Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Seelenheimat

    Seelenheimat Sich finden und bleiben, oft scheint es nur Schein, wir wollen glauben: Es wird einmal sein. Fast kindlich und trotzig, ein wenig naiv, ruht Hoffnung in uns, instinktiv und so tief. Noch herrlich am Glühen, dem Traume so nah, sind Wille und Mut für das Wunder schon da. Wir werden nicht müde, wir werden…

  • Das Echo der Einheit Einst waren wir eins, ein leuchtendes Ganzes, verbunden im Rhythmus des ewigen Tanzes. Kein Mangel, kein Sehnen, kein einsamer Schmerz, ein einziger Schlag war das menschliche Herz. Doch Zeus, voller Zorn über menschliches Streben, zerteilte das Glück und das einige Leben. Er schuf aus dem Ganzen zwei einsame Teile, getrennt durch…

  • Autoerotik Ist da eine Hand im Spiel mit dem einen Ziel ; in der reifen Zeit, zwischen kurzem Glücke, Einsamkeit und Sinnlichkeit, zu schlagen eine Brücke?… Was jeder tut, heißt masturbieren, Tabu-frei gilt’s zu konstatieren: Als junges Weib sei’s, zu entdecken, die Sinne für die Lust zu wecken. Die gewachsene Frau jedoch … befreit mal…

  • Der unendliche Hafen Du fragst dich in stummen Nächten, wenn der Zweifel an der Seele bricht: Was war falsch an all den guten Mächten, warum schenkt der Himmel mir kein Licht? Du hast deine ganze Kraft gegeben, alles riskiert und niemals weggeschaut, wolltest nur ein wahres, freies Leben, hast auf falschem Fundament gebaut. Warum gehen…

  • Am Abgrund der Seele Erst an der Klippe, nah dem tiefen Fall, wird uns das Spiel der Masken offenbart. Ein Stoß, ein Halt – im leisen Widerhall erkennen wir, wer Freund und Feind einst war. Vom Sieg berauscht, im Schiffbruch tief verletzt, durchschritt das Ich die Fluten von Gewinn und Schmerz. Was uns im Innern…

  • Der stumme Gast

    Der stumme Gast Das Feuer flammt, das Feuer gellt, wenn Wut durch deine Adern bricht. Ein Sturm, der laut in Trümmer fällt, ein Blitzschlag mitten ins Gesicht. Du schreist es raus, du weinst dich leer, der Atem bebt, die Seele brennt. Doch legt sich bald das wilde Meer, wenn man den Schmerz beim Namen nennt.…

  • Das Echo der Seele Wir suchen oft im Außen das Phantom, verwechseln Glanz mit echtem Lebensfeuer, wir treiben hilflos mit dem Massenstrom und nennen Liebe, was uns lieb und teuer. Der schöne Schein, des Status stolzer Rang, sind Masken nur, die uns im Kreis bewegen. Oft treiben Angst und Einsamkeitszwang in Netze, die wir blind…

  • Der Bruch, der heilt Ein stummes Reißen bricht durch deine Brust, was gestern trug, wird heute dir zur Last. Du hältst noch fest, erfüllt von Schmerz und Frust, an einer Welt, in die du längst nicht passt. Der Schmerz ist laut, er brennt in jeder Schicht und zeigt dir klar, wo deine Grenze liegt. Noch…

  • Heilung der leisen Schritte Wenn unter Silberfäden der Dusche rein ein Lied ganz unbeschwert der Kehle weicht, zieht wieder Frieden in das Herz hinein, weil deine Seele ihren Ton erreicht. Wenn abends lind das wilde Denken schweigt und kein Gedankenschwarm den Geist bedroht, sich tiefe Stille in das Innere neigt, bricht sanft der Trost im…

  • Das Meer in deiner Brust Der Duft, gefangen im Kristall, die Kerze, unberührt und kalt –wir sparen auf den großen Knall, indem das Heute stumm verhallt. Wir warten auf ein fernes Licht, das erst im Morgen uns erscheint. Doch morgen spricht das Leben nicht, wenn heute jede Stunde weint. Am Horizont, im Abendrot, liegt Kalabrien,…

