Ein Lied erklingt, ein Bild bricht ein,
ganz ungefragt und ohne Mut.
Auf einmal bist du nicht allein,
weil eine alte Sehnsucht ruht.
Ein Blick, der längst vergangen ist,
ein Lachen, das die Luft getragen.
Du merkst, wie sehr du wen vermisst,
nach all den Jahren, all den Tagen.
Was damals selbstverständlich schien,
ist heute nur noch ferner Rauch.
Die Jahre sind vorbeigezogen,
und mit der Zeit dein alter Brauch.
Manch Wort blieb damals ungesagt,
aus Stolz, aus Angst oder aus Schmerz.
Man hat sich einfach nicht gewagt,
nun klopft es leise an dein Herz.
Vielleicht ein „Danke für die Zeit“,
vielleicht ein „Du tatst mir so weh“.
Vielleicht auch die Gewissheit heut:
Dass ich dich immer noch versteh.
Doch wisse, wer dies gerade liest:
Es darf so sein, es darf so schmerzen.
Auch wenn du Tränen heimlich gießt,
trägst du die Tiefe noch im Herzen.
Vergib dir selbst, was einst geschah,
du tatest, was du damals konntest.
Was längst vergangen, wird dir nah,
weil du dich endlich selbst verschontest.
Das Herz vergisst nicht, was mal war,
es schweigt nur still im Weltenlauf.
Das Leiserwerden macht dir klar:
Die Wunde heilt, das Leben blüht auf.
Vom Vergehen und Verstehen.

Stella Schuhr ⭐

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