Die Heilung des inneren Kindes Wenn Blicke weichen und das Schweigen spricht, erzwinge dir ihr wahres Wort doch nicht. Wer dich verkennt, den hülle in Geduld – such nicht beim inneren Kind die alte Schuld. Was du im Innern spürst als lauten Schmerz, ist oft das Schattenreich, ein fremdes Herz, das eigene Wunden auf die…
Spuren im Spiegel Der Blick bleibt starr am fremden Bild gebannt, sucht dort den Fehler, den man selbst nicht sieht. Was man in sich noch niemals hat erkannt, wird auf das Du gelegt, bis Nähe flieht. Man deutet blind, was man nicht greifen kann, und biegt die Wahrheit, bis sie passend scheint. Die Schuld beginnt…
Schattenfütterung Ein Schatten, der im Spiegel tanzt, ein Ruf, der ungehört verhallt. Du glaubst, dass du die Liebe pflanzt, doch vor dir bleibt die Mauer kalt. Ein Krumen Licht, ein kurzes Wort, das deinen Hunger füttern will. Kaum greifst du zu, ist er schon fort, und in der Seele wird es still. Er fesselt dich…
Halt die Kamera bereit,fange jeden Moment ein!In dem Fluss der schnellen Zeitwird das Bild dein Anker sein. Wenn das Glück dein Herz berührt,zeig dich selbst im hellsten Licht.Wenn die Freude dich entführt,vergiss das kleine Selfie nicht. Trägst du mittwochs ein Gewand,das dir sanft die Seele wärmt,halt das Handy in der Hand, weildein Herz vom Leben…
Sie webt den Tag aus tausend kleinen Fäden,flickt leise, was im Alltagstakt zerbricht.Sie lenkt das Schiff durch ungezählte Fehden,und brennt am Abend noch als sanftes Licht. Sie spürt den Mangel, eh die Schuhe drücken,sie liest im Blick, was keine Worte nennt.Muss jede Lücke im System überbrücken,weil außer ihr die Pflichten niemand kennt. Das Management von…
Im Schatten der Stille Der Vorwurf schweigt, die Welt wird so ganz leise, du drehst dich fern in deiner Weise. „Du hast dich auch nicht mehr gemeldet“, ein Satz der kalt im Echo … meldet was Stolz verlangt und Herz vergisst: Dass du gerade am Kämpfen bist. Ich seh’ den Nebel, der dich hält, wie…
Das Märchen vom leeren Strom Ein Schneesturm tobt, die Welt wird weiß, man raunt vom „Schwindel“, spricht von Eis. „Wenn alle Räder elektrisch sich drehen, wird bald die Welt im Stau vergehen! Kein Funke mehr, die Heizung kalt, ein Grab aus Stahl im Winterwald.“ Man malt sich aus: Das GPS erlischt, die letzte Hoffnung wird…
Der hormonelle Großgrundbesitzer Ein Herz so weit wie’n Scheunentor, da passt so manche Schnalle vor. Der einen schwört er Sehnsuchtspein, der andern schiebt er’s dichtet rein. Er schreibt von Liebe, groß und breit, von „Ewig“ und von Seligkeit. Doch während er bei A noch leckt, hat er bei B schon abgeweckt. Die Frau von heute?…
Das gemeinsame Tal Es führt ein Weg durch tiefes Land, wo Nebel grau die Sicht verdeckt, wo mancher nur noch Schatten fand und sich die Angst im Herzen reckt. Man sagt, man müsse abwärts gehen, um auf der and’ren Höh’ zu steh’n. Doch während du den Pfad beschreitest, wächst still ein Wissen in dir an,…
Der Spiegeldieb Ein Spiegelbild aus fremdem Glas,.ein Herz, das nur die Kälte maß. Du suchst nach Tiefe, suchst nach Licht, doch hinterm Glanz lebt kein Gesicht. Er nahm dein Leuchten, deine Kraft, hat sich aus dir ein Sein geschafft. Es war kein Wir, es war nur Schein, um in dein helles Herz zu schrei’n. Die…
