„Übertreib doch nicht“, sagen sie leise,
während sie kreisen auf ihrer eigenen
Reise. Gefangen im Ich, den Blick starr nach
innen, während bei dir die Filter zerrinnen.
Du liest das Schweigen, das Ungesagte,
die flüchtige Geste, die niemand wagte.
Du hörst den Ton zwischen all den Zeilen,
wo andere nur oberflächlich verweilen.
Es ist keine Wahl, kein Stolz und kein Spiel,
die Welt bricht herein, oft viel zu viel.
In einem Land, das am Fühlen erfriert,
ist der, der noch spürt, oft deplatziert.
Doch wer entscheidet denn, was „zu viel“
bedeutet? Wenn das Herz bei jedem Wind-
hauch läutet? In einer Welt, die im Dunkeln
verharrt, wirkt jedes Licht seltsam und hart.
Ja, nenn es „zuviel“, nenn es laut, nenn es
grell, mein Herz schlägt nun mal im Resonanz-
Intervall. In einer Welt, die das Fühlen verlernt,
habe ich mich nur von der Taubheit entfernt.
Sie messen die Welt in Dezibel und Norm,
doch du spürst das Beben, die flüchtige
Form. Wo sie nur Grenzen und Mauern seh’n,
lässt du dich vom kleinsten Zittern versteh’n.
Es ist kein Lärm, den du in dir trägst, nur
das Echo der Wahrheit, die du bewegst. Sie
nennen es Schwäche, wenn die Träne fließt,
weil sich ihr Blick vor dem Abgrund verschließt.
Doch wer nichts riskiert, wer die Tiefe
verneint, bleibt ewig im Flachen mit sich
selbst unvereint. Deine Frequenz ist der
Puls unter’m Eis, ein glühendes Wissen…
zum einsamen Preis. So stehst du im
Strom, die Antennen auf Empfang, ein
leuchtendes Solo im Einheitsgesang.
Lass sie nur raunen, lass sie nur geh’n…
sie müssen die Wellen ja gar nicht
versteh’n. Denn wer auf Hochfrequenz
das Leben berührt, hat zwar oft diesen
Schmerz, doch er sich niemals verliert.

Dana Stella Schuhr

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