Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Der Tunnel

    Der Tunnel Kein Blick zur Seite. Ein enger Pfad. Die ferne Weite. Das scharfe Rad. Die Welt verblasst. Der Lärm verstummt. Was du erfasst. Was in dir summt. Kein Hunger quält. Kein Schlaf, der ruft. Was für dich zählt. In tiefer Kluft. Ein einziger Punkt. Ein steiler Hang. Der Funke funkt. Im harten Zwang. Die…

  • Der Ausbruch

    Der Ausbruch Kein Halten mehr. Die Schleuse bricht. Ein Farbenmeer. Ein grelles Licht. Es sucht die Bahn. Es reißt das Wort. Ein wilder Wahn. An jedem Ort. Das Muster glüht. Die Welt wird neu. Was in dir blüht. Was scheut das Blei. Ein roher Guss. Die Form entsteht. Ein tiefer Fluss. Der nie vergeht. Das…

  • Der Nachhall

    Der Nachhall Kein Schrei mehr laut. Ein stumpfer Rest. Die kalte Haut. Das leere Nest. Die Flut zieht ab. Das Land liegt brach. Ein offnes Grab. Das Beben nach. Kein Wille treibt. Der Akku leer. Was von dir bleibt. Ein schweres Meer. Das Echo schweigt. Die Welt steht still. Wer sich hier beugt. Wer nicht…

  • Die Belagerung Kein Stein bleibt stehn. Ein stummes Heer. Kein Fliehen, Gehn. Ein graues Meer. Es greift den Puls. Es klammert fest. Kein sanfter Puls. Ein Gift im Nest. Der Boden weicht. Die Wand rückt nah. Kein Ton erreicht. Nur das, was war. Ein kalter Schweiß. Ein enger Ring. Der Atem heiß. Das dunkle Ding.…

  • Die Spannung

    Die Spannung Kein sanftes Licht. Ein greller Blitz. Was in dir bricht. Der Funkensitz. Das Netz ist eng. Der Draht vibriert. Im harten Zwang. Was dich regiert. Ein Summen schwillt. Die Luft steht stramm. Was dich erfüllt. Der stille Gramm. Kein Schutz, kein Halt. Die Ladung fließt. Mit Urgewalt. Die dich genießt. Kein Widerstand. Nur…

  • Das Gesetz

    Das Gesetz Kein süßer Wein. Kein leichter Tanz. Ein Brennen, rein. Ein nackter Glanz. Sie fordert viel. Sie nimmt sich ganz. Kein falsches Spiel. Kein Firlefanz. Sie bricht den Wall. Sie öffnet weit. In jedem Fall. In Ewigkeit. Du bist die Beute. Du bist der Jäger. Nicht nur für heute. Dein ewiger Träger. Was dich…

  • Der Anker

    Der Anker Kein fester Beweis. Kein Wort aus Stein. Auf dünnem Eis ganz tief allein. Doch tief im Mark, ein leises Ja. Das macht dich stark, wenn nichts mehr nah. Ein Seil im Wind. Ein Licht im Schacht. Wie blind- ein Kind, durch schwarze Nacht. Du lässt dich fall’n. Du gibst dich hin. In allen…

  • Der Kern

    Der Kern Kein Wort, das hilft. Kein Bild, das tröstet. Was dich vergilbt. Was dich entblößt. Es pocht im Takt. Es brennt im Geist. Die Wahrheit nackt, die dich zerreißt. Du weichst nicht aus. Du hältst ihn aus. Das hohle Haus. Der stille Graus. Er ist der Grund. Er ist die Spur. Im tiefsten Schlund…

  • Das Ganze

    Das Ganze Der Sturm verstummt. Die Flut verebbt. Was tief gebrummt, ist nun belebt. Kein Kampf um Macht. Kein Zwang zum Halt. In stiller Nacht- wird Neues alt. Ich blicke rück. Ich seh den Schmerz. Das falsche Glück. Das eigne Herz. Der Freund, der stach. Die Angst, die fraß. Das Haus, das brach. Der Hass,…

  • Der Boden

    Der Boden Kein fester Griff. Kein starrer Wall. Kein scharfes Riff. Kein tiefer Fall. Die Angst lässt los. Die Hand wird weit. Der Schoß ist groß. Die Seele frei’t. Ich sinke tief. Ich schwebe leicht. Was früher rief, ist nun erweicht. Das Sein genügt. Der Atem fließt. Was sich nun fügt, das Herz genießt. Kein…

