Du siehst mein Lächeln, siehst mein Gesicht,
doch meine Schmerzen siehst du nicht.
„Du siehst doch gut aus“, hör ich oft sagen,
während die Glieder mich kaum noch tragen.
In meinen Gelenken, da lodert das Feuer, jeder
Morgen ist schwer, jeder Schritt ist mir teuer.
Die Finger sind steif, die Bewegung tut weh, doch
die Entzündung man nicht, wenn ich vor dir steh.
Die Drüse im Innern gerät aus der Bahn, sie
raubt mir die Kraft, wie im Nebelwahn. Mal
Kälte, mal Leere, die Seele wird schwer, mein
Stoffwechsel kämpft und kann bald nicht mehr.
Gedanken wie Watte, ein Nebel im Kopf,
als zöge am Denken ein bleierner Kropf.
Worte verschwimmen, der Fokus entgleitet,
während der Alltag mir Qualen bereitet.
Ich sage oft ab, bleibe einsam zu Haus, die
Welt zieht vorbei, ich schau nur hinaus. Man
denkt, ich will nicht, man glaubt, ich sei fern,
dabei wär ich so oft bei den anderen gern.
Die Stille wird wahnsinnig laut, wenn die
Freunde verschwinden,weil sie keine Worte
für mein Leiden finden. Es schmerzt das Urteil,
die Distanz und die Leere, als ob die Isolation…
eine weitere Krankheit wäre. Es ist kein Nicker-
chen, das mir noch fehlt, es ist ein Körper, der
täglich sich quält. Kein Mangel an Wille, kein
Mangel an Mut, auch wenn die Erschöpfung …
im Inneren ruht. Ich brauche kein Urteil,
kein prüfendes Wort, nur jemanden da, an
dem einsamen Ort. Ein bisschen Verständnis,
ein offenes Ohr, denn hinter der Maske …
tritt Wahrheit hervor.Wer liest diese Zeilen? Wer
bleibt an der Hand? Wer reicht mir die Hilfe, die
ich nie benannt? Für all die Kämpfer, niemand
recht sieht: Dies ist für euch – unser leises Lied.

Dana Stella Schuhr

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