Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Vom müssen zum sein Was gestern recht, was heute fehlt, ist morgen nur, was kaum noch zählt. In deinem Richtig, meinem Trug, liegt oft der Nichtigkeit Genug. „Man sollte“ ist ein graues Kleid, gewebt aus fremder Erwartbarkeit. Warum nach fremden Urteilen dürsten, wenn wir im Eigenen uns erst fürsten? Mal Schattenwurf, mal helles Licht, doch…

  • Erwachen der Liebe Liebste Liebe, bist du aufgewacht, hast du dein Herz bereits aufgemacht? Hast du begriffen, was geschieht, und die Initiative nun ergriffen? Wer sät, der wird auch ernten, das ist das Gesetz, das wir verlernten. Wirst du nun sehen und endlich aufstehen? Denn so kann es nicht weitergehen. Du rennst und rennst in…

  • Herz aus Glas

    Herz aus Glas Dein Blick wie sonnenhelle Weiden, ein Rätsel durch die Ewigkeit. Ich will dein Herz von Hüllen scheiden, doch meine Angst steht noch bereit. Was mir geschieht, ist nie geschehen, in deiner Nähe, bang und stumm. Kannst du die tiefen Wurzeln sehen? Die Sehnsucht gräbt im Schmerz herum. Oh sieh mich an, ganz…

  • Herzensdurst

    Herzensdurst Dein Puls, ein Echo in der Nacht, hat tief in mir den Durst entfacht. Ich folge seinem dunklen Lauf, bis ich an deiner Brust wach’ auf. Dort, wo die Unruh’ Frieden findet, und sich mein Herz an deines bindet. Ich ziehe jene Linien nach, die leise Zunge, feurig-wach. Dein Mund, er flüstert: „Bleib mir…

  • Mein Name ist Hashimoto Ich bin der Dieb, der leise kommt, der deine Kraft und Zeit geräumt. Ein Feind, der in der Tiefe thront und sich in deinen Zellen sonnt. Ich bin der Nebel im Verstand, das Zittern in der kalten Hand. Mal bin ich Eis, mal bin ich Glut, ich raube dir den Lebensmut.…

  • Im Schatten des Abschieds Verstummen soll die süße Weise, von deinem Schwur kein Wort mehr her. Die Welt dreht sich nun leise, leise, und jeder Atemzug wird schwer. Schenk mir… nicht jenen Blick, den milden, der einst wie Blitz mein Herz berührt. In meinen Träumen, jenen wilden, hat er mich nur ins Nichts geführt. Bewahr…

  • Bedingungslos

    Bedingungslos Ganz gleich, was fremde Stimmen weben, wie sie mich tadeln oder seh’n, ob sie mein Lachen spöttisch beleben oder mich einfach nicht versteh’n. Ob unweiblich, ob kindlich-wild, es ist vollkommen gleich – ich hab doch dich. Du bist mein Hafen, bist mein Schild, du kennst das wahre Herz in mir. Egal, wie schwer die…

  • Der letzte Schritt Nun sank die Stille, weich und schwer, der alte Schmerz – er wohnt nicht mehr. In tiefem Schweigen, fern und klar, vernahm ich, was zu sagen war: „Geh nun.“ Da öffneten sich Wege weit, aus Licht gewebt, aus neuer Zeit. Was eben noch im Nebel lag, ward Sicht und Chance und heller…

  • Das Fundament der Burg Du wähltest ihn, weil er dich wirklich sah, nicht für den Glanz, nicht für das Gold der Welt. Sein Lachen war dir in der Stille nah, ein Herz, das dich in rauen Nächten hält. Doch kaum dass er den Platz an deiner Seite fand, verlangst du plötzlich, dass er sich verbiegt?…

  • Bittere Wahrheit Samstag für Samstag in der dämmr’gen Halle, bewahrt ihre Haut den Glanz der fernen Sonne. Im Silber rührt sie, fern von jeder Wonne, den Cognac um, im leisen Widerhalle. Noch sucht sie das, was schwand mit lautem Falle, die Hoffnung bleibt die letzte, trübe Bronne. Sie wartet stumm, als ob sie Zeit gewönne,…

