Das Denkmal der Belanglosigkeit Du hattest die Wahl zwischen Beben und Staub, doch für den Donner warst du schon taub. Ein winziger Mann vor gigantischem Glück, du weichst vor der Größe ins Gestern zurück. Anstatt mit mir Gipfel und Sterne zu brennen, willst du dich nur noch im Kreise verrennen. Du nennst es „Zuhause“, ich…
Vernarrt (Pasta – Basta!) Abends spät und in der Nacht, hast du meine Gier entfacht. Bist so heiß und wunderbar- deine Form ist makellos und klar. Meine Träume, sie sind schwer von deiner Rundung, kreuz und quer. Nun liegst du endlich vor mir hier, Zitrone träufle ich auf dir. Ich zücke sanft mein scharfes Messer,…
Das Schweigen als Antwort Vier Jahrzehnte im gewohnten Trott, das Herz ein wenig eingerostet. Er sprach von Liebe, groß und Gott, doch scheut er das, was Mut ihn kostet. Die „Traumfrau“ war ein schönes Bild, solange man nur davon schreibt. Doch als die Sehnsucht wurde wild, ist nur das Schweigen ihm geblieben. Zwei Welten drückten…
Der Stille, lichte Garten- Es schadet nicht, wenn Silberfäden weben, wenn sanft die Zeit das Haupt mit zarten Reif bekränzt. Es ist ein reiches, ein geles’nes Leben, das in den Augen voller Weisheit glänzt. Der Schritt wird schwerer, doch der Blick wird weit, das laute Jagen weicht der tiefen Stille. Was einst uns trieb in…
Die Königin der eigenen Nacht Mit sieben Jahren kam das fremde Land, ein Koffer voller Angst in kleiner Hand. Aus Kroatien fort, zur Mutter hin, die kaum noch wusste, wer ich für sie bin. Vier Kinder waren für die Jungen schwer, das Haus war voll, das Herz oft öd und leer. Als Älteste trug ich…
Salz auf der Haut Du glättest die Fläche zu falschem Türkis, als ob es den Abgrund darunter nie wies. Doch hinter dem Schimmer, im Schweigen der Bucht, fühle ich Strömung und zitternde Flucht. Was nützt uns das Segeln bei Windstille nur, auf spiegelnder Lüge, ohne eigene Spur? Ein Herz, das nur leuchtet, ist seichtes Gewässer,…
Das Bleiben Kein Weichen mehr. Ein harter Kern. Ein schweres Meer. Ein kalter Stern. Die Frage bohrt. Der Sturm reißt fort. An jedem Ort. Dein festes Wort. Kein Ende nah. Kein sanfter Schluss. Was eben war. Im Überfluss. Du bist der Fels. Du bist die Flut. Im Pelz des Wels‘. In deiner Wut. Ein wilder…
Fernweh der Seele. Ein bittrer Sog. Ein hohler Raum. Was uns betrog, ein goldner Traum. Das Ufer fern. Das Wasser tief. Ein kalter Stern, der nachts mich rief. Kein Ankommen. Kein Hafenlicht. Vom Schmerz benommen, der niemals bricht. Das Herz wird weit. Man dehnt sich aus. In Einsamkeit: Kein Weg nach Haus.
Flügelschlag Ein schweres Schloss. Ein rostig Band. Vom hohen Ross auf festem Land. Die Fessel bricht. Der Käfig klafft. In neues Licht, aus eigner Kraft. Kein Müssen mehr. Kein fremder Takt. Das Feld, so leer, wird neu gepackt. Das Herz wird weit. Man atmet ein. In Seligkeit: Nur einfach sein.
Wendezeit Ein alter Grund. Ein Riss im Sein. In dieser Stund’ bricht Neues ein. Die Mauer fällt. Der Anker bricht. In and’re Welt fällt nun das Licht. Kein Halten mehr. Kein „Wie es war“. Das Feld, so leer, wird plötzlich klar. Das Herz wird weit. Man wagt den Sprung. In Ungewissheit: Die Wandlung, jung.
