Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Autor: Dana Stella Schuhr

  • Das Märchen vom leeren Strom Ein Schneesturm tobt, die Welt wird weiß, man raunt vom „Schwindel“, spricht von Eis. „Wenn alle Räder elektrisch sich drehen, wird bald die Welt im Stau vergehen! Kein Funke mehr, die Heizung kalt, ein Grab aus Stahl im Winterwald.“ Man malt sich aus: Das GPS erlischt, die letzte Hoffnung wird…

  • Echo einer freien Zeit Wir waren jene Generation, die laut und frei im Gestern lebte, als jede Straße, jede Station, vor purer Lebenslust noch bebte. Wir gingen zu Fuß den langen Weg, die Schule fern, der Abend lang. Kein Smartphone-Licht, kein digitaler Beleg, nur unser eigener, wilder Tatendrang. Im Sommer nass auf dem Fahrradsitz, die…

  • Scherbenwache

    Scherbenwache Vierzig Jahre, stumm und leer, ein Herz aus Stein, kein Atmen mehr. Die Ehe nur ein Geisterhaus, dann brachst du in die Freiheit aus. „Du bist mein Traum“, so klang das Gift, das heute meine Seele trifft. Ein Vierteljahr im schwarzen Schlund, kein Wort entwich dem kalten Mund. Dann kehrtest du vom Abgrund um,…

  • Das Ende der Sehnsucht Aus Worten wuchs ein helles Haus, wir bauten fleißig Stein auf Stein. Du zogst aus meinem Herzen aus, nun bricht das Werk im Sturm allein. Nicht laut, nicht mit befreitem Schlag, bricht dieses Fundament entzwei. Es bröckelt langsam, Tag für Tag, Stück für Stück an mir vorbei. Der Blick verblasst, die…

  • Gezeiten des Seins Einleitung: „Das Leben entfaltet sich oft in der Spannung zwischen Verstand und Gefühl. Das folgende Gedicht, Gezeiten des Seins, betrachtet diesen inneren Dualismus als ein rhythmisches Naturereignis – ein Wechselspiel aus kühler Analyse und leidenschaftlicher Hingabe, das erst in seiner Gesamtheit das menschliche Dasein begreifbar macht.“ Gezeiten des Seins Der Geist ist…

  • Wenn zwei Seelen sich berühren Ein unsichtbares Band, so zart und rein, zwei Seelen treffen sich im Flug. Sie fangen an, sich blind zu spüren, ein Augenblick, ein tiefer Zug. Die Seele weiß es von Beginn, bevor das Herz die Wärme spürt. Sie kennt den Weg, sie kennt den Sinn, weil sie die andere berührt.…

  • Das unbewohnte Schloss Ich bin kein Echo, keine leise Kopie, Kein „Vielleicht“ und keine bloße Strategie. Ich komme mit Tiefe, mit Kanten und Licht, wer nur die Hälfte will, der sieht mich nicht. Ich bin kein Ort zum bloßen Verweilen, um Einsamkeit flüchtig mit mir zu teilen. Ich bin kein Hafen auf dem Weg zu…

  • Der hormonelle Großgrundbesitzer Ein Herz so weit wie’n Scheunentor, da passt so manche Schnalle vor. Der einen schwört er Sehnsuchtspein, der andern schiebt er’s dichtet rein. Er schreibt von Liebe, groß und breit, von „Ewig“ und von Seligkeit. Doch während er bei A noch leckt, hat er bei B schon abgeweckt. Die Frau von heute?…

  • Hochfrequenz- die Sehende im Blindenchor „Übertreib doch nicht“, sagen sie leise, während sie kreisen auf ihrer eigenen Reise. Gefangen im Ich, den Blick starr nach innen, während bei dir die Filter zerrinnen. Du liest das Schweigen, das Ungesagte, die flüchtige Geste, die niemand wagte. Du hörst den Ton zwischen all den Zeilen, wo andere nur…

  • Spuren hinterlassen Wo immer wir auch gehen, ein Teil von uns bleibt dort, die Spuren unsrer Schritte, sie gehen nicht mehr fort. Ein Lächeln bleibt zurück, ein Herz das freudig schlägt, die Wärme unsrer Stimme, die durch die Kälte trägt. Berührung unsrer Hand, die noch zu fühlen ist, und daß durch uns ein Mensch das…

