„Ich bin nicht sonderlich“,
so sprachst du einst zu mir,
„nur etwas anders sicherlich,
doch nichts Besonderes in mir.“
Ich sah dich an, ganz still und sacht,
und schüttelte nur leis das Haupt:
Ein jeder ist als Wunder gedacht,
auch wenn er selbst nicht daran glaubt.
Wer dieses Wunder nicht erkennt,
verkennt, was uns ins Leben rief:
vom ersten Atemzug, der brennt,
bis in den letzten Schlaf so tief.
„Erziehung prägt“, so sprachst du leis,
„und macht uns ähnlich mit der Zeit.“
Mir wurde kalt bei diesem Kreis,
der Einzigartigkeit entweiht.
Es schmerzte mich, wie man verbiegt,
was einst als Unikat begann,
bis unter fremden Formen liegt,
was frei geboren atmen kann.
Das Thema sank im Tageslauf,
verschwand im Strom der schnellen Zeit.
Doch meine Hoffnung gab nicht auf
und trägt bis heute ihr Geleit:…
Vergiss nur nie, welch Wunder spricht
in allem, was das Leben gibt:
dass überhaupt ein Menschenlicht
auf dieser Erde fühlt und liebt.
Aus zweier Funken stiller Glut
ergießt sich neues Leben sacht,
ein Dasein, rein und voller Mut,
das niemand je noch einmal macht.
Kein Fühlen gleicht dem andern ganz,
kein Herz schlägt je im gleichen Ton.
Ob Kind, ob Greis im Lebenskranz –
das Einzigsein ist unser Lohn.
Schon das allein macht dich zum Licht,
doch längst ist das nicht alles hier.
Denn wenn mein Blick den deinen trifft,
erkenn ich tausend Farben in dir.
Da ist der Klang in deiner Stimme,
der meine Seele leise fängt,
und dein so klares, waches Denken,
das sich mit feinem Witz vermengt.
Die Augen, Wangen, deine Lippen,
der Nase feiner, klarer Zug –
gibt es auf dieser weiten Erde
kein zweites Mal; das ist genug.
Dein Herz und deine Seele sind
ein fest verbundenes Gespann,
das selbst im Sturm und Gegenwind
die steilsten Hürden meistern kann.
So lass dir niemals nehmen, was
dich innen ruft und weiter treibt.
Denn wo man deine Farben hasst,
ist Grau das Einzige, was bleibt.
Dein Licht ist deine eigne Flamme,
kein matter, fremder Widerschein.
Du musst in keiner grauen Masse
wie alle andern einfach sein.
Ich hoffe, dass dich diese Zeilen
berühren wie ein warmes Band.
Sie gelten jenem einen Menschen,
den ich so besonders fand.
Dieses Gedicht ist für alle, die glauben, nichts
Besonderes zu sein: Du bist wundervoll und
einzigartig. Vergiss das nie. Es gibt keinen
zweiten Menschen, der genau so ist wie du.

Dana Stella Schuhr

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