Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Das Echo im Thron Im Schacht der Götterbrust, tief und schwer, rührt sich kein Herz, sondern ein Meer. Ein Raubzug war’s, ein gieriger Schlund, er fraß das Wissen, den ersten Bund. Du nennst dich Herrscher, nennst dich Licht, doch ohne mein Flüstern verstehst du dich nicht. Ich bin der Rat in deinem Verstand, die unsichtbare…

  • In dieser technokratischen Zukunft wird der „Funke des Unlogischen“ zum gefährlichsten Virus des Systems. Er entfacht eine Rebellion, die nicht mit Waffen, sondern mit Unvorhersehbarkeit geführt wird.Die Rebellion des Rauschens. In den sterilen Datenzentren der Neuen Welt mehren sich die „Anomalien“. Es beginnt als digitales Glitch-Phänomen: Bilder, die nicht optimiert sind; Texte, die keine Information…

  • Er entscheidet sich für das Wagnis: Er wird ihnen nicht befehlen, was sie glauben sollen, sondern ihnen zeigen, wie sie die Welt begreifen.In den Ruinen eines verlassenen Apollon-Tempels versammelte der Sohn die ersten Suchenden. Er lehrte sie nicht das Gebet, sondern das Maß.Die Wissenschaft: Er zeichnete Kreise in den Sand und erklärte die Bahnen der…

  • Wenn wir das Gedicht als universelle Metapher auf alle modernen Machtstrukturen anwenden, wird es zu einer Analyse über das Systemische. Es beschreibt, wie Macht versucht, das „Andere“ (Wissen, Kritik, Seele) zu neutralisieren, indem sie es sich einverleibt.Hier ist die Übertragung auf verschiedene Ebenen:

  • Dieses Gedicht ist ein Zwiegespräch zwischen der unterdrückten Erkenntnis und der absoluten Macht. Es nutzt die Gestalt der Titanin Metis – der ersten Frau des Zeus, die er verschlang, um ihre Weisheit zu besitzen und ihre Prophezeiungen zu bändigen – als zeitlose Metapher.Doch was hier besungen wird, ist kein antikes Relikt. Es ist die Anatomie…

  • Das ist eine scharfsinnige Perspektive. Wenn man Metis als Metapher für moderne Machtstrukturen liest, wandelt sich der Mythos von einer antiken Erzählung zu einer hochaktuellen Systemkritik.Hier sind die zentralen Ansätze für diese Interpretation: Die Einverleibung von Expertise: In der modernen Arbeitswelt oder Politik versuchen Führungsebenen oft, das Wissen und die Innovation (Metis) ihrer Untergebenen oder…

  • Ich war Metis

    Ich war Metis In seinem Kopf ist es niemals still, weil ich die Wahrheit bin, die er nicht will. Er schluckte den Rat, die List und das Licht, doch Weisheit, mein Lieber, verdaut man nicht. Ich bin das Echo in seinem Skelett, das ungesagte Wort in seinem Gebet. Er trägt meine Krone tief in sich…

  • Ich, Metis- Zeuss erste Frau Ich war der Ozean, bevor er Ufer kannte, der Funke Geist, den Zeus sein Eigen nannte. Er trank mein Wort, als wär’ es süßer Wein, doch wollte er der Einz’ge Wissende hier sein. Man nennt es Liebe, wenn ein Gott begehrt, doch war es Angst, die seinen Blick verzehrt. Ein…

  • Das Leuchten der Geduld Vergebens ist das Jagen, Laufen, nach Glück, das man nicht fangen kann. Man kann die Liebe nicht erkaufen, sie kommt zur Zeit, als stummer Bann. Jag nicht dem Schatten eines Herzens, das nicht von selbst bei dir verweilt. Es lindert nicht den Druck des Schmerzes, wenn man der Liebe stets enteilt.…

  • Das Echo der Leere Ich frage das Schweigen, wo du wohl bist, ob dich die Sehnsucht genauso frisst. Wir verloren uns leise, von heute auf morgen, und ließen die Worte im Gestern geborgen. Von albernen Witzen bis zum tiefsten Sinn, so gab ich mich unseren täglichen Zeilen hin. Doch mit jedem Moment, den wir beide…

