Schritt trägt mich noch weiter. Ich weiß oft nicht: Wer bin ich sehr? Und bleibe doch mein Wegbegleiter. Ich flüchte vor der ganzen Welt Gesicht, verdränge, was ich kaum ertrage und doch holt es mich ein, das grelle Licht, es stellt mir täglich neue Fragen.…
Trotz allem Die Kraft versiegt, der Geist wird leer, das Eigene scheint mir so fern. Ich trage an der Welt so schwer und folge doch dem müden Stern. Ich flüchte mich ins Schweigen rein, verdränge, was mich quält und brennt. Doch holt mich jede Angst stets ein, die meine Seele beim Namen nennt. Ich bin…
Manchmal denke ich, ich habe keine Kraft mehr und trotzdem lebe ich. Manchmal vergesse ich, wer ich bin und was ich eigentlich will und trotz dem mache ich weiter. Manchmal verdränge ich alles, weil ich es nicht mehr aushalte und trotz dem holt es mich immer wieder ein. Manchmal weiß ich nicht, was ich fühle…
Vom müssen zum sein Was gestern recht, was heute fehlt, ist morgen nur, was kaum noch zählt. In deinem Richtig, meinem Trug, liegt oft der Nichtigkeit Genug. „Man sollte“ ist ein graues Kleid, gewebt aus fremder Erwartbarkeit. Warum nach fremden Urteilen dürsten, wenn wir im Eigenen uns erst fürsten? Mal Schattenwurf, mal helles Licht, doch…
Erwachen der Liebe Liebste Liebe, bist du aufgewacht, hast du dein Herz bereits aufgemacht? Hast du begriffen, was geschieht, und die Initiative nun ergriffen? Wer sät, der wird auch ernten, das ist das Gesetz, das wir verlernten. Wirst du nun sehen und endlich aufstehen? Denn so kann es nicht weitergehen. Du rennst und rennst in…
Herz aus Glas Dein Blick wie sonnenhelle Weiden, ein Rätsel durch die Ewigkeit. Ich will dein Herz von Hüllen scheiden, doch meine Angst steht noch bereit. Was mir geschieht, ist nie geschehen, in deiner Nähe, bang und stumm. Kannst du die tiefen Wurzeln sehen? Die Sehnsucht gräbt im Schmerz herum. Oh sieh mich an, ganz…