Die Kette Ein kurzer Blick. Ein liebes Wort. Doch im Genick schleicht es fort. Was ich nun hab, will ich nicht geben. Das offene Grab im eig’nen Leben. Halt fest den Griff. Lass niemals los. Das Herz am Riff. Die Angst zu groß. Ein Schritt zu weit. Ein Tag zu still. Die Einsamkeit, die niemand…
Der Wall Kein Flehen mehr. Kein Blick zurück. Das Herz nicht leer, doch Stück für Stück wächst Stein auf Stein. Ein fester Bau. Ich bin allein, doch weiß genau: Was mich zerbrach, gibt mir nun Kraft. Kein Weh, kein Ach, was Leiden schafft. Ich zieh die Grenze. Ich setz den Fuß. Keine Präsenze. Kein falscher…
Das vergessene Licht Wir lernten fleißig, wie man Werte zählt, doch haben uns am Leben selbst verfehlt. Wir bauten Brücken in die fernste Welt, doch spüren kaum, was uns im Innern hält. Die Stadt ist groß … der Geist ist kühl und weit, wir kauften uns Besitz und stahlen Zeit. Wir wissen wohl, wie unser…
Der Herzens-Mensch Ein Mensch wie ein Buch, nicht nur ein kurzes Wort, du gehst zwar von mir, doch die Liebe bleibt dort. Kein Kapitel, das endet, kein Text, der verblasst, du bist all das Schöne, das ich tief in mir hast. Man sagt, dass die Zeit jede Wunde bald schließt, doch was ist mit der…
Der Wächter am Rand der Nacht Ich stehe hier am wilden Saum, aus Gischt und Licht und Seelentraum. Das Meer, es tobt, die Nacht ist schwer, doch meine Worte tragen mehr. Ich werfe Zeilen in den Wind, dort- hin, wo andere einsam sind. Was ich im Stillen tief empfand, wird nun zum Steg, wird nun…
Gemeinsam schaffen wir das Ich schenk’ der Welt ein Lächeln, doch mein Herz schlägt viel zu laut, als würde es gleich brechen, unter all der Last gestaut. Die Welt wird eng, die Luft wird knapp, ich krieg’ kaum noch ein Wort, doch keiner sieht das Beben, es trägt mich fast schon fort. „Reiß dich zusammen“,…
Vom Schatten der Liebe Vielleicht war der Morgen zu früh uns erwacht, vielleicht hat das Ende zu leise gelacht. Erst wenn sich der Vorhang des Abschieds bewegt, erkennt man den Schatz, den man lieblos gehegt. Wird Reue genügen? Verblasst denn die Schuld je? Verstehst du das Schweigen, tut’s heute noch weh? Wir stolperten blind durch…
Die Jahreskrone Minuten fließen hin zu Stunden, Wochen werden schnell zum Jahr. Zeit wird oft nur flüchtig empfunden, doch sie macht uns erst sichtbar. Oft von Alltagslast getrieben, schauen wir auf das, was kommt. Dabei ist das Jetzt geblieben, das, was wirklich uns besonnt. Jede Minute ist eine Perle, die sich in die Stunden flicht.…
Ode an das schwarze Gold Aus jener edlen Kaffeebohne braut man ein köstlich Elixier. Ob rein und schwarz, ob mit Laktone, fünf Tassen schon verdank ich ihr. Am Morgen lockt das Ritual, der Becher dampft, der Geist erwacht. Sonst wird der Tag zur Höllenqual, bevor ein Lächeln uns entfacht. Am Nachmittag im süßen Schein, bei…
Der leise Rückzug Ich ziehe den Vorhang, ganz ohne Geräusch, ich bin traurig aber nicht mal enttäuscht. Es gab kein Gewitter, kein lautes Wort, ich gehe jetzt einfach fort von diesem Ort. Ich goss meine Liebe in rissigen Grund, hielt für den Frieden oft meinen Mund. Doch wer nicht begreift, was er an mir hat,…
