Ich schiebe Bilder hin und her, das
Urteil leicht, das Herz so leer. Ein
Klick, ein Blick, ein schneller Gruß –
ist das schon Liebe? Nur ein Muss?
Verflogen sind die Augenblicke,
der Bar-Besuch, die tiefen Blicke.
Wir sparen uns die Zeit, das Wort,
und jagen nach dem fernen Ort,
wo retuschierte Helden strahlen, in
Farben, die wir selbst uns malen. Ein
schnelles Like als kühler Lohn, doch
was ist echt? Wer weiß das schon?
Dann regt sich leis’ ein Zweifel-Wort:
Was treibt mich an diesen digitalen Ort?
Wenn doch ein Mensch aus Fleisch und
Blut viel heller brennt als Pixel-Glut.
Ich krame tief im Herzensgrund, da
wird mir jener Schmerz erst kund:
Die Träume, die wir einst geteilt,
sind tief in meiner Brust verweilt.
Ich seh’ die Nächte, Glück und Licht, ein
Bild auf Glas ersetzt dich nicht. Ach,
Tinder, schweig – es ist vorbei, denn
niemand gleicht dir, bleibst mir treu.

Dana Stella Schuhr
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