Der Griff ins Gestern Die Hand schließt sich um scharfes Glas, das Fleisch zerbricht, die Wunde klafft. Kein Mensch hält fest, was ihn verletzte, weil uns der Schmerz den Instinkt schafft. Man lässt es fallen, weicht zurück, beschützt die Haut, den Augenblick. Doch blickt man in die Seelenwelt, wo unsichtbares Glas uns schneidet… da zeigt…
Der eigene Wert Lass die Zügel los und lass ihn gehen, du musst nicht wach an seiner Seite stehen. Lass ihn schreiben, treffen, wohin er mag, vertrau dem Lauf und fürchte nicht den Tag. Denn seine Freiheit zeigt dir sein Gesicht: Entweder wahrt er euer Bindungslicht, oder er bricht, was ihr euch aufgebaut, weil er…
Das Fass ohne Boden Du warst da, mit off’nen Armen, voll Liebe, Güte und Erbarmen. Du hast gekämpft, du hieltst mich fest, doch ich war flüchtig wie der Rest. Ich suchte Licht in fremden Blicken, um mein zerbroch’nes Ich zu flicken. Ein neues Kribbeln, fremde Reize, weil ich mit mir im Innern geizte. Ich war…
[Das leise Gehen Du liegst bei ihm, das Zimmer ist schwer und still, doch tief in dir ist das, was deine Seele will. Er schläft den Schlaf der sicheren Gewissheit, während dein Geist die Fesseln bricht und zerreißt. Es ist kein Mensch, für den dein Herz jetzt schlägt, es ist die Welt, die nur dein…
Leise Nähe Sie klopft nicht an, sie fordert nicht, sie braucht kein grelles Rampenlicht. Sie setzt sich einfach still dazu und mit jedem Atem kommt die Ruh’ Kein Feuerwerk, kein großes Wort, nur sanftes Bleiben an dem Ort, wo Blicke einen Herzschlag säumen und wir von nichts als Gegenwart träumen. Ein Lachen über Kleinigkeiten, ein…
Das Kartenhaus der Illusion Ein lauter Schritt, ein kühner Blick, sie weben sich ihr eigen Glück. Aus falschem Gold und weichem Sand baut sich der Lügner sein Imperium auf im Land. Er spricht das Wort, das jeder sucht, und hat den Zweifel schnell verflucht. Mit Charme verhüllt er das Gesicht, scheut wie ein Dieb das…
Autarkie des Seins Ein Modewort, von aller Welt zerrissen, wird oft benutzt und doch so oft vermisst. Doch wahre Selbstliebe ist stilles Wissen, wer man im tiefsten Kern der Seele ist. Es ist das Wort, das aus der Tiefe bricht: Ich lebe meine Wahrheit, rein und klar. Ich spreche sie im hellsten Tageslicht, in jedem…
Der innere Kompass Gefühle halten keine Wahrheiten zurück, sie sind der ehrlichste Teil von unserem Glück. Nicht fein poliert, nicht angepasst, zurechtgelegt, sondern die Kraft, die uns im Tiefsten drinnen bewegt. Sie tragen keine Maske, zeigen, was darunter liegt, weil in der rohen Echtheit stets die Wahrheit siegt. Sie sind kein Hindernis, das dich im…
Das Lied des inneren Kosmos Wir sind weit mehr als Fleisch und feine Sehnen, mehr als ein Skelett, das uns durchs Leben trägt, mehr als ein Puls in stummen Alltagsszenen, und mehr als Blut, das durch die Adern schlägt. In jedem schläft ein ganzes Universum, ein Raum aus Licht und Schatten, tief und weit, ein…
Spiegel der Seele Ein stummes Wort, ein schwerer Schlag, ein Schweigen, das die Luft zerbricht –was tief im Inneren verborgen lag, vergisst die Seele so schnell nicht. Wer Wunden schlägt, die man nicht sieht, und Tränen sät aus kaltem Stolz, der trennt, was innig sich bezieht, und brennt sein eigenes Lebensholz. Der Himmel misst den…
