Ein kleiner Schmerz dringt heimlich
ein, tief in das weiche Muschelfleisch.
Es brennt und drückt, es soll nicht
sein, im stillen, tiefen Meeresreich.
Sie kann den Feind nicht einfach
jagen, den Parasit, der sie bedroht.
Doch statt am Schmerze zu verzagen,
erwächst ihr Schutz in dieser Not.
Sie legt sich Schichten um die Wunde,
aus Perlmutt, Jahr für Jahr mit Fleiß.
Verwandelt so, von Stund‘ zu Stunde,
den Fremdkörper in reines Weiß.
Nicht, weil sie nach dem Schatze
strebte, erschuf sie dieses Edelgestein.
Es war der Schutz, durch den sie lebte,
um wieder ganz mit sich zu sein.
Tritt nun ein Mensch in deine Tage,
der deine Seele giftig kränkt,
dann stehst auch du vor einer Frage,
wohin dein Herz die Energie nun lenkt.
Du kannst im alten Schmerze weilen,
auf Antworten und Einsicht bauen.
Oder die eigne Seele heilen, und
mutig nach dir selber schauen.
Bau dir ein Leben ohne Schatten,
investiere Kraft in dein Geschick.
Lass hinter dir, was jene hatten,
und hol dir deine Welt zurück.
Der Wert entsteht durch deine Tat,
durch das, was du im Sturm gelernt.
Weil deine Kraft den Schmerz zertrat
und dich von allem Gift entfernt.
Am Ende glänzt sie rein und klar:
Die Perle, die dich innerlich stärkt.
Aus einer Frau, die traurig war, wird
eine, die den eignen Wert bemerkt.
Der Meeres Schatz wird bar bezahlt,
doch deine Perle misst sich rein an
dem, wie hell dein Frieden strahlt –
und stolz auf dich zu sein.

Dana Stella Schuhr

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