Der stille, lichte Garten

1 Minute

Es schadet nicht, wenn Silberfäden weben,
wenn sanft die Zeit das Haupt mit zarten
Reif bekränzt. Es ist ein reiches, ein geles’nes
Leben, das in den Augen voller Weisheit glänzt.

Der Schritt wird schwerer, doch der Blick wird
weit, das laute Jagen weicht der tiefen Stille.
Was einst uns trieb in Rastlosigkeit, beugt
sich nun sanft dem eignen, weisen Wille.

Ein Buch aus Licht und Schatten ist geschrieben,
man lernt das Deuten jeder dunklen Zeile.
Vom großen Rennen ist nur dies geblieben:
Das Glück im Schauen und das Heil der Weile.

Kein Suchen mehr nach Schuld in alten Tagen,
die Seele lernt, im Puls der Welt zu ruh’n.
Sie lernt das Schwere ohne Groll zu tragen
und nichts mehr nur um des Erfolgs zu tun.

Wer annimmt, was der Fluss des Lebens uns
bringt, und loslässt, was die Hand nicht mehr
halten kann, dessen Herz ist es, das am Ende
singt, dem tut das Alter keine Bitternis an.

So wird das Herz zum stillen, lichten Garten, in
dem die Frucht der späten Einsicht reift. Man
kann nun voller Demut darauf warten, dass
man das Ganze, nicht nur Teil und Form begreift.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

💜

Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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