Du rennst durch Welten, laut und schwer,
gibst Deine Kraft im Dauerlicht. Dein
eigner Brunnen trägt nichts mehr,
doch Deine Grenze siehst Du nicht.
Du heilst die Wunden fremder Not,
bist Ankerplatz im wilden Sturm.
Verteilst Dein letztes Stückchen Brot
und baust für andere den Turm.
Doch leise weint der innre Raum,
die Seele flüstert, müde, matt.
Du lebst der andern großen Traum,
während Dein Herz kein Echo hat.
Ein Kartenhaus aus Pflichtgefühl,
das unter Deiner Last zerbricht.
Im lauten, endlosen Gewühl
verlierst Du fast Dein eignes Licht.
Halt inne, horch in Dich hinein,
bevor der letzte Funke flieht. Du
darfst Dir selbst am nächsten sein,
bevor der Geist sich ganz entzieht.
Die Welt verlangt, die Welt nimmt bloß,
wenn Du Dich nicht nach vorne stellst.
Lass diese falsche Schuld jetzt los,
weil Du sonst selbst in Trümmer fällst.
Sei gütig mit Dir, heile Dich, schenk
Dir den Trost, den Du verleihst.
Denn diese Stimme innerlich ist
das, was Deinen Weg Dir weist.
Am Ende bleibt, wer Du stets warst,
der Mensch, der Deinen Atem lenkt.
Achte darauf, wie Du Dich wahrst, weil
niemand Dir ein zweites Leben schenkt.

Stella Schuhr

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