Das Feuer flammt, das Feuer gellt,
wenn Wut durch deine Adern bricht.
Ein Sturm, der laut in Trümmer fällt,
ein Blitzschlag mitten ins Gesicht.
Du schreist es raus, du weinst dich leer,
der Atem bebt, die Seele brennt. Doch
legt sich bald das wilde Meer, wenn
man den Schmerz beim Namen nennt.
Die Wut ist Rauch, die Wut ist Wind,
sie zieht vorbei, sie hält nicht an.
Ein wildes, ungestümes Kind,
das schnell auch wieder lachen kann.
Doch schleicht ein and’rer Gast herein,
wenn still das Ideal zerbricht. Er
hüllt sich tief in Schweigen ein
und zeigt sein wahres Antlitz nicht.
Enttäuschung heißt das stumme
Leid, das keine lauten Worte wählt.
Es trägt ein makelloses Kleid,
während es dich im Innern quält.
Du stehst heroisch, starr und kühl,
kein Seufzer dringt nach draußen
vor. Doch tief im seelischen Gewühl
schließt sich ein goldenes Liebestor.
Es bleibt ein Riss im Fundament,
der langsam dein Gefüge biegt.
Weil das Gefühl kein Ende kennt
und schwer auf allen Wegen liegt.
Die Wut verraucht im Tageslicht,
sie weicht der Zeit, die alles heilt.
Doch die Enttäuschung weicht dir
nicht –sie ändert dich, solang sie weilt.
Doch blickt das Ich durch tiefen Raum,
wo Schmerz und Heilung sich berühren.
Aus jeder Scherbe wächst ein Traum,
der neue Wege kann erspüren.
Ganz leise lernt das Herz zu sehen,
was hinter seinem Kummer spricht:
Aus tiefen Rissen kann entstehen
ein weiter Raum für neues Licht.

Dana Stella Schuhr

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