„Vielleicht habt ihr mein Gedicht über den ‚Guru-Clown‘ gelesen – über jene Art von Spiritualität, die sich wie Plastik anfühlt, laut nach Lavendel duftet und doch keine echte Wärme ausstrahlt. Ich schreibe diese Zeilen so scharf, weil ich den Unterschied kenne. Ich kenne ihn, seit ich zwölf Jahre alt bin.
Wahre Spiritualität ist für mich kein Wellness-Termin und keine glitzernde Fassade. Sie ist Arbeit. Sie ist Verantwortung. Und manchmal ist sie eine Last, die man erst lernen muss zu tragen.
Lange habe ich geschwiegen, aus Angst, als ‚Spinnerin‘ abgetan zu werden – so wie damals, als ich ein Kind war und Dinge sah, die andere nicht sehen konnten. Doch heute, mit 60 Jahren und einer Seele, die durch viele Feuer gegangen ist, weiß ich: Meine Geschichte gehört zu mir. Sie ist das Fundament meiner Selbstliebe und meiner Resilienz.
Ich möchte euch heute von einem Moment erzählen, der alles veränderte. Ein Moment, in dem ich begriff, dass wir dem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert sind, wenn wir bereit sind, hinzuhören. Es war die Zeit, als ich 17 war, frisch verliebt in einen Schausteller namens Manfred – und ein innerer Film mein ganzes Leben auf den Kopf stellte…“
„Wenn das Schicksal flüstert: Wie eine Warnung zum Lebensretter wurde“
„Viele fragen mich, warum ich so fest an die Kraft der Resilienz glaube. Es ist nicht nur ein Wort für mich – es ist mein Überlebensanker.“ Wir sind dem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert.
Der Mittelteil:„Ich war erst siebzehn, ein junges Mädchen, das sich in Manfred verliebt hatte. Seine Familie reiste mit einem Karussell von Stadt zu Stadt – kleine Chaisen, die sich im bunten Licht drehten. An jenem Tag im Wohnwagen wollte ich mich eigentlich nur ausruhen. Doch plötzlich war die Welt um mich herum weg.Vor meinem inneren Auge lief ein Film ab, so scharf und real, dass mir der Atem stockte: Ich sah Manfred im Führerhaus der Zugmaschine, wie er mit seinem Beifahrer scherzte. Ich sah, wie er beschleunigte, und dann – wie in Zeitlupe – sah ich eine bestimmte Baumgruppe an der Straße. Das schwere Heck des Karussells kam ins Schlingern, brach aus, und die gesamte Maschine stürzte einen zehn Meter tiefen Abhang hinunter.Erschrocken und zitternd rannte ich zu ihm. Ich beschrieb ihm die Landschaft, die Bäume, den Abhang. Ich flehte ihn an: ‚Fahr langsamer, Manfred! Bitte!‘ Er lachte nur gutmütig: ‚Spatz, mach dir keine Sorgen. Unkraut vergeht nicht!‘Die Stunden des Wartens waren endlos. Als Manfred spät abends zurückkam, war er bleich. Er stand vor mir und sagte leise: ‚Spatz, es war exakt so, wie du es gesagt hast. Die Landschaft, die Kurve… alles. Weil ich deine Worte im Ohr hatte, fuhr ich langsamer. Wir kamen zwar ins Schleudern, aber die Baumgruppe hat uns aufgefangen. Wir sind nicht abgestürzt. Du hast uns das Leben gerettet.‘Das Karussell war ramponiert, Blech kann man biegen. Aber Menschenleben nicht. In diesem Moment begriff ich: Meine Gabe ist kein Urteil. Sie ist ein Werkzeug der Schmerzwandlung. Wir können das Schicksal vielleicht nicht immer ganz anhalten, aber wir können mit Gottes Hilfe die Schwere abmildern.“ „Heute, viele Jahrzehnte später, blicke ich in Gedanken auf das ramponierte Karussell von damals, wie auf ein Symbol für unser aller Leben. Wir alle kommen ins Schleudern. Wir alle erleben Kurven, in denen wir den Halt zu verlieren drohen. Doch ich habe gelernt: Wir sind nicht allein am Steuer. Meine Gabe hat mich gelehrt, dass wir keine Opfer des Schicksals sind. Wir haben die Wahl. Wir können hinhören – auf die leisen Warnungen in uns, auf die Stimme Gottes, auf die Intuition, die uns den Weg weist. Manchmal rettet uns das langsame Fahren vor dem tiefen Abhang.Vielleicht stehst auch du gerade an einer Kurve, die dir Angst macht. Vielleicht zweifelst du an deinem Wert oder fühlst dich von der Schwere der Welt erdrückt. Dann möchte ich dir heute sagen: Du bist kostbar. Du bist ein Licht, das gebraucht wird. Dein Leben ist kein Zufall, sondern ein Plan voller Liebe.Ich missioniere nicht und ich predige nicht. Ich strahle einfach nur das aus, was ich durch Schmerz und Wunder erfahren durfte: Dass das Gute existiert. Dass die Liebe über den Tod hinausgeht. Und dass wir – egal wie ramponiert unser ‚Karussell‘ manchmal aussieht – immer wieder heil ankommen können.Bleib bei dir. Vertrau deinem Licht.
In tiefer Verbundenheit, Deine Zvjezdana Dana Stella Schuhr“
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