Wieder die Kreise. Das alte Warum.
Stunden vergehen. Die Fragen bleib’n stumm.
War es je anders? Ich weiß es nicht mehr.
Leise das Gestern. Das Heute wiegt schwer.
Wer kränkt uns als Nächstes? Wer spinnt den Betrug. Vom ewigen Zaudern hab ich längst genug.
Wer rückwärts nur bangt und die Freiheit vergisst,
versäumt all das Leben, das möglich noch ist.
Genug mit dem Grübeln. Ich will endlich sein.
Ich schenke mich offen, ganz restlos und rein.
Und bricht es am Ende, dann bricht es eben –
lieber Scherben im Licht als ein halbes Leben.
Dann lieber das Wagnis, den Sturz und den Wind,
als dass wir im Innern Gefangene sind.
Vielleicht bin ich gläubig, vielleicht auch naiv,
doch in mir brennt Leuchten, gewaltig und tief.
Lieber ein Narr, der der Sehnsucht vertraut,
als einer, der ängstlich nur Mauern erbaut.
Kein Schutzschild, kein Trug – nur das nackte Gesicht. Lieber verwundet als Schatten im Licht.
Es gibt kein Zurück mehr, die Brücken verbrannt,
ich nehme mein Schicksal nun selbst in die Hand.
Was immer auch kommt, ich weiche nicht aus
und trete aus meiner Verzweiflung heraus.
Kein Zögern hält stand, wenn das Feuer erwacht
und lähmende Furcht zur Vergangenheit macht.
Ich schenke mich ganz, ohne Maske und Pflicht,
und werde im Brennen mein eigenes Licht.
So steh ich am Abgrund und atme das Ja,
was gestern noch fern war, ist plötzlich ganz nah.
Soll die Welt mich doch prüfen, soll stürmen die Nacht – ich bin aus der inneren Starre erwacht.
Mit Schmerzen. Ja, ich will.
Ohne Netz. Aus ganzem Herzen.

Stella Schuhr ⭐

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