Mit achtzehn blickt man scheu zurück,
sucht nach dem Sport, dem frühen Glück.
Der Körper reift, die Zeit verfliegt,
weil die Versäumnis schwerer wiegt.
Mit fünfundzwanzig wacht man auf,
betrachtet der Noten alten Lauf. Man
denkt: Hätt’ ich mich mehr bemüht,
als noch der Geist der Schule blüht‘.
Die fünfunddreißig klopft schon an,
man fragt sich, was man wagen kann.
Der Traum vom eignen Unternehmen
bleibt stecken in den alten Schemen.
Und bricht die vierzigste Zahl herein,
holt uns das bitt’re Grübeln ein:
Das Leben zog so schnell vorbei,
als ob es nur ein Schatten sei.
Wir jagen Wünschen hinterher,
das Gestern gibt uns nichts mehr
her. Wir weinen um die alte Glut
und missen heute eignen Mut.
Ein weises Wort aus alter Zeit hält
Wahrheit für uns heut‘ bereit:
Den Baum, den du vermisst im Tal,
pflanzt‘ man vor zwanzig Jahren mal.
Doch gräme dich nicht um die Frist,
weil heute noch ein Morgen ist.
Die Erde wartet auf die Hand,
die Samen streut in dieses Land.
Der zweitbeste Moment ist hier,
er klopft im Jetzt an deine Tür.
Nimm deinen Spaten, zög’re nicht –
pflanz deinen Baum im Sonnenlicht!

Dana Stella Schuhr

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