Unser Altar der Ewigkeit Am Abgrund, wo das Meer laut grollt, die Brandung silbern aufwärts rollt, stehst du im Licht der fernen Sterne, ein Abschiedsgruß aus grauer Ferne. Mein Kleid, vom rauen Wind zerzaust, während der Sturm im Herzen braust. Doch in dem Blick, so tief und klar, liegt alles, was uns heilig war. Kein……
Die toxische Erleuchtung Sie schwebt auf Wolken aus Lavendel, am Hals ein heil’ges Kraft-Pendel. „Namasté“, haucht sie mit falschem Blick, doch wehe, du gibst nicht das Stück von deiner Ruhe ihr zum Fraß – dann kennt ihr „Karma“ kein Augenmaß. Sie spricht von Schwingung, Licht und Sein, doch lässt in ihr Herz niemanden rein. Wer…
Tesoro Mio Ein Mensch wie ein Buch, nicht nur ein kurzes Wort, du gehst zwar von mir, doch die Liebe bleibt dort. Gefüllt mit Momenten, so rein und so echt, ich hielt dich fest, gegen Schicksal und Recht. Wir träumten vom Haus direkt am Meer, die Sehnsucht danach wiegt heute so schwer. Zitronen und Orangen…
An einem andern Ort Wohin nur mit dem Zehren, dieser Pein? Ich reiß’ dich aus dem Herzen, Stück für Stück. Was hart war, weicht – ich will dich nicht zurück, doch find’ ich keine Ruh’ im Alleinsein. Wo Liebe brannte, klafft ein tiefer Spalt, die Hoffnung floh, das Maß ist längst vollbracht. Die Sehnsucht droht…
Schatten im Hier Die Nacht ist weit und ohne Licht, mein Denken findet Ruhe nicht. Wo einst die Stille schützend lag, ertrag’ ich kaum den neuen Tag. Denn jeder Raum… ist voll von dir, ein Echo nur, doch tief in mir. Ich war so frei, ich war so fern, ein kühler, unberührter Stern. Die Einsamkeit…
Ich liebe dich. Aber nicht wie am Anfang. Ich liebe dich im Stillen, aus der Ferne, mit der ganzen Müdigkeit eines Herzens, das des Hoffens müde ist. Ich wache morgens auf und der erste Gedanke ist immer noch bei dir. Nicht als schöner Traum, sondern als Erinnerung, die nicht gehen will. Ich bete, dich zu…
Der Spiegel der Seele Sie war kein Zufall, kein flüchtiger Gruß, kein Pfad, den man achtlos beschreiten muss. Sie war ein Spiegel, klar und rein, doch fing sie nicht sein Antlitz ein. Sie zeigte das Herz … das er mühsam verbarg, die Sehnsucht nach Heimat, so leise wie stark. Kein Kämpfer, kein Held, der im…
(Komm zur Ruhe. Schließe die Augen. Atme tief ein… und aus.) – Du stehst im Licht, noch hell und grell, erwartest Schläge, hart und schnell. Doch spüre nun, wie alles weicht, die Milde wird auf einmal leicht. Statt der Faust, die dich zerbricht, fällt Sanftheit warm auf dein Gesicht. Du wirst gehalten, tief und fest,…
Ein Herzschlag wie das Meer Mein Meer, es rauscht in tiefer Nacht, die Sehnsucht hält mich wach. Ich gab ihr selbst die große Macht, sie hallt im Innern nach. Die Wunde klafft, sie brennt so rot, vom Salze tief gequält. Doch ist die Hoffnung nicht in Not, weil meine Kraft noch zählt. Der Schlag wird…
Asche im Wind Ich bin für dich nur ein beschriebenes Blatt, das keine Stimme und keine Bedeutung mehr hat. Du liest meine Worte wie flüchtigen Sand, der lautlos zerrinnt in deiner kühlen Hand. Gelöscht und vergessen, im Winde verweht, als hätt’ ich die Sprache der Liebe entstellt. Doch tief in dem Echo, das in dir…