Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Autor: Dana Stella Schuhr

  • Ungesagtes

    Ungesagtes Dein Blick, so tief, so unentwandt, sucht er in mir ein fernes Land? Dein Mund, er formt ein stummes Wort, doch die Bedeutung weht mir fort. Was ist’s, das du von mir begehrst? Dass du dein Schweigen nicht verzehrst? Gleich einem Geysir vor dem Beben –die Stille lässt mich kaum noch leben. Ich flüchte,…

  • Engel und Teufel streiten Ein weißer Flügel, eine dunkle Schwinge, sie fechten laut um mein Geschick. Inmitten all der großen Dinge entscheiden sie über mein Glück. Der Engel raunt: „Lass dich entführen, schließ die Augen, fühl das Licht. Du musst die Liebe neu berühren, verlier das Gottvertrauen nicht.“ Doch gellend bricht des Teufels Lachen die…

  • Nur die Liebe hält mich hier Ich bleibe nicht, weil du mich brauchst, weil du im Außen nach dir suchst. Was du in mir zu finden glaubst, ist längst in dir – auch ungeflucht. Kein Band der Not soll uns binden, keine Abhängigkeit, und auch kein stummer.Zwang. Ich will mich nicht im Du verlieren, sondern…

  • Geduld der Zeit Wenn du am Boden liegst, entkräftet, und kein Ausweg sich dir zeigt, wenn das Leben dich nur schmerzt und die Hoffnung vor dir schweigt, verzweifle nicht. Vertrau der Zeit… die stetig fließt, auch wenn kein Weg dir heute taugt. Es wird nicht mehr, wie es mal war, das Gestern ist verraucht. Doch…

  • Lichtblick

    Lichtblick Vielleicht sind sie niemals fortgegangen, nur leiser geworden im tosenden Wind. Wir hielten sie einst wie in Netzen gefangen, so wie es nur jene tun, die noch Kind. Wir bauten Schlösser aus flüchtigem Schaum, auf Fundamenten aus Sehnsucht und aus Licht. Dann fraß der Alltag den nötigen Raum, und wir verlernten ihr sanftes Gesicht.…

  • Mehr als nur Brauch Einst war er jung, der Geist so hell, belas sich klug an jeder Quell’. Wo andre noch bei Google baten, hat er die Antwort längst verraten. Sie flüsterte: „Wie viel du weißt“, vom tiefen Wissen ganz vereist, und hoffte still, wie es so Brauch: Er lächelt nur: „Du weißt es auch!“…

  • Lichtreigen

    Lichtreigen Wenn Goldfäden den Tag durch-weben, und ich im Windesodem steh’, beginnt ein leises, freies Schweben, dass ich die Welt mit Staunen seh’. Wie weißer Flor auf grünen Matten, verneigen Blüten sich dem Licht, es fliehen Angst und dunkle Schatten, wenn sanft der Strahl die Wolken bricht. Im Silbertanz der Regenschauer, streck‘ ich die Hände…

  • Nachtschwarz, wo die Gier den Takt bestimmt. Die Helligkeit bricht jäh entzwei, das Licht wird kalte Asche nun, Kein Flehen mehr, kein Hilfeschrei, in Schatten lässt die Lust uns ruhn. Ich schließe meine Finger fest um deinen Hals, um deinen Geist, bis du das letzte Licht verlässt und dich in meiner Nacht verlierst. Kein Segen…

  • Fragen

    Fragen Ich blicke rückwärts, denk ich dein, ein Schattenwurf der alten Tage. Wie kann dein Herz so lebendig sein? Ich schenke nichts – und doch ich wage, dir meine Zeit zu Füßen zu legen. Im Traum seh ich den Sommertanz, ein Wiegen auf vertrauten Wegen. Wie liebst du nur im Lichterglanz? Oder wohnst du noch…

  • Das Meer in mir

    Das Meer in mir Ich treibe stumm im weiten Meer, die Welt wird bleich, das Herz wird leer. Wo einst ein Licht am Ufer stand, reicht keine Hoffnung mir die Hand. Der Leuchtturm ist im Nebel weit, versunken in der Einsamkeit. Noch wehrt sich zaghaft mein Verstand, doch sinke ich zum Meeresgrund. Wo Atmen schwer…

