Die gläserne Hülle Gefangen in Schichten, in Hüllen aus Zeit, erzählt die Geschichte von Gestern das Heute. Wo ist die Vernunft, die vom Ich uns befreit. Das Gestern macht Morgen zur Beute. Ein Meer voller Leere, ein Sturm voller Geist, Gedanken, die singen, was niemals geschah. Wer ist dieses Wesen, das „Ich“ sich doch heißt?…
Der späte Schmerz Du brichst ihr Herz mit leichtem Sinn, gibst dich dem wilden Leben hin. Doch brennt das Feuer erst zu Asche, greift die Erinnerung in die Tasche. In einem stillen, fernen Moment, den dein Verstand noch gar nicht kennt, taucht ihr Gesicht vor dir wieder auf, und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Du…
Das stoische Reich Hinter Mauern, kalt und schwer, sinkt das Licht ins Weltenmeer. Doch wenn die Welt in Trümmer bricht, löscht das den inneren Funken nicht. Was draußen stürmt, was uns bedroht, berührt des Geistes festes Boot. Das Leben quillt aus Fug und Rand, wir bauten Schlösser in den Sand. Vergossen Tränen um den Schein,…
Das Erwachen der Freiheit Es schlägt das Pendel in der linken Brust, belebt von neuer, ungezähmter Kraft. Es flieht der Schatten namenloser Lust, die sonst nur Schwere in der Seele schafft. Der alte Gram, der stumm das Herz belagert, weicht einem Licht, das durch die Dämmerung bricht, und was im Innern schmerzvoll eingefasst, verliert im…
Die Maske des Daseins Das Glück verblasst in diesen trüben Tagen, der Körper schwankt, die Seele brennt in Schmerz. Wir sinken tief in Fluten schwerer Fragen, und stumm verzweifelt das gebeugte Herz. Der Preis ist hoch, das Dasein heißt Verzicht, ein Tauschgeschäft, das erst am Ende tagt. Wir jagen nach dem falschen Morgenlicht, während die…
Das Echo der Gezeiten Dein Lippenhauch – ein nie erreichtes Ufer, deine Hand – ein warmer Strom auf kalter Haut. Ich rufe deinen Namen wie ein Schiffbruch- Rufer, der stumm in die geschwollne Brandung schaut. Dein Blick liegt tief im Nebel grauer Meere, kein Leuchtturm führt mich mehr zu dir zurück. Doch durch die kalte,…
Die Heimkehr der Träume Wo sind sie nur, die bunten Bilder, die einst den jungen Geist belebt? Der Blick auf diese Welt war milder, weil Sehnsucht uns empor gehebt. Ein manches Bild war eitel Blendung, und manches glänzte pur und rein, wir suchten Schicksal und Vollendung und wollten wie die Götter sein. Wir hatten wenig,…
Im Takt der kalten Tränen Es brennt der Fackeln roter Schein, er lodert düster in den Venen, sucht Trost für meinen Schmerz allein, im Glanze zischen kalte Tränen. Ein stummer Strahl berührt mein Ich, bricht ein in meine Erdenhülle; des Winters Dunkel brach einst mich, des Sommers Blick ist starre Stille. Das Feuer knistert matt…
Die Brücke aus Licht Wer jedes Maß an Scheu vergisst, und rücksichtslos die Welt begeht, verkennt, dass er nur Schatten frisst, während sein Bild im Licht verweht. Doch blickt er nie ins eigne Sein, bleibt ihm der Geist ein fremdes Land, er sperrt die Einsicht bebend ein und baut sein Haus auf bloßem Sand. Wo…
Die Brücke der Transzendenz Durch Wüsten, die im Schweigen Ruhen, zog ich mit wundgelauf’nen Schuhen, vorbei am Lärm der eitlen Welt, wo nur dein Blick mein All erhellt. Ich brach der Seele stolze Krone, auf dass ich blind im Opfer wohne. Gab jeden Halt, gab jeden Sinn, für einen Hauch von Nähe hin. Das Universum…
