Nur ein Jahr später verlor die Gabe ihre kindliche Unschuld. Mein Onkel Jürgen war schwer an Lungenkrebs erkrankt. Während meine Eltern zu ihm nach Saarbrücken eilten, saß ich mit meinen Geschwistern bei meiner Oma am Tisch. Die Kleinen malten bunte Bilder für ihn. Doch plötzlich legte sich eine schwere Stille über mich. Wie in Trance und mit Tränen in den Augen sagte ich: „Ihr Süßen, ihr braucht Onkel Jürgen nichts mehr zu malen. Er ist eben gerade gestorben.“Ich konnte mich kaum an meine Worte erinnern, doch die Nässe auf meinen Wangen war real. Kurz darauf klingelte das Telefon: Mein Vater teilte uns mit, dass sein Bruder exakt um diese Zeit für immer eingeschlafen war. In diesem Augenblick fühlte ich mich wie ein „Todesengel“. Ich hatte das Unsichtbare sichtbar gemacht, und der Schmerz der anderen lastete schwer auf mir.

Dana Stella Schuhr

Dana Stella Schuhr

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Ich liebe es in jeglicher Form
kreativ zu sein …
Mein Motto ist: einfach mal machen!


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