Ich glaubte fest an Gottes Blick,
dass jedes Opfer, jedes Stück
von meiner Güte dort erscheint,
wo man um Gerechtigkeit nicht weint.
Ich dachte, dass die Waage wiegt,
was tief in meiner Seele liegt,
und dass ein Herz, das Liebe sät,
auch Liebe erntet – früh oder spät.
In Nächten, endlos und so leer,
wünscht’ ich mir nichts auf Erden mehr,
als- dass ein Funke Reue brennt,
dass er den Schmerz beim Namen nennt.
Dass er erkennt, was er getan,
doch alles Hoffen war nur Wahn.
Ein Herz aus Eis, ein Geist so stumm –
Das Schicksal dreht sich nicht mehr um.
Man kann die Wunden nicht kurieren,
wenn Seelen sich im Nichts verlieren.
Du kannst dein ganzes Licht verschenken,
ein Schiff durch schwerste Stürme lenken…
Doch wenn der Andre nie gewollt,
wenn Schweigen nur wie Donner grollt,
dann bleibt die Kraft am Ufer stehn,
und du musst einsam weitergehn.
Die Wahrheit schneidet tief und kalt:
Er war niemals dein Seelenhalt.
Du hast gekämpft für ein Phantom,
in einem leeren, kalten Dom.
Du warst ein Teil von seiner Zeit,
doch er war niemals wirklich bereit.
Man kann die Liebe nicht erzwingen,
kein Herz zum Gleichklang bringen.
Nun stehst du da, im klaren Licht,
und siehst sein wahres Angesicht.
Es schmerzt, doch bricht es auch den
Bann: Dass man nur sich selbst retten kann.

Dana Stella Schuhr

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