Einlassen Ein tiefer Atem. Ein offner Blick. Vom harten Schatten kein Schritt zurück. Das Gestern ruht. Die Faust wird weich. Mit neuem Mut ins Friedensreich. Kein Zwang, kein Müssen. Kein „Warum“. In stillem Wissen, beredt und stumm. Das Herz wird weit. Man lässt nun los. In Ewigkeit: Die Welt ist groß.
Stillstand Ein tiefes Ja. Ein letztes Weh. Was fern, was nah, im Flockenschnee. Der Widerstand. Das laute Flehn. In eigner Hand das Weitergehn. Kein Kampf mehr nun. Kein „Hätt ich doch“. Im stillen Tun das Leben noch. Das Herz wird weit. Man nimmt es an. In Gelassenheit: Ein neuer Bann.
Das Urteil Kein Stahl, der bricht. Kein Blut, das flieht. Es ist das Licht, das dich verrät. Du suchst die Hand, die dich erstach. Ein Band verbrannt. Ein Herz, das brach. Kein Feind, kein Grimm, kein fremder Neid. Ein Freund. Sein Sinn. Deine Ewigkeit. Die Kälte siegt. Die Welt wird Stein. Wer liebt, der liegt.…
Das Pfand Ein Wort, ein Blick. Ein fester Griff. Kein Weg zurück. Das Herz am Riff. Du schließt die Sicht. Du reichst die Hand. Ein falsches Licht. Ein brüchig Pfand. Wer glaubt, der baut auf dünnem Glas. Wer sich vertraut, erntet den Hass. Die Mauer fällt. Der Abgrund lacht. Vertrauen hält nur bis zur Nacht.
Das ewige Eis Ein Schwur im Licht. Ein Kuss wie Gift. Das Herz zerbricht, wenn Wahrheit trifft. Du gabst dein Sein, er nahm den Rest. Nun bist du allein, hältst Trümmer fest. Kein Morgen mehr, kein Wort, das heilt. Das Herz ist leer, vom Schmerz zerteilt. Die Liebe stirbt, doch bleibt die Pein. Was dich…
Das hohle Echo Kein Laut im Haus. Kein Schritt im Flur. Das Licht ist aus. Keine Spur. Du rufst den Namen, doch Antwort schweigt. Verwelkt sind Samen, die du gezeigt. Die Mauer wächst. Der Raum wird weit. Du bist verhext von Ewigkeit. Kein Du, kein Wir. Nur Glas und Stein. Das Jetzt und Hier gehört…
Der innere Fraß Kein Feind von fern. Kein Schlag von Hand. Im eignen Kern entbrennt der Brand. Die Zelle meutert. Das Fleisch wird fremd. Nichts wird geläutert. Nichts wird gehemmt. Ein dumpfer Druck. Ein stechend Licht. Mit jedem Schluck das Mark zerbricht. Du bist der Wirt. Du bist die Kost. Das Blut verwirrt. Es nagt…
Der Ruhepol Ein fester Grund. Ein Haltepunkt. In dieser Stund’ das Herz, das ruht. Der Kopf ganz weit. Das Herz im Flow. Von Angst befreit im Lichterloh. Du stehst im Licht. Du bist bei dir. Die Last zerbricht im Jetzt und Hier. Ein tiefer Schlaf. Die Stille spricht. Das Ende schläft –es heilt das Licht.
Das Karussell Kein fester Grund. Kein Haltepunkt. In jeder Stund’ der Puls, der pumpt. Der Kopf ein Sturm. Das Herz ein Takt. Vom tiefsten Turm die Angst, die nackt. Du läufst im Kreis. Du fliehst vor dir. Der kalte Schweiß ist dein Visier. Kein Schlaf, kein Licht. Nur Hetze, Gier. Das Ende bricht – doch…
Die Wand Ein grelles Licht. Ein scharfer Ton. Die Haut zerbricht, du fühlst es schon. Zu viel. Zu nah. Zu bunt. Zu laut. Was eben war, ist nun verbaut. Das Denken stockt. Das Mark gefriert. Im Kopf verblockt, was dich regiert. Kein Wort dringt durch. Kein Fluchtweg bleibt. Nur nackte Furcht, die dich zerreibt.