Wahre Liebe spricht durch Taten Nicht laute Worte, süß und schwer, von „Schatz“ und „Hase“ wiegen mehr. Es ist der Blick, der still versteht, der sanft mit dir durchs Leben geht. Ein Herz, das deine Kälte spürt, dich wärmend in die Jacke führt, das dich behütet auf dem Pfad und dich im Dunkeln heimwärts trägt.…
Herzgefüge Seit jenem Augenblick, der uns verband, geht meine Seele tief durch Träumerei. Ich such’ nach Worten, die mein Herz erfand, und lenke meine Sehnsucht sanft herbei. Ein süßer Zauber hält mich stumm gefangen, während ich bang auf jene Chance schaue. Vorbei ist nun das Zweifeln und das Bangen, weil ich nun fest auf deine…
Durchbruch Wenn deine Welt in Stücke springt, weil dich das harte Leben bricht, ist es ein Ruf, der leise klingt: Du bist bereit für neues Licht. Kein Scherbenhaufen liegt vor dir, nur Bausteine für eine Pracht. Aus jedem Riss im Jetzt und Hier erwacht die Kraft, die dich bewacht. Es brennt das Licht im tiefen…
Wie eine Liebesgeschichte Du bist wie eine Liebesgeschichte, ein wilder Sturm, ein stilles Meer, ein Glanz, der Dunkelheit vernichtet, ein Federleicht und Tonnenschwer. Ein Flehen: „Wo bleibe nur ich?“, ein Raunen: „Alles für dich!“ Du bist wie eine Liebesgeschichte, ein klares Wir, ein einsames Ich … das Band, das Zeit und Raum verpflichtet, der Schmerz,…
Nein, Küsse mich nicht! Nein, küsse mich nicht, wecke sie nicht auf, die wilden Orkane in meiner Brust! Sonst nehmen die Träume und Flüsse den Lauf, erwacht von der Sehnsucht, die du nicht gewusst. Jeder deiner Blicke brennt tief sich mir ein, wie Brandmale schreiben sie leis deinen Namen. In Reime aus gelbem und blauem…
Im Schatten der Stille Der Vorwurf schweigt, die Welt wird so ganz leise, du drehst dich fern in deiner Weise. „Du hast dich auch nicht mehr gemeldet“, ein Satz der kalt im Echo … meldet was Stolz verlangt und Herz vergisst: Dass du gerade am Kämpfen bist. Ich seh’ den Nebel, der dich hält, wie…
Sehnsucht ohne Recht Bittersüßes, wildes Brennen, Herzens Sehnsuchtsmelodie! Niemals will ich mich getrennen, fortgeben werd‘ ich sie nie. Klagelied in schweren Zeiten, das mein Leben vorwärts treibt. Sollte es von dannen gleiten, weiß ich, dass mir gar nichts bleibt. Mag das Stechen mich zerreißen, macht es doch die Welt erst schön. Will dich meine Liebe…
Die Rüstung der Stille Sie trägt die Welt auf ihren schmalen Schultern, schon so lang, seit früher Zeit. Lernt’ zu stehn auf kalten Trümmern, stets zum nächsten Kampf bereit. Denn wenn sie fiel, war niemand da, der ihre Last im Fallen sah. Sie funktioniert, sie hält zusammen, was längst schon aus den Fugen bricht. In…
Wer wünscht, der hofft Wir lauschen stumm der tiefen Nacht, wenn sanft ein Stern vom Himmel fällt. Ich habe still in Liebe an dich gedacht und schick mein Flehen ins Himmelszelt. Ich schmiede mich an deine Brust, von Tränen ist mein Blick getrübt. Sie rinnen leis und unbewusst, vom gold’nen Sternenlicht geliebt. Wird sich erfüllen,…
Kalabrischer Herzensblick Als scheues Lächeln schwebt mein Sehnen, wie Abendlicht durch diese Nacht, während am Horizont, dem jenen, der Sterne Silbernetz erwacht. Der Wind trägt süßen Duft von Blüten der Zitronen tief ins Herz hinein, wo alte Liebesfeuer glühten – ich möcht’ für immer mit dir sein. Das ferne Tuckern kleiner Boote, verliert sich im…