In jeder Ecke ruht der Tand, Zinnober,
Nippes und Klimbim. Vom Boden
bis zur Schrankeswand beherrscht
der Staub den Zwischenraum.
Doch heute greift die Hand zum Sack,
der Kreuzzug gegen Last beginnt.
Hinein, verstaubtes Lumpenpack,
das mir die Luft zum Atmen nimmt!
Ein kurzes Zögern, ein flüchtiger
Schmerz, bei diesem oder jenem
Stück; die Marmoruhr, ein schweres
Herz –und Omas altes Kinderglück.
Auch Tante Heidis weißes Glas,
einst teuer, edel und grazil,
verliert im Licht das rechte Maß:
Es bleibt doch Kitsch und Überstil.
Nun werden die Regale weit,
die Wände atmen endlich auf.
Ich schenke mir die Leere Zeit
und nehme Freiheit gern in Kauf.
Der Sack ist schwer, doch ich bin leicht,
der Ballast weicht dem neuen Tag.
Wer aus den Räumen Trödel scheucht,
führt selbst den ersten Befreiungsschlag.

Dana Stella Schuhr

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