Von Zvjezdana Dana Stella Schuhr
Kapitel 1: Der Duft von ewigem Lavendel (Alter: 12)
Es war ein heißer Sommer in Kroatien. Ich war zwölf Jahre alt und spürte bereits eine leise Unruhe in mir. Unsere einfache Toilette, ein Holzhäuschen mit Donnerbalken, stand etwa hundert Meter vom Haus entfernt. Als ich dort in der Stille saß, veränderte sich plötzlich alles. Ein sanfter Windhauch strich durch die Ritzen, und mitten in der kargen Hitze erfüllte ein intensiver, wunderschöner Lavendelduft den Raum. Ich spürte eine Präsenz, als würde eine Hand sanft auf meine Schulter sinken.
In Todesangst rannte ich zum Haus. Meine Mutter erschrak: „Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen!“ Als ich vom Lavendel erzählte, wurde auch sie bleich – ihr war exakt das Gleiche passiert. In jener Nacht erschien mir meine Großmutter als strahlende Lichtgestalt. Sie sagte: „Mein Schatz, fürchte dich nicht. Meine Liebe geht über den Tod hinaus. Ich werde euch immer beschützen.“ Als ich dies meiner kleinen Schwester erzählte, verlor sie ihre panische Angst vor dem Sterben. Wir begriffen: Der Tod ist nicht das Ende, sondern nur das Ablegen des Körpers.
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