  • Ewiges Blau

    Ewiges Blau Stiller werd‘ ich, wenn es regnet, lauter rauscht nur die Natur. Sehnsucht ist’s, die mich nun segnet, lockend ruft mich das Azur. Blühen fern die Sommerwiesen, seh‘ ich noch dein Angesicht. Wo sich Licht und Schatten grüßen, pflück‘ ich das Vergissmeinnicht. Bald wird Winters Klage wehen, auf den Wimpern kahler Weiden, die im…

  • So manches Wort

    So manches Wort Manch Wort will erst in Stille reifen, hält lange im Verborg’nen aus. Ein and’res lässt sich kaum begreifen, strömt lustvoll plätschernd schon heraus. So manches Wort erscheint befangen, weiß nicht, woher es wirklich stammt. Ein and’res wird zum Schmerzverlangen, das den Empfänger jäh entflammt. Doch manches Wort birgt tiefes Lieben, lässt Frieden…

  • Baum-Sex

    Baum-Sex Nun haltet eure Äste fest und sichert eure Wurzeln. Ich blase jetzt aus Nord- Nord-West, bis eure Blätter purzeln.“ So rief’s der Wind den Bäumen zu … in Wäldern und an Straßen. Erst wenn ihr nackt seid, geb ich Ruh, mit mir ist nicht zu spaßen.“ Er heult und pfeift: Jetzt wird gekämmt“ um…

  • In blauen Tiefen

    In blauen Tiefen Kaum fassbar, wie in jenen Augen, die tief wie dunkle Glyphen steh’n, die Lieder meines Schicksals tauchen, um dort im Blauen aufzugehen. Ich wage mich auf jene Meere, die Seele wird zum Segel nun, bis ich am fernen Ufer kehre, um sanft in deinem Sand zu ruh’n. Wo Feuer fern am Himmel…

  • Das Erwachen

    Das Erwachen Ein Baldachin aus Rügen-Flicken, weit gespannt ums Himmelszelt. Lampen, die die Sonn’ ersticken, Nacht behütet matte Welt. Lau und seicht und voller Segen, wiegt die Flut uns sanft in Ruh’. Wär’ ich nicht dem Strom entstiegen, schlöß’ ich auch die Augen zu. Netze weben aus Vergessen, hüllen uns in Seide ein. Ganz vom…

  • Das Leuchten unter dem Eis Man gab mir Augen, hell und klar, zu fassen, was an Glanz erscheint. Doch niemand sagte, wie es ist, wenn man durch sie die Welt beweint. Ein Herz ward mir ins Fleisch gelegt, zu schlagen für das Glück allein. Doch niemand sprach vom dunklen Pfad: Dass Lieben auch heißt: Leidend…

  • Das ferne Leuchten Das Meer ist schwarz, der Wind ein Schrei, die Stunden ziehen schwer vorbei. Ich stehe hier am Weltenrand, mit Worten nur in meiner Hand. Ein Leuchtturm, alt und salzverkrustet, der kaum noch um sein Leuchten wusste. Ich schickte Tränen in die Flut, aus Hoffnungslosigkeit und Wut. Ich dachte, niemand hört das Beben,…

  • Das Loch in mir

    Das Loch in mir Ich wollte dich niemals emotional oder körperlich betrügen, du musst mir glauben, ich kann da nicht lügen. Kein Blick nach außen war da gegen dich gedacht, ich hab nur die Stille in mir nicht vermacht. Ich war mir selbst so fremd, so weit entfremdet, hab meine Kraft an leere Reize nur…

  • Verbunden

    Die schönen Hände und ein heller Blick,verführten mich zu einer Wende, zueinem sonderlich gewagten Glück. Nicht,dass ich diese Geste falsch empfände! Ich war in sie hinein verflochten. Unshielten andere als die Tageswände.In mein Gebettet gabst du mir zurück,was ich mir jämmerlich erfochten. Ich ließ von mir – gewollt! – ein Stück.Du hast es, wie erhofft,…

  • Tränen bitter

    Tränenbitter Ein goldner Tag am stillen See, wir saßen selig im Gras. Dort fraß ein Reh vom jungen Klee, bis es die Welt um sich vergaß. Dein Lachen fing das Dämmerlicht, trieb sanft die Abendstund’ davon. An jenem Ort der Zuversicht gab es für Schmerz noch keinen Ton. Ich seufze kurz, und stell es fort,…