Lichtreigen

Wenn Goldfäden den Tag durch-
weben, und ich im Windesodem steh’,
beginnt ein leises, freies Schweben,
dass ich die Welt mit Staunen seh’.

Wie weißer Flor auf grünen Matten,
verneigen Blüten sich dem Licht, es
fliehen Angst und dunkle Schatten,
wenn sanft der Strahl die Wolken bricht.

Im Silbertanz der Regenschauer,
streck‘ ich die Hände himmelwärts,
befreit von jeder alten Mauer, schlägt
kindlich-froh mein waches Herz.

Ein Flügelschlag, ein buntes Säumen,
der Falter Kuss auf meiner Hand;
sie führen mich zu fernen Träumen,
ins tiefe, stille Innenland.

Der Zeisig singt im Blätterdache,
sein Lied wird mir zum hellen Pfad:
„Dass dein das Glück im Heute wache,
ist deiner Seele eigen Tat.“

Und barfuß auf dem Tau der Wiesen,
verliert sich jeder schwere Schritt,
um nur das Dasein zu genießen –
ich tanze mit dem Winde mit.

Dana Stella Schuhr

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