  • Die Kette

    Die Kette Ein kurzer Blick. Ein liebes Wort. Doch im Genick schleicht es fort. Was ich nun hab, will ich nicht geben. Das offene Grab im eig’nen Leben. Halt fest den Griff. Lass niemals los. Das Herz am Riff. Die Angst zu groß. Ein Schritt zu weit. Ein Tag zu still. Die Einsamkeit, die niemand…

  • Der Wall

    Der Wall Kein Flehen mehr. Kein Blick zurück. Das Herz nicht leer, doch Stück für Stück wächst Stein auf Stein. Ein fester Bau. Ich bin allein, doch weiß genau: Was mich zerbrach, gibt mir nun Kraft. Kein Weh, kein Ach, was Leiden schafft. Ich zieh die Grenze. Ich setz den Fuß. Keine Präsenze. Kein falscher…

  • Das vergessene Licht Wir lernten fleißig, wie man Werte zählt, doch haben uns am Leben selbst verfehlt. Wir bauten Brücken in die fernste Welt, doch spüren kaum, was uns im Innern hält. Die Stadt ist groß … der Geist ist kühl und weit, wir kauften uns Besitz und stahlen Zeit. Wir wissen wohl, wie unser…

  • Der Herzens-Mensch Ein Mensch wie ein Buch, nicht nur ein kurzes Wort, du gehst zwar von mir, doch die Liebe bleibt dort. Kein Kapitel, das endet, kein Text, der verblasst, du bist all das Schöne, das ich tief in mir hast. Man sagt, dass die Zeit jede Wunde bald schließt, doch was ist mit der…

  • Der Wächter am Rand der Nacht Ich stehe hier am wilden Saum, aus Gischt und Licht und Seelentraum. Das Meer, es tobt, die Nacht ist schwer, doch meine Worte tragen mehr. Ich werfe Zeilen in den Wind, dort- hin, wo andere einsam sind. Was ich im Stillen tief empfand, wird nun zum Steg, wird nun…

  • Gemeinsam schaffen wir das Ich schenk’ der Welt ein Lächeln, doch mein Herz schlägt viel zu laut, als würde es gleich brechen, unter all der Last gestaut. Die Welt wird eng, die Luft wird knapp, ich krieg’ kaum noch ein Wort, doch keiner sieht das Beben, es trägt mich fast schon fort. „Reiß dich zusammen“,…

  • Vom Schatten der Liebe Vielleicht war der Morgen zu früh uns erwacht, vielleicht hat das Ende zu leise gelacht. Erst wenn sich der Vorhang des Abschieds bewegt, erkennt man den Schatz, den man lieblos gehegt. Wird Reue genügen? Verblasst denn die Schuld je? Verstehst du das Schweigen, tut’s heute noch weh? Wir stolperten blind durch…

  • Die Jahreskrone

    Die Jahreskrone Minuten fließen hin zu Stunden, Wochen werden schnell zum Jahr. Zeit wird oft nur flüchtig empfunden, doch sie macht uns erst sichtbar. Oft von Alltagslast getrieben, schauen wir auf das, was kommt. Dabei ist das Jetzt geblieben, das, was wirklich uns besonnt. Jede Minute ist eine Perle, die sich in die Stunden flicht.…

  • Ode an das schwarze Gold Aus jener edlen Kaffeebohne braut man ein köstlich Elixier. Ob rein und schwarz, ob mit Laktone, fünf Tassen schon verdank ich ihr. Am Morgen lockt das Ritual, der Becher dampft, der Geist erwacht. Sonst wird der Tag zur Höllenqual, bevor ein Lächeln uns entfacht. Am Nachmittag im süßen Schein, bei…

  • Der leise Rückzug Ich ziehe den Vorhang, ganz ohne Geräusch, ich bin traurig aber nicht mal enttäuscht. Es gab kein Gewitter, kein lautes Wort, ich gehe jetzt einfach fort von diesem Ort. Ich goss meine Liebe in rissigen Grund, hielt für den Frieden oft meinen Mund. Doch wer nicht begreift, was er an mir hat,…