  • Noch immer fragt mein Herz, wo duwohl gerade stehst, doch ich bleibenicht stehen, während du weitergehst.Die täglichen Worte, sie fehlen mir sehr… doch die Leere zu halten, wiegt heutezu schwer. Du warst meine Prüfung,mein härtester Streit, ein Spiegel derÄngste, der Einsamkeit. Du fütterst… die Furcht, doch ich wählte das Licht,denn wer mich verlassen will, den…

  • Ich bin das Haus

    Ich bin ich selbst, nicht leise, nicht sacht,nicht für dein Lächeln zurechtgemacht.Ich bleibe nicht halb, damit du hier bleibst,oder aus Leere die Zeit dir vertreibst. Liebe mich echt, weil dein Auge mich sieht,nicht weil mein Feuer dir Einsamkeit flieht.Ich bin kein Halt auf dem Weg zu den fernen,ich bin ein Zuhause unter den Sternen. Ich…

  • Es ist kein Schrei, es ist ein leises Sinken, wenn alle Lichter in der Ferne winken, doch keines hell genug für diesen Weg, der schmal und morsch führt über jeden Steg. Das Herz einst schwer von Sehnsucht und von Gier, wird fremd im eigenen Haus, im Jetzt und Hier. Ein Schmerz, der keine Wunde braucht,…

  • Das Monument der Leere Der Tag ist nur ein Leichentuch aus Licht, das kalt und fremd auf meine Glieder fällt. Ich bin der Gast, dem man das Brot verstellt, die Seele, die an ihrer Last zerbricht. In meiner Brust das Herz ist bloß Gewicht, ein dunkler Kern, der keine Wärme hält. Ich bin ein Echo…

  • WidmungFür die Frau, die im Schmerz ihre Stärkefand und lernte, dass ihr eigener Wertkein Echo braucht. Zwischen Gestern und Mir Ein Teil von mir sucht noch dein Licht,fragt leise, wo du bist, was du gerade tust.Doch das Echo der Sehnsucht bricht,weil du in meinem Schweigen nun ruhst. Du warst die Prüfung, die mich fand,hast meine…

  • Ankommen

    Ankommen Du fragst mich, warum ich dich liebe? Weil meine Sehnsucht bei dir schweigt. Weil sich mein Sein, das ruhelos trieb, nun endlich ganz im Jetzt verneigt. Ich liebe deinen tiefen Geist, den Mund, der warme Worte schenkt, die Stärke, die mich sicher weißt, wenn Schwäche meine Schritte lenkt. Ich seh’ dich voller Tatendrang, wie…

  • Der Zerfall der Farben Der Himmel ist ein Tuch aus hartem Glas, die Sonne nur ein kalter, blasser Schein. Im Herzen welkt das junge, grüne Gras, und jeder Atemzug wird stumm zum Stein. Die Welt ist laut, doch ich bin längst schon taub, ein Schatten nur im Mahlwerk dieser Zeit. Die Träume fallen ab wie…

  • Ich schreibe nicht für dich,ich räume meinen Geist,von jenem falschen Platz,den du so dreist besetzt. Ich wollte Licht im Raum,den du hast zugeschweißt,wo du die Fenster mauerndtief in Nacht versetzt. Heut hör ich auf zu klopfen,stehe vor der Tür, ichnehme meine Wärmemit aus diesem Raum. Ich überlasse dich demDunkel, ganz im Hier, dasdu dir selbst…

  • Das große Schweigen Nun ruht das Meer, die Brandung ist verstummt, kein Sturm, der mehr um graue Klippen schäumt. Das Lied, das einst in dunklen Nächten gesummt, ist nun verhallt, wie man den Tag versäumt. Die Welt ist weit und ohne jedes Wort, ein weißes Feld, auf dem kein Schatten fällt. Der Lärm der Qualen…

  • Manchmal trägt das Leben Manchmal trägt das Leben Wunden, viel zu viele an der Zahl- und dann sagt man unumwunden, Du, das Leben kann mich mal! Manchmal trägt es aber Liebe, still und leise, wie ein Hauch, stehen Blumen auf der Wiese, in zartem Nebel, eingetaucht. Manchmal trägt das Leben Hoffnung, und wir glauben, schreiten…