Der Verwalter der Asche Du hast das Feuer gegen Frost getauscht, weil dir vor meiner Größe graust. Du wolltest keine Frau, die wahrhaft liebt- du wolltest kalten Halt, ein stumpfes Echo, das im Haus verhallt. Ich war die Spitze, du die tiefste Angst, die nun in Ketten um ihr Überleben bangt. Du nennst es Treue,…
Wenn die Lunge bricht Was keine Autoimmun-Krankheit schaffte, ist das, was nun die Lunge raubt. Ich huste mir die Seele aus, vom Schmerz der Sinne fast beraubt. Ich werde wach zu jeder Stunde, doch du schläfst tief, bist ungerührt. Du schnarchst vor laut vor dich hin, Runde um Runde, während mein Körper … den Abgrund…
Die Königin der eigenen Nacht Mit sieben Jahren kam das fremde Land, ein Koffer voller Angst in kleiner Hand. Aus Kroatien fort, zur Mutter hin, die kaum noch wusste, wer ich für sie bin. Vier Kinder waren für die Jungen schwer, das Haus war voll, das Herz oft öd und leer. Als Älteste trug ich…
Das Bleiben Kein Weichen mehr. Ein harter Kern. Ein schweres Meer. Ein kalter Stern. Die Frage bohrt. Der Sturm reißt fort. An jedem Ort. Dein festes Wort. Kein Ende nah. Kein sanfter Schluss. Was eben war. Im Überfluss. Du bist der Fels. Du bist die Flut. Im Pelz des Wels‘. In deiner Wut. Ein wilder…
Fernweh der Seele. Ein bittrer Sog. Ein hohler Raum. Was uns betrog, ein goldner Traum. Das Ufer fern. Das Wasser tief. Ein kalter Stern, der nachts mich rief. Kein Ankommen. Kein Hafenlicht. Vom Schmerz benommen, der niemals bricht. Das Herz wird weit. Man dehnt sich aus. In Einsamkeit: Kein Weg nach Haus.
Flügelschlag Ein schweres Schloss. Ein rostig Band. Vom hohen Ross auf festem Land. Die Fessel bricht. Der Käfig klafft. In neues Licht, aus eigner Kraft. Kein Müssen mehr. Kein fremder Takt. Das Feld, so leer, wird neu gepackt. Das Herz wird weit. Man atmet ein. In Seligkeit: Nur einfach sein.
Wendezeit Ein alter Grund. Ein Riss im Sein. In dieser Stund’ bricht Neues ein. Die Mauer fällt. Der Anker bricht. In and’re Welt fällt nun das Licht. Kein Halten mehr. Kein „Wie es war“. Das Feld, so leer, wird plötzlich klar. Das Herz wird weit. Man wagt den Sprung. In Ungewissheit: Die Wandlung, jung.
Einlassen Ein tiefer Atem. Ein offner Blick. Vom harten Schatten kein Schritt zurück. Das Gestern ruht. Die Faust wird weich. Mit neuem Mut ins Friedensreich. Kein Zwang, kein Müssen. Kein „Warum“. In stillem Wissen, beredt und stumm. Das Herz wird weit. Man lässt nun los. In Ewigkeit: Die Welt ist groß.
Stillstand Ein tiefes Ja. Ein letztes Weh. Was fern, was nah, im Flockenschnee. Der Widerstand. Das laute Flehn. In eigner Hand das Weitergehn. Kein Kampf mehr nun. Kein „Hätt ich doch“. Im stillen Tun das Leben noch. Das Herz wird weit. Man nimmt es an. In Gelassenheit: Ein neuer Bann.
Das Urteil Kein Stahl, der bricht. Kein Blut, das flieht. Es ist das Licht, das dich verrät. Du suchst die Hand, die dich erstach. Ein Band verbrannt. Ein Herz, das brach. Kein Feind, kein Grimm, kein fremder Neid. Ein Freund. Sein Sinn. Deine Ewigkeit. Die Kälte siegt. Die Welt wird Stein. Wer liebt, der liegt.…