  • Der Seele Alchemie Nicht nur die Stunde, die im Flug enteilt, nicht nur das Schicksal, das im Dunkeln weilt, nicht, was dein Aug’ und Ohr dir flüsternd weist –du bist viel mehr, als je dein Denken weiß. Kein leeres Blatt, verloren im Geäst, das man im Wind allein und einsam lässt. In deiner Tiefe ruht…

  • Der Ozean des Selbst Der Blick verliert sich im Ur-Meer, in stummes, tiefes Wellenheer. Du liegst im Traum von Sorgen rein, es treibt das Es im puren Sein. Was ich in deinen Zügen seh’, ist Lind’rung für mein Chronos-Weh. An meinem Leib, so dicht an dicht, sucht mein Komplex dein mattes Licht. Die Hand, von…

  • Das letzte Stück Brot Sie sucht kein Blenden, keinen schönen Schein, kein Wort, das glänzt und doch im Wind verweht. Sie will den Mann, der durch die Tat beweist, dass er den Weg mit ihr gemeinsam geht. Kein Warmhaltespiel, kein leeres Versprechen, das nur den Geist mit falscher Hoffnung nährt, kein kurzer Zwischenstopp auf seiner…

  • Die Masken der Welt Des Menschen Herz sucht reines Licht, ein offenes Wort, ein wahr’ Gesicht. Du legst dein Innerstes bereit, im Glauben an die Ehrlichkeit. Weil deine Seele Bosheit scheut, hat dich kein falscher Schein erfreut; du baust das Fundament aus Glas, wo mancher nur den Nutzen maß. Doch schau, das Karussell der Welt…

  • Das Ja zum Sein Das Ego webt aus Wunsch und Wahn sich einen starren Lebensplan. Es fordert Sonne, Glanz und Licht und duldet grauen Regen nicht. Doch wenn der Himmel Tränen weint, ist nicht die Welt dein Feind, mein Freund. Der Schmerz entsteht im harten Geist, der stur die Wirklichkeit zerreißt. Du stehst im Regen,…

  • Aufrecht im Licht Es gab eine Zeit, da erfand ich mich klein, ich dimmte mein Licht und erstickte den Schein. Ich zog mich zurück in ein blasses Gewand, damit Neid und Missgunst mein Feuer nicht fanden. Ich sprach nur noch leise, trat leise hervor, verlor meine Stimme im fremden Chor. Ich überließ anderen Bühne und…

  • Spiegel der Stille Zwei Welten weben stumm an ihrer Not, die eine sucht im Schweigen ihr Asyl, die andre floh das giftig süße Brot, und jede spielt ihr eigenes Gefühlsspiel. Der Mann baut oft sein Haus auf einem Herz, das ihm die Welt und jeden Trost ersetzt. Bricht diese Säule, bleibt ein tiefer Schmerz, weil…

  • Vom Scheine des Erfolgs Es drängt die Welt nach lautem Schein, man will der Größte, Beste sein. Mit harter Hand und kühnem Blick, erzwingt man sich ein schnelles Glück. Man nimmt sich Raum… man nimmt sich Macht und schaut nicht, wer im Schatten wacht. Das Ego groß, das Rückgrat schwach, folgt Gier dem Stolz ins…

  • Wortgewand und Seelenbrand „Ich liebe dich“, so spricht das Wort, doch grausam bricht es gleich darauf. Du suchst nach Schutz an diesem Ort, doch nimmst nur neue Wunden auf. Es ist ein Tanz aus Licht und Nacht, ein Widerspruch, der dich zerreißt, wo falscher Schwur die Fesseln macht und Kälte dir die Wärme weist. Sie…

  • Das Prisma der Seele Ein Prisma bricht das eine Licht in Farben, so spiegelst du dich in der Welt der Form. Für manche heilst du tief verborgne Narben, für andre bist du Chaos und ein Sturm. Im Buch der Fremden bist du Held und Retter, im nächsten Kapitel nur ein dunkler Schatten. Du bist das…