Vielleicht sind sie niemals fortgegangen,
nur leiser geworden im tosenden Wind. Wir
hielten sie einst wie in Netzen gefangen,
so wie es nur jene tun, die noch Kind.
Wir bauten Schlösser aus flüchtigem Schaum,
auf Fundamenten aus Sehnsucht und aus Licht.
Dann fraß der Alltag den nötigen Raum, und
wir verlernten ihr sanftes Gesicht.
Sie flohen nicht fort vor dem harten Verstand,
sie zogen sich bloß in die Stille zurück. Vergraben
im Herz, wie ein Schatz tief im Sand, warten
sie dort auf ein kleines Quäntchen Glück.
Denn Träume verblassen, doch sterben sie nie,
sie schlafen nur tief unter Staub und Gedränge.
Wer hinhört, vernimmt noch die alte Magie, die
leise Akkorde, die hellen Gesänge.
Wir müssen sie rufen, wir müssen sie wagen,
auch wenn sie fragil und aus Seide gemacht.
Sie helfen uns, all diese Lasten zu tragen, als
leuchtende Funken in dunkler Nacht.
Ein Traum ist ein Schatz, den der Glaube belebt,
bis er sich strahlend zur Wahrheit erhebt.
Vertraue dem Licht, das tief in dir brennt –
denn wahr wird, was du dein Eigen nennst.

Dana Stella Schuhr
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