Gefangen in Schichten, in Hüllen aus Zeit,
erzählt die Geschichte von Gestern das Heute.
Wo ist die Vernunft, die vom Ich uns befreit?
Das Gestern macht Morgen zur Beute.
Ein Meer voller Leere, ein Sturm voller Geist,
Gedanken, die singen, was niemals geschah.
Wer ist dieses Wesen, das „Ich“ sich doch heißt?
Fern ist das Selbst, und die Angst ist so nah.
Gleich einer Blase, aus Schimmer und Licht,
so schwebt die Sekunde, so platzt das Verlangen,
ein kurzer Genuss, der im Erwachen zerbricht,
im Traum nur gelebt und im Schein nur gefangen.
Was einst uns verband, wird zu fremdem
Gesicht, die Jahre, sie sinken wie Steine ins
Meer. Du bleibst an dem Ort, den das Schweigen
verspricht, und alles wird leise, und alles wird leer.
Doch weiter, nur weiter, bis Schönheit erscheint,
im Webstuhl der Welt, die sich flüchtig bewegt.
Wir haben gelitten, gelacht und geweint, bis die
Seele im Schweben sich schlafen legt.
So löst sich die Hülle, das Glas wird zu Licht,
was eng uns umschloss, wird zur tragenden
Spur. Die Angst vor der Leere verliert ihr
Gewicht, wir kehren zurück in die große Natur.

Dana Stella Schuhr

Schreibe einen Kommentar