Ich bleibe nicht, weil du mich brauchst,
weil du im Außen nach dir suchst.
Was du in mir zu finden glaubst,
ist längst in dir – auch ungeflucht.
Kein Band der Not soll uns binden, keine
Abhängigkeit, und auch kein stummer
Zwang. Ich will mich nicht im Du verlieren,
sondern lieben, ein ganzes Leben lang.
Ich bleibe nicht aus Angst vor Schmerz,
denn Qualen kann die Seele tragen.
Doch gäb’ ich meine Wahrheit auf,
müsst’ ich am eigenen Geist verzagen.
Kein Gold, kein Gut hält mich zurück,
ich schaff’ mir selbst mein eigen Glück.
Und fändest du bei einer Andern
ein helleres, ein freieres Stück,
so gäb’ ich dich dem Wandel frei,
ohne Zorn und ohne Reue. Denn
Besitz ist nur ein schwerer Schein,
nur im Lassen zeigt sich Treue.
Ich bleibe nicht, weil Wege fehlen,
weil ich nicht weiß, wohin ich geh’.
Heimat ist ein Kerker nur,
wenn ich darin keine Liebe seh’.
So steh’ ich hier, aus freier Wahl,
gelöst von Furcht und allem Müssen.
Der einzige Grund, warum ich bleibe:
Dich einfach nur zu lieben wissen.
Denn wahre Liebe sucht kein Pfand,
sie kultiviert das Herz in Stille. Wer
wünscht, dass du nur glücklich seist,
beugt dich nicht unter seinen Willen.
Es schwindet jedes Haben wollen,
das Greifen nach der fremden Welt.
Ich bleibe, weil in meiner Seele
die Liebe nur sich selber hält.

Dana Stella Schuhr
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