Ich träum’ uns noch an jene Tresen,
wo wir die Welt im Glas gesehn, sind
sonntags durch die Säulenhallen
und stumme Galerien gegangen.
Im Kaffeeklatsch der frühen Stunden
hat sich der Geist im Wort gefunden,
und wenn der Frost die Fenster küsste,
warst du das Einzige, was ich wusste.
Ich seh’ uns noch auf weißen Dampfern,
dein helles Haar im Sommerwind,
wir wollten Barrikaden stürmen,
weil wir im Herzen Forscher sind.
Doch meine Worte wurden Mauern,
mein Ich ein Käfig, eng und grau,
ich ließ dich hinter Gittern kauern –
ich weiß es heute ganz genau.
Du schweigst die Ferne zwischen uns,
ein Abgrund, tief und wortkarg-schwer.
Ich such’ in der Erinn’rung Gunst:
Liebst du mich eigentlich noch sehr?
Was war, bleibt tief in uns verwoben,
kein Schatten fällt auf jene Zeit.
Ich seh’ im Gehen, fast wie oben,
ein Lichtlein in der Dunkelheit.
Denn Freundschaft ist das Licht im
Meer, eine Perle, tief und wunderbar –
sie zu verlieren wiegt so schwer,
wie das, was zwischen uns einst war.

Dana Stella Schuhr
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