  • Ein Leuchten bleibt Behalt die Worte, die wir sprachen, als kostbar edles Gut bei dir. Auch wenn die Bande nun zerbrachen, bleibt doch dein Lächeln tief in mir. Dein Blick, der mich so hell durch- drungen, er bleibt mein Kompass in der Nacht. Was wir als Einheit einst besungen, hat mich zum reichsten… Mensch gemacht.…

  • Wahl aus Glas

    Wahl aus Glas Ich schiebe Bilder hin und her, das Urteil leicht, das Herz so leer. Ein Klick, ein Blick, ein schneller Gruß – ist das schon Liebe? Nur ein Muss? Verflogen sind die Augenblicke, der Bar-Besuch, die tiefen Blicke. Wir sparen uns die Zeit, das Wort, und jagen nach dem fernen Ort, wo retuschierte…

  • Ohne Worte

    Ohne Worte Nur durch Taten, ohne Worte, fehlt dem Geist der rechte Ort. Ob nun laut, ob leise Schwingung, Heilung bringt nur die Besinnung, die durch Worte sanft geschieht, wie ein tiefes, altes Lied. Schon der Herr rief diese Welt durch sein Wort ins Himmelszelt. Drum sei mild, wenn dir auf Erden Wortversprechen brüchig werden.…

  • Die eine Liebe

    Die eine Liebe Augen, tief wie die Meere, Lippen, die ich zu küssen begehre. Ein Name, eine Melodie die man nie vergisst. Bist nur kurz weg, wirst Du vermisst. Ich hoffe Du verstehst was ich zu sagen versuche, denn Du bist die Liebe, mein Leben, ich suche. Ohne Dich werd ich weilen im Herzen… gar…

  • Das ungesagte Wort Durch weite Zeiten bin ich blind geschritten, nach rechtem Wort, das mein Gefühl umschließt. Oft hab’ ich stumm um einen Vers gelitten, der sich wie Gold in meine Sehnsucht gießt. Doch blieb die Suche ziellos und verloren, mal schien die Sprache mir zu herb und laut, mal war sie wie ein Hauch,…

  • Ein Funke im Wind Ich schicke ein Wort auf die Reise, gar nicht laut, eher sacht und leise. Ein Ruf aus der Tiefe, ein Stück von mir, ich öffne die Tür und trete vor die Tür. Es ist kein Flehen, es ist kein Klagen, es ist der Mut, die Wahrheit zu sagen. Denn jeder Schrei,…

  • Die lauteste Nacht Wenn laute Nächte nicht mehr schweigen, sich Leere zeigt im vollen Reigen, wenn du tust, was du eigentlich nicht magst, und lügst, indem du es einfach nicht sagst. Wenn du lachst, obwohl du traurig bist, und weinst, wenn niemand bei dir ist. Wenn Liebe dich durch Sehnsucht quält, und du lebst, obgleich…

  • Amtlich beglaubigtes Geknutsche Ein kleiner Hauch, so frech und frei, pfiff auf die Sitten-Polizei. Er schlüpfte durch die Lippenritze, wie ein Phantom bei Sommerhitze. Die Gattin, sonst auf Treue geeicht, ist jäh vom Pfad der Pflicht geweicht. Sie tauscht den Gatten, brav und bieder, gegen fremde Liebeslieder. Sogar das Recht verlor den Mut: Der Cop,…

  • Das Erwachen der Seele „Für jene Menschen, die den Krieg im Innern beenden, um das Licht im Außen zu finden.“ In diesem Wald von Menschenmassen seh‘ ich oft nur Marionetten, die sich gerne in fremde Formen fassen, meist gelegt in unsichtbare Ketten. In unserm Stolz auf freies Denken find’ ich doch nur gefüllte Räume. Wo…

  • Ein Hauch von Licht Wie Goldstaub, der im Schatten tanzt, wenn sich ein Lichtstrahl sanft verirrt, hast du mir Hoffnung eingepflanzt, bevor die Welt im Grau erfriert. Kein lautes Wort, kein großer Schwur, nur eine Geste, still und weich, hinter- lässt im Herzen jene Spur, die uns an wahrem Glück macht reich. Denn was die…