  • Der Herzensweber In einer Welt, die oft in Eile, siehst du das Licht, verweilst ein Weile. Dein Blick ist klar, dein Herz ist weit, voll Wärme und Verbundenheit. Wo andere nur Fassaden sehen, kannst du das Leise gut verstehen. Du hörst den Wunsch nach Wertschätzung, schenkst Hoffnung und Ermutigung. Du webst ein Netz aus feinen…

  • Vom Wert des Rückgrats Ich zog die Grenze, leise, doch mit Kraft, hab’ Platz für Wahrheit in mir selbst geschafft. Wer meine Liebe und mein Vertrauen besaß, verlor es dort, wo er den Respekt vergaß. Ich bettle nicht um Gunst, die nur geliehen, lass falsche Freundschaft aus dem Herzen ziehen. Das Warten auf Entscheidung ist…

  • Zitronenblüten am ewigen Meer Zitronenhain im Abendrot. Ein Duft, der sanft die Zeit bedroht. Am Ufer schlägt der blaue Takt, ein Bund für ewig, treu gepackt. Weiß wie Schnee die Blütenpracht, die leise aus dem Dunkel wacht. Ein Hauch von Herbe, süß und schwer, weht mit der Geige übers Meer. Die Saiten beben, weinen sacht,…

  • Mein Seelenlicht für dich In deinen Armen will ich ruhen, dein Leid noch einmal mit dir teilen. In deinen Augen Frieden finden, bevor die Schatten mich ereilen. Spür deinen Puls an meiner Hand, der Wärme schenkt und Halt verspricht. Ich geh voraus, doch lass ich dir mein schönstes Lachen und mein Seelenlicht. Die Spur, die…

  • Für Danny: Der Weg des Kämpfers Am Anfang war die Welt oft leise, ein schwerer Start auf eigne Weise. Wo andere schon die Schritte zählten, und manche Worte dir noch fehlten, da gab es uns, die fest dran glaubten, uns niemals die Zuversicht raubten. Fünf Jahre Ergo, Schritt für Schritt, wir gingen jeden Meter mit.…

  • Das Schweigen als Antwort Es ist nicht das Gestern, das zählt, nicht der Schatten, der glänzend verweilt. Sein Tun ist die Sprache, die er gewählt, ein Bild, das die Wahrheit nun teilt. Er ist nicht der Traum, der einst war, sondern jener, der fragend dich lässt, sein Schweigen macht eines nun klar: Es hält an…

  • Der Preis der späten Reue Sie sehen dich erst, wenn der Platz leer geblieben, wenn sie dich aus ihrem Leben vertrieben. Was du wert warst, das wird ihnen erst klar, wenn das „Beste“ von gestern nicht mehr ist da. Nach dem Streit kam die Suche, die Jagd nach dem Glück, sie blickten nach vorne, doch…

  • Das Resümee der Zweifel Seit Monaten dreht sich das Gedankenkarussell, die Farben verblassen, das Lachen wird leise. Die Frage nach Liebe, sie brennt viel zu hell, du suchst nach dem Sinn auf der endlosen Reise. Du sorgst dich um Freunde, um Herzschmerz und Pflicht, willst niemanden brechen, dich selbst nicht verlieren. Doch Masken aus Seide,…

  • Ich sehe dich

    Ich sehe dich Ein Schatten ruht in deinem Blick, den du vor aller Welt bewahrst, du kehrst das Gestern stumm zurück, das du in deinem Herzen sparst. Die Welt sieht nur die feste Wand, den Stolz, der um keine Hilfe fleht, doch ich erkenne den Bestand von Sehnsucht, die im Wind verweht. Es ist ein…

  • Mein Herz gehört zuerst mir Vielleicht ist heute nicht der Tag für zwei, vielleicht bricht gerade nur die Welt entzwei, damit du in den Trümmern dich entdeckst und deine müden Flügel endlich streckst. Es ist die Zeit der leisen, schweren Fragen, die Last der anderen nicht mehr mitzutragen. Doch aus der Stille wächst ein neues…