Das Abenteuer unsrer Ewigkeit Ich will der Spiegel deiner Seele sein, die Unruhe, die dich im Innern treibt, der laute Streit im matten Lampenschein, und jene Kraft, die bis zum Ende bleibt. Ich will dich halten, wenn dein Mut zerbricht, und mit dir weinen, bis der Schmerz entweicht, denn jede Wunde sucht ihr eignes Licht,…
Der wahre Schatz Was ist der Wohlstand, den wir ewig suchen? Ein Münzenspiel, das flüchtig uns berückt? Nein, Reichtum steht in keinen Kassenbüchern, er wohnt im Licht, das uns am Morgen schmückt. Ein Sonnenstrahl, der sanft die Stirn berührt, wenn nach der Nacht das Leben neu erwacht. Wer diese stille Pracht im Herzen spürt, besitzt…
Sie webt den Tag aus tausend kleinen Fäden,flickt leise, was im Alltagstakt zerbricht.Sie lenkt das Schiff durch ungezählte Fehden,und brennt am Abend noch als sanftes Licht. Sie spürt den Mangel, eh die Schuhe drücken,sie liest im Blick, was keine Worte nennt.Muss jede Lücke im System überbrücken,weil außer ihr die Pflichten niemand kennt. Das Management von…
Das Gewebe der Täuschung Wir bauten Schlösser aus dem lichten Schaum, verwebten Wünsche tief im Weltenraum, wo Hoffnung trügerisch das Auge blindet, bis scharf das Licht die nackte Wahrheit findet. Der Sturz ist steil, das Herz bricht stumm entzwei, die alte Welt geht bitterlich vorbei. Doch schneidet uns der Schmerz ein neues Fenster, und aus…
Das stumme Feuer Ein Blick, der sanft die Hülle bricht, ganz ohne Hand, im bloßen Licht. Die Luft wird schwer, der Raum wird eng, ein stummes, zärtliches Gedräng’. Es braucht kein Wort, kein laut Verlangen, die Körper haben längst angefangen. Sie fühlt den Strom, der sie durchringt, der in die tiefe Wirbelsäule dringt. Die Haut…
Der neue Horizont Der Sturm zieht vorbei, und die Gischt legt sich sacht, die See hat die Klarheit zurück dir gebracht. Das Wrack seiner Zweifel bleibt tief auf dem Grund, dein Herz wird im Heilen nun endlich gesund. Du wäschst dir den Sand der Enttäuschung vom Kleid,bereit für die Weite, bereit für die Zeit. Der…
Im Schattenland der Seele Ein stummes Land liegt tief in uns verborgen, wo alte Narben in der Stille ruhn. Wir lernten klug, uns um das Wohl zu sorgen, und gab’s ein Gestern, bauten wir ein Nun. Wir nannten es geheilt und abgehakt, den Schmerz verbannt aus dem Bewusstseins-Sinn, bis ein Moment die Maske sacht zernagt,…
Das Leuchten von Kalabrien Wo Sila-Wälder leise wehn und Wellen sanft an Klippen gehn, steht sie im Licht, das niemals lügt, während die Stille sich an sie schmiegt. Ihr Haar, ein Strom aus tiefstem Braun, wie Femmas 5.13 anzuschau’n. Vom Wind Kalabriens weich umspielt, wo sich die Seele endlich spiegelt. Kein Lärm der Welt dringt…
Das Echo der Einheit Einst waren wir eins, ein leuchtendes Ganzes, verbunden im Rhythmus des ewigen Tanzes. Kein Mangel, kein Sehnen, kein einsamer Schmerz, ein einziger Schlag war das menschliche Herz. Doch Zeus, voller Zorn über menschliches Streben, zerteilte das Glück und das einige Leben. Er schuf aus dem Ganzen zwei einsame Teile, getrennt durch…
Metamorphose des Abgrunds Wir säten Hoffnung in den falschen Boden, und sahen zu, wie die Verbundenheit verdarb. Im Rückblick heilen jene alten Wunden, die einst im blinden Schmerz das Herz umwarb. Nun blicke ich zurück mit klarem Auge, verstehe, was im Sturm gefehlt, warum das Alte sterben musste, damit der Geist sich